In nur zwei Jahren hat der Rückversicherer Munich Re für seine Beschäftigten am Standort München ein neues bAV-Modell entwickelt – komplett intern und maßgeschnitten.

In nur zwei Jahren hat der Rückversicherer Munich Re für seine Beschäftigten am Standort München ein neues bAV-Modell entwickelt – komplett intern und maßgeschnitten. Guido Birkner spricht mit Werner Vogt und Marco Wombacher über ein Großprojekt, das durch iteratives Vorgehen Chancen und Risiken in der Kapitalanlage in ein gutes Verhältnis bringt und Komplexität reduziert.

„Wir haben bei dem Projekt die innovative Kraft aus unserem Unternehmen zusammengetragen“, sagt Werner Vogt. „Normalerweise würde sich ein Unternehmen eine Lösung am Markt kaufen, doch wir als Rückversicherer wollten schauen, was wir intern im Bereich Pensions selbst auf die Beine stellen können.“ Vogt ist als Head of Rewards & Pension, Workforce Analytics & Reporting auch für die betriebliche Altersversorgung bei Munich Re verantwortlich. In dieser Rolle ist er zudem Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück Versorgungskasse und Mitglied im Vorstand des Pensionstreuhändervereins. Der Vergütungsexperte steuerte das Großprojekt rund um die betriebliche Altersversorgung zusammen mit Marco Wombacher, Arthur Binkert und Damian Borzucki.

„Wir sind in diesem Prozess iterativ vorgegangen“, sagt Marco Wombacher. Der Aktuar ist bei Munich Re für die versicherungsmathematische Bewertung und Bilanzierung sowie für die Konsolidierung der Pensionspläne auf Gruppenebene zuständig. „Die eingebundenen Experten im Konzern haben sich immer wieder über jeden Schritt und über jedes Detail mit uns ausgetauscht.“ Dadurch konnte das Projektteam die eigenen Vorstellungen eines neuen bAV-Modells mit den Kollegen diskutieren und dabei immer wieder Vor- und Nachteile in Detailfragen abwägen. „Auf diesem Weg sind wir zu unserem FIVE Pension Strategy Index als Teil unserer Finanzierungslösung und zum finalen Pensionsplan gekommen.“

Zwei Jahre von der Idee bis zur Implementierung

Der Name des neuen bAV-Modells lautet „AIM“ und ist Programm, denn die drei Buchstaben stehen für „Attraktiv“, „Intuitiv & Innovativ“ und „Marktgerecht“. Mit dem AIM-Modell löste Munich Re das ältere Versorgungswerk ab, eine versicherungsförmig kongruent rückgedeckte Direktzusage. Handlungsbedarf bestand nicht nur angesichts des Niedrigzinses. Die Bedürfnisse gerade der neuen und jüngeren Mitarbeiter sowie die sinkenden Leistungen aus klassischen Rentenversicherungsverträgen machten für den Rückversicherungskonzern einen Neuanfang in der Altersvorsorge notwendig. „Im Vergleich zum alten Versorgungswerk ist der Umstand wichtig, dass im jetzigen Modell die arbeitgeber- und die arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung mit nur zwei Direktzusagen aufgebaut ist“, betont Marco Wombacher.

Als weiteres Ziel sollte die neue bAV einfach strukturiert sein, so dass jede Kollegin und jeder Kollege sie leicht verstehen und intuitiv mit ihr und dem Online-Portal umgehen können. „Wir wollen unseren Mitarbeitern nicht die fünf Durchführungswege und ihre Unterschiede erklären“, sagt Werner Vogt. „Unser Modell muss trotz aller Komplexität in der bAV für die Nutzer intuitiv sein.“ Deshalb setzte sich das Projektteam das Ziel, im Laufe des Projekts die Zwischenergebnisse immer wieder auf Komplexität abzuklopfen und alles konsequent zu vereinfachen.

