Olaf Stotz, Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School of Finance & Management, kritisiert, dass die Beschäftigten bei der Gestaltung von bAV-Tarifen kaum gefragt werden

Wie ein bAV-Tarif ausgestaltet ist, verhandeln zuerst die Arbeitgeber und die Produktanbieter miteinander. Die Konsumenten, also die Beschäftigten, werden kaum gefragt, in der Regel bevormundet. Ein Fehler, kritisiert Olaf Stotz, Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School of Finance & Management. Der bAV-Experte verweist im Interview mit Guido Birkner darauf, dass die bAV-Industrie den Bedarf und die Mitsprache der Konsumenten zu wenig berücksichtigt

Herr Professor Stotz, die Welt der bAV und des Pensions Managements ringt aktuell um Themen wie Zins, Kapitalanlage und Garantien. Wie schauen Sie aus wissenschaftlicher Sicht auf die Altersvorsorge und die Risiken für Pensionen?

Olaf Stotz: Pensionsrisiken existieren unter mehreren Aspekten. Ich schaue in meinen aktuellen Untersuchungen vor allem auf die ökonomischen Risikofaktoren, die sich aus Pensionszusagen ergeben. Daneben entstehen auch durch die Regulatorik neue Risiken.

Ist der Niedrigzins auch in Ihren Augen die Wurzel allen Übels?

Olaf Stotz: Der Niedrigzins bedeutet nicht nur im Wortlaut eine niedrige Verzinsung auf der Fixed-Income-Seite, vor allem bei Anleihen. Auch Asset-Klassen wie Aktien oder Immobilien bewegen sich derzeit auf einem verhältnismäßig niedrigen Zinsniveau. Deshalb wird es vielen bAV-Einrichtungen in Zukunft noch schwerer fallen, die zugesagten Leistungen mit ihrem jetzigen Pensionskapital zu erfüllen. Ich halte es für eine immer größere Herausforderung für EbAV, in Zukunft auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, um die Pensionsverpflichtungen zu bedienen. Und die Wurzel allen Übels liegt eher bei der Beitragsgarantie. Der Niedrigzins macht hierbei die Garantieproblematik in der bAV nur stärker.

Welche Kennzahlen sollten Unternehmen auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz hinsichtlich der Pensionsrisiken besonders im Blick haben?

Olaf Stotz: Hierbei ist zu unterscheiden, welche Stakeholder-Perspektive Sie einnehmen – Aktionär, Kreditgeber oder Arbeitnehmer. Für den Aktionär sind in erster Linie die Kosten der Pensionszusagen entscheidend und die Frage, welchen Anteil sie am Unternehmenserfolg wegnehmen. Für den Kreditgeber sind es die Ausfallrisiken, also die Gefahr, dass ein Unternehmen sich aufgrund von Pensionszusagen in wirtschaftlich kritischen Phasen seine Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr leisten kann. Und der Arbeitnehmer möchte vor allem seine Pensionszusagen gezahlt bekommen, im Prinzip ist er dadurch ein sehr langfristiger Kreditgeber. In einer Unternehmensbilanz werden diese teils sehr unterschiedlichen Perspektiven in einer Kennzahl, den Pensionsrückstellungen, abgebildet. Diese wird der Komplexität der Pensionsrisiken nicht gerecht. Unsere Untersuchungen zeigen, dass aus der Aktionärsperspektive vor allem Cashflow-bezogene Kennzahlen interessant sind, etwa Pensionsaufwendungen pro EBIT. Diese Risiken scheinen vom Kapitalmarkt nicht immer effizient gepreist zu sein. Aber auch das Zusammenwirken der Aktiv- und Passivseite der Pensionsbilanz ist einen genaueren Blick wert. Auf der Aktivseite spielt beispielsweise die Lohnentwicklung bei der Bestimmung des heutigen Wertes der Pensionsverpflichtung eine Rolle, aber auch der Rechnungszins. Wird die Inflation in beiden Größen unterschiedlich berücksichtigt, wie es aktuell der Fall ist, so können für den Aktionär, aber auch den Kreditgeber, zusätzliche Risikofaktoren entstehen. Durch die Niedrigzinspolitik sind die Realzinsen aktuell negativ, während sich die Lohnentwicklung tendenziell nach der Inflation richtet. Wir haben in meinem Fachbereich ein „Pensionszeugnis“ entwickelt, in dem wir 14 Kennzahlen bewerten und in einen Total Pension Risk Score überführen.

Welchen Ausweg sehen Sie für Pensionskassen angesichts des zementierten Niedrigzinses?

