GDV fordert Neustart für Altersvorsorge.

Dr. Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV, zeigt auf der Jahresmedienkonferenz 2021 die Folgen der Pandemie auf. Demnach hat die Corona-Krise „auch Spuren im Geschäft der Lebensversicherer hinterlassen.“ So sei die Zahl der Neuverträge 2020 um gut 12 Prozent zurückgegangen. Nur geringe Rückgänge weisen die Beiträge in der Lebensversicherung inklusive Pensionsfonds und Pensionskassen auf (–0,4 Prozent auf knapp 103 Milliarden Euro). So sanken die laufendenden Beiträgen im Leben-Geschäft lediglich um 1 Prozentpunkt auf 64,4 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Einmalbeiträge um 0,4 Prozentpunkte auf 38,3 Milliarden Euro.

„Auch die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung lagen auf Vorjahresniveau“, so Weiler. Sie summierten sich 2020 auf 19 Milliarden Euro. Hingegen brach die Zahl neu abgeschlossener Verträge im Vergleich zum Jahr 2019 um –17,9 Prozent ein. Damit ging der Gesamtbestand der laufenden bAV-Verträge um 0,2 Prozent auf 16,2 Millionen zurück. Der GDV erklärt den Rückgang unter anderem mit der schwierigen Beratung in den Betrieben unter Corona-Bedingungen. Weiler unterstreicht, dass „2019 ein sehr starkes Jahr war“ – mit Beitragseinnahmen, die um mehr als 11 Prozent zulegen konnten.

Modernisierung des Drei-Säulen-Systems gefordert

Im Jahr 2021 erwarten die Versicherer weiterhin ein makroökonomisches Umfeld mit vielen Unsicherheiten. Eine konjunkturelle Belebung hängt zuerst vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Optimistisch blickt die Branche vor allem auf Nachholeffekte in der Lebensversicherung. Die verstärkte Spartätigkeit der Menschen 2020 könnte jetzt in die Altersvorsorge fließen. Daraus ergibt sich für das Jahr 2021 ein erwartetes Beitragsplus von 2 Prozent in der Lebensversicherung.

Angesichts der demografischen Entwicklung fordert Wolfgang Weiler einen Neustart in der Altersvorsorge und eine Modernisierung des Drei-Säulen-Systems. „Diese Legislatur hat bislang vor allem die erste Säule der Alterssicherung gestärkt, mit neuen Leistungen und damit zusätzlichen Lasten für die junge Generation.“ Dagegen fehlten Angebote für die jüngere Generation, um selbst vorzusorgen. Gerade private Altersvorsorge soll künftig stärker gefördert und einfacher werden. Deshalb spricht sich der GDV für ein digital zu vermarktendes Standardprodukt aus – mit weniger Bürokratie, Kosten und Garantien.

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