Das hausinterne Projektteam setzte sich aus Experten der Bereiche HR, Asset-Liability-Management, Risk-Management und Munich Re Markets zusammen. Zwei Jahre lang entwickelte und implementierte es den neuen bAV-Plan. Der Startschuss fiel im Herbst 2017. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Niedrigzinsphase verfestigt, das Betriebsrentenstärkungsgesetz stand vor der Tür, und aus dem Geschäft heraus wurde der Bedarf an einer hohen Attraktivität, an weniger Komplexität und mehr Einheitlichkeit in der bAV immer größer. „Die klassischen Niedrigzinsmodelle, die man kaufen kann, passten nicht zu unseren Vorstellungen“, sagt Werner Vogt rückblickend. „Unser Kernziel war, Altersvorsorge für die Beschäftigten wieder attraktiv zu machen. Ein Vorsorgeprodukt überzeugt dann, wenn es Rendite bringt.“

Iterativ zum neuen bAV-Plan

Zunächst erstellten Vogt und das Projektteam eine Vorstudie, in der sie Grundideen für eine neue bAV entwickelten. Darin identifizierten sie Anforderungen und Ziele für einen solchen Plan. Die glichen sie mit den aktuell angebotenen Finanzierungsprodukten am Markt ab. Es folgte die Durchführung einer bAV-Spezialbenchmark. „So haben wir ermittelt, wie sich betriebliche Altersversorgung als Nebenleistung in Relation zur Vergütung marktgerecht positionieren lassen kann“, erklärt Vogt. Nun standen die ersten Eckpfeiler der neuen bAV fest. „Wir haben uns schon früh für eine Direktzusage als Durchführungsweg mit einem Indexmodell als Finanzierungsvehikel entschieden“, so der Rewards-Experte. „Das wollten wir tailormade auf unseren Bedarf anpassen, indem wir Chancen nutzen und zugleich Sicherheiten einbauen wollten.“

Das neue Modell sollte aus zwei Direktzusagen bestehen, aus einer rein arbeitgeberfinanzierten und einer rein arbeitnehmerfinanzierten Zusage in Form der Entgeltumwandlung. Hier sollten die Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, bis zu sechs Monatsgehälter pro Jahr umwandeln zu lassen. Zusätzliche Komponenten sollten die Hinterbliebenenabsicherung und die Absicherung des Todesfalls sein. Das Gesamtmodell stellte das Projektteam schließlich dem Vorstand vor, der grünes Licht gab. Es folgten nacheinander eine Informationskampagne für den Sprecherausschuss, den Betriebsrat sowie die Mitarbeiter und schließlich Verhandlungen mit dem Sprecherausschuss und dem Betriebsrat über die beiden Zusagen der neuen bAV. Auch hier erfuhr das Projektteam Zustimmung.

Zum 1. Januar 2019 erfolgte die Implementierung der arbeitnehmerfinanzierten Direktzusage, und bereits im selben Monat sprachen Beschäftigte die ersten Verzichte auf Entgelt zugunsten der Altersvorsorge aus. Bis Juni 2019 richtete die IT von Munich Re auch die arbeitgeberfinanzierte Komponente ein, und ab Juli flossen auch dort die ersten Beiträge an die Bestandsmitarbeiter, die aus dem alten in das neue Versorgungswerk wechselten.

Eckpunkte des neuen bAV-Plans

Wie sieht die neue bAV von Munich Re im Detail aus? Der Kapitalkontenplan umfasst zwei beitragsorientierte Leistungszusagen in Form von jeweils einer wertpapiergebundenen, nun stärker kapitalmarktorientierten Direktzusage. Die Beschäftigten des Rückversicherers können über den neuen Plan an einer global diversifizierten Investment-Strategie mit dynamischem Risikomanagement teilhaben. Dabei folgt die Wertentwicklung der individuell geführten Kapitalkonten dem FIVE Pension Strategy Index, den der Rückversicherer eigens für diesen Zweck entwickelt hat. Der Index investiert 60 Prozent seines Portfolios risikogewichtet in einen Aktienkorb, dessen Zusammensetzung die wichtigsten globalen Aktienmärkte repräsentiert. Die verbliebenen 40 Prozent werden risikogewichtet in vier alternative Risikoprämienstrategien allokiert. Die Umsetzung der Investment-Strategie erfolgt über das Munich-Re-intern Index-Trading-Desk. Dabei wird auf die eigene Expertise und langjährige Erfahrung in der Rückversicherung von Kapitalmarktrisiken zurückgegriffen.