Olaf Stotz: Die Trägerunternehmen einer Pensionskasse sind verpflichtet, deren Defizite auszugleichen. Wenn der Niedrigzins am Kapitalmarkt in der realen Betrachtung über längere Zeit anhält, dann werden Pensionskassen immer größere Schwierigkeiten bekommen, ihre Verpflichtungen ausreichend zu finanzieren. Ich erwarte, dass hier das eine oder andere Unternehmen nachschusspflichtig wird. Heute ist dieses Risiko noch nicht so ausgeprägt, weil viele Pensionskassen in den zurückliegenden guten Jahren Speck in Form stiller Reserven angesammelt haben. Langfristig sehe ich Probleme auf Pensionskassen zukommen, wenn diese ihre stillen Reserven aufgebraucht haben und dann Trägerunternehmen Kapital nachschießen müssen.

Bietet sich ein Ausweg durch Eingriffe in die Regulatorik an?

Olaf Stotz: Der Knackpunkt ist die Frage, wie wir mit der Beitragsgarantie umgehen werden. Viele Pensionseinrichtungen versprechen ihren Mitgliedern immer noch die Beitragsgarantie. Das ist de facto eine Nullverzinsung, die sie heute nicht mehr risikolos, sondern nur unter Eingehen eines gewissen Maßes an Risiko erfüllen können. Jetzt stellt sich die Frage, wie der Gesetzgeber reagieren wird. Dreht er an der Schraube und stellt sich damit der Realität? Erkennt er offiziell an, dass sich die Beitragsgarantie in der Niedrigzinsphase nicht mehr sicher darstellen lässt, und weicht vom 100-prozentigen Garantieniveau ab? Oder – und hiermit kommen wir zur Perspektive der Anwärter und Pensionäre – will man denjenigen, die Teile ihres Entgelts anlegen wollen, die Wahl zwischen Tarifen mit Garantien und Tarifen ohne Garantien lassen? Oder – positiver ausgedrückt – die Wahl zwischen renditearmen und renditestarken Tarifen? Bislang bekommt ein Mitarbeiter vor allem Produkte mit einer Beitragsgarantie vorgesetzt, also tendenziell renditearme Tarife, ohne diese nach seiner persönlichen Risikoeinstellung auswählen zu dürfen. Doch manche Anleger möchten für die Altersvorsorge gern ein höheres Anlagerisiko mit mehr Renditechancen eingehen, weil sie beispielsweise schon ein anderes risikoarmes Anlageprodukt in der Altersvorsorge haben. In der betrieblichen Altersvorsorge lassen sich individuelle Risikopräferenzen nicht widerspiegeln. Wenn der Gesetzgeber die Garantiefrage auch im Sinne des beitragszahlenden Mitarbeiters realisieren möchte, dann sollte dieser ein Wahlrecht bekommen, ob er Beitragsgarantien für sich wünscht oder nicht. Damit hätte die Aufgabe einer verpflichtenden Beitragsgarantie eine sehr positive Auswirkung sowohl auf die Beitragszahler als auch für die Unternehmen selbst.

Wie sollte ein betriebliches Vorsorgeprodukt aus Ihrer Sicht aussehen?

Olaf Stotz: Idealerweise sollte ein Beschäftigter immer die Wahl zwischen mindestens zwei Vorsorgeprodukten haben – einem Produkt mit Beitragsgarantie und einem ohne Beitragsgarantie. Dann hat er die Möglichkeit, die beiden Produkte und das Risikolevel für sich so zu konfigurieren, wie er es möchte. Heute ist diese Wahlfreiheit in unserer Produktwelt nicht möglich. Die nächste Frage lautet dann, welche Beitragsgarantie individuell das geeignete Level wäre. Ob das 90 Prozent, 80 Prozent oder weniger sind, hängt unter anderem von der Risikoeinstellung und vom Alter der Person ab, die einzahlt. Auch eine Nullgarantie sollte möglich sein, um alle persönlichen Präferenzen in der bAV umzusetzen. Heute bin ich als Mitarbeiter aufgrund der Beitragsgarantie gezwungen, ein niedrig verzinstes Produkt in mein bAV-Portfolio zu nehmen, wenn ich vorsorgen will. Diese Situation ändert sich auch bei einer 90-prozentigen Garantie nicht wesentlich. Die Regulierung schränkt meine persönlichen Freiheitsgrade in der Kapitalanlage und in der Risikogewichtung ein. Durch einen höheren Freiheitsgrad würde gerade für junge Menschen mit einem jahrzehntelangen Zeithorizont für die Kapitalanlage ein höherer Nutzengewinn entstehen, und die Kosten für die Altersvorsorge könnten sogar deutlich sinken.

Sie denken in Richtung reiner Defined-Contribution-Pläne?

Olaf Stotz: Die USA kennen solche DC-Pläne bereits seit langem, auch mit Wahlmöglichkeiten. Der Anleger dort bekommt verschiedene Anlagemöglichkeiten mit unterschiedlichen Risikoaspekten und kann wählen. Auch in Deutschland brauchen wir solche Auswahlmöglichkeiten. Stellen Sie sich vor, in Deutschland könnten die Menschen nur ein einziges Automodell kaufen – undenkbar! Hier kann der Gesetzgeber einen hohen