Für die Risikoabsicherung sind Garantien in die Direktzusage eingebaut. Die betriebliche Altersversorgung gewinnt für die einzelnen Beschäftigten dadurch noch mehr Flexibilität, dass ihre individuellen Lebenssituationen darin Berücksichtigung finden. Das neue bAV-Modell ist für alle Mitarbeitergruppen und für beide Versorgungsordnungen einheitlich angelegt. Der Plan enthält eine Beitragsgarantie unterhalb des Nominalwerts, wobei die Kursgewinne sukzessive abgesichert werden. Zugleich erfolgte die Entwicklung der Direktzusage Schritt für Schritt im Zusammenspiel mit dem FIVE Pension Strategy Index. Die Direktzusage bietet genügend Flexibilität, um in einem arbeits- und steuerrechtlich stark reglementierten Umfeld ein attraktives Vorsorgesystem zu schaffen. Die Versorgung eignet sich auch aufgrund der flexiblen Dotierungsmöglichkeiten für die Altersvorsorge aller Mitarbeitergruppen.

Die neue bAV ist und bleibt eine gewichtige Vergütungskomponente. Als relevanteste Zusatzleistung und als Teil eines marktgerechten Vergütungspakets dient die bAV dem Rückversicherer dazu, sich als Arbeitgeber noch einmal attraktiver zu positionieren und sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber den eigenen Mitarbeitern zu demonstrieren.

Drei Kernelemente des bAV-Modells

Munich Re steuert in der neuen bAV das Zusammenspiel von Garantien und Indexpartizipation in drei Kernelementen:

  • Sicherheit
  • Rendite
  • Gewinnsicherung

Zur Sicherung des eingebrachten Vermögens gewährt der Arbeitgeber eine 90-prozentige Beitragsgarantie zur Regelaltersgrenze für jeden einzelnen Beitrag. Diese Garantie besteht auch unabhängig von der Performance des Index. „Die Garantie ist selbstfinanziert und im Produkt angelegt“, betont Werner Vogt. „Wir müssen dafür nicht von anderer Stelle quersubventionieren.“ Das zweite Element eröffnet die Chance auf eine Partizipation an positiven Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Dafür dient die bereits beschriebene Investment-Strategie über den FIVE Pension Strategy Index als Hebel.

„Mit Hilfe des dynamischen Risikomanagements können wir die Investment-Strategie entlang des Kapitalmarktumfelds gut steuern“, so Vogt. Das zeigte sich im Corona-Jahr 2020, als die Aktienmärkte zeitweilig in den Keller rauschten. Der Index gab weniger nach und konnte anschließend an der Erholung der Aktienmärkte partizipieren. „Für uns war es positiv, insbesondere in der Krisensituation die Robustheit unseres Finanzierungskonzepts bestätigen zu können“, betont der Vergütungsexperte.

Das dritte Element der bAV ist die Sicherung der Kursgewinne durch den Rückversicherer in Dreijahresschritten. Dabei nimmt Munich Re alle drei Jahre für jeden Beschäftigten ein Lock-in des jeweiligen Vertragsguthabens in Höhe von 90 Prozent des Stands des Versorgungskontos vor, wenn dieser Stand über der bisherigen Garantie liegt. Bei einer guten Performance des FIVE Pension Strategy Index kann jeder Lock-In die initiale 90-prozentige Beitragsgarantie weiter erhöhen. Dabei hat der Index selbst eine Zielvolatilität von 5 Prozent pro Jahr, die durch ein integriertes Risikomanagementsystem auf täglicher Basis gesteuert wird. „Durch den Lock-in haben wir eine Sicherung eingebaut, sollten die Kurse einmal kräftiger fallen“, sagt Marco Wombacher. „Wir haben hier im Vorfeld genau gerechnet, wie viel Chance wir auf der Renditeseite weggeben, wenn wir die Garantie einloggen.“ Für die Basisberechnungen und die Kalkulationen für die Zukunft haben Wombacher und das Projektteam mit historischen Modulationen des Index gearbeitet. Neu am bAV-Markt ist zudem die anfangs reduzierte Nominalgarantie im Rahmen der beitragsorientierten Leistungszusage.

Szenarien und Optionen für die Auszahlung des Vorsorgeguthabens

Tritt für einen Beschäftigten die Leistungsphase ein – was in der Regel das Erreichen des 67. Lebensjahres voraussetzt –, dann sind für das angesparte Guthaben in der Altersvorsorge zwei Szenarien möglich:

  • die planmäßige Auszahlung des Vertragsguthabens im Fall einer besseren Performance oder
  • das Anheben der Auszahlung auf das Garantieniveau im Fall einer schlechteren Performance.

In der Vergangenheit waren die Auszahlungsoptionen im alten Versorgungswerk von Munich Re je nach individuellem Tarif unterschiedlich. In der neuen bAV sind die Varianten der Leistungsauszahlung für alle Anwärter gleich und in gleichem Maße vielfältig. So haben die neuen Betriebsrentner jetzt die Auswahl zwischen drei Optionen für die Auszahlung der Altersleistungen:

  • die Einmalkapitalleistung als Standard
  • fünf bis 15 Jahresraten
  • monatliche Renten

Eine Besonderheit der monatlichen Renten ist, dass hier bis zum Zeitpunkt des Leistungseintritts keine klassischen Garantien gelten, wie sie ältere Versicherungsprodukte für die Altersvorsorge noch enthalten. „Unserem Unternehmen ist es wichtig, dass wir die Rentenoption weiterhin anbieten, auch wenn wir gerade für die jüngste Generation ein immer höheres Langlebigkeitsrisiko einkalkulieren müssen“, erläutert Werner Vogt.

Die Wahl der Auszahlungsoption durch die Beschäftigten richtet sich nach deren persönlicher Lebens- und Familiensituation. „Für die neue bAV konnten wir diesbezüglich noch keine Erfahrungswerte sammeln“, sagt Marco Wombacher. „In der alten Entgeltumwandlung haben Beschäftigte, die Angehörige als potenzielle Erben hatten, gern die Kapitalzahlung gewählt, zumal diese Option für viele wirtschaftlich am attraktivsten war.“ Letztlich sei die individuelle Situation für die Wahl der Auszahlungsoption entscheidend.

Invaliditätsabsicherung als Zusatzkomponente

Neben der Altersleistung hat Munich Re das neue bAV-Modell noch um eine Invaliditätsabsicherung und um eine Todesfallleistung ergänzt. Die Invaliditätsabsicherung weist in ihrer Ausfinanzierung und in der Leistungsphase viele Parallelen zur neuen Altersvorsorge auf. Wird ein Beschäftigter invalide, beginnt die Leistungsphase für die Invalidenrente. Die ist klassisch über Rückstellungen innenfinanziert und über Assets in einem CTA abgesichert.

Neu am Modell von Munich Re ist die Streichung der Betriebszugehörigkeit als Komponente der Invaliditätsabsicherung. „Leistungen aus einer Invaliditätsabsicherung benötigen vor allem jüngere Menschen, denen ein solcher Schicksalsschlag widerfährt“, sagt Werner Vogt. „Deshalb sahen wir die alte Regelung als überholt an, wonach sich die Invaliditätsleistungen mit der steigenden Betriebszugehörigkeit erhöhten.“ Heute sind die Leistungen der Invaliditätsabsicherung prozentual für alle Beschäftigten gleich und variieren in Abhängigkeit vom Bruttoentgelt. „Unser Kernziel war, Altersvorsorge für die Beschäftigten wieder attraktiv zu machen. Ein Vorsorgeprodukt überzeugt dann, wenn es Rendite bringt.“

Ab dem 62. Lebensjahr treten invalide Beschäftigte nach dem neuen Modell in die Leistungsphase ein. Die Altersleistung setzt sich dann aus den bislang geleisteten Beiträgen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen. Der Plan von Munich Re hat die Besonderheit, dass der Arbeitgeber ungeachtet der laufenden Invalidenrente für einen betroffenen Beschäftigten weiterhin bis zum 62. Geburtstag die laufenden Beiträge für den Aufbau der Altersleistung leistet. „Auf diese Weise unterstützt Munich Re invalide Kollegen, damit sie von ihrer Invalidenhilfe nicht auch noch Geld für die Altersvorsorge abzweigen müssen“, sagt Marco Wombacher.

Hinterbliebenenabsicherung ausbauen

Im Todesfall gewährt Munich Re den berechtigten Angehörigen eine Hinterbliebenenleistung aus dem angesparten Vermögen. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Beschäftigte zu Lebzeiten nicht vorher für ein Opt-out in der Altersvorsorge votiert hat. Das Opt-out ist eine weitere Besonderheit in der neuen bAV von Munich Re. Neueintritten bietet der Rückversicherer ein Opt-out-Modell für die arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge an. „Das ist vor allem für jüngere Menschen interessant, die beruflich international viel unterwegs sind und nicht längerfristig bei demselben Arbeitgeber und am selben Standort bleiben wollen“, erklärt Werner Vogt. Hier eröffnet Munich Re neuen Angestellten die Möglichkeit, aus der Altersvorsorge herauszuoptieren, während ein Opt-out aus der Invalidenversorgung und der Hinterbliebenenleistung nicht möglich ist. „Wenn ein Mitarbeiter den Opt-out-Button bei der Altersvorsorge drückt, dann wandeln wir zum Beispiel 100 Euro arbeitgeberfinanzierte Vorsorgeleistung in 80 Euro cash für ihn um“, ergänzt Marco Wombacher. „Er hat aber grundsätzlich die Möglichkeit, Jahre später zu den dann gültigen Konditionen wieder in die Altersvorsorge hineinzuoptieren.“

Im Todesfall eines Beschäftigten erhalten die Hinterbliebenen nun die Altersleistung, die beide Seiten in der Ansparphase vor dem Tod aufgebaut haben, und zusätzlich die Leistung aus einer Hochrechnung. Letztere gewährt der Arbeitgeber im Todesfall während der Aktivenzeit – auch bei zuvor gewähltem Opt-out. Dabei erfolgt die Hochrechnung auf der Basis des letzten Arbeitgeberbeitrags bis zum Alter von 62 Jahren. Die Hochrechnung enthält keine Performance des Index für den berechneten Zeitraum vom Tod des Beschäftigten bis zu dessen rechnerischem 62. Geburtstag.

Die Auszahlung der Hinterbliebenenleistung erfolgt zum beziehungsweise ab Eintritt des Versorgungsfalls. Dabei haben die Hinterbliebenen die Wahl zwischen zwei Auszahlungsformen für die Leistung. Die eine Option ist die Einmalkapitalleistung als Standard, die andere Option ist das Ratenwahlrecht mit fünf bis 15 Jahresraten. „Auch hier spielt für uns der Aspekt eine zentrale Rolle, dass jüngere Familien mit kleinen Kindern im Todesfall einen größeren Kapitalbedarf haben“, sagt Marco Wombacher. „Diesem Umstand wollten wir mit den Kapitalleistungen gerecht werden.“

Rentennahe Jahrgänge verblieben im alten Versorgungswerk

Munich Re schloss 2019 das alte Versorgungswerk und überführte alle Anwärter aus dem Bestand in die neue bAV. Ausgenommen waren die Mitarbeiter, die kurz vor der Rente standen. Sie hat Munich Re nicht mehr auf das neue Modell umgestellt. „Das hat vor allem arbeitsrechtliche Gründe“, sagt Werner Vogt. „Hätten wir die rentennahen Jahrgänge mit in das neue Modell genommen, dann hätte die derzeit volatile Entwicklung an den Finanzmärkten keine positive Rendite für ihr Vorsorgevermögen gebracht. Und die Log-In-Absicherung hätte für diese Jahrgänge nicht mehr wirksam gegriffen.“

Jetzt nehmen sowohl Tarifmitarbeiter als auch Außertarifliche und Leitende Beschäftigte an der neuen bAV teil. In der Vergangenheit war das noch getrennt bei der arbeitgeberfinanzierten bAV. Die Nachfrage nach Entgeltumwandlung ist in München inzwischen deutlich gestiegen. Auch der Vorstand kann an der Entgeltumwandlung des neuen Modells partizipieren.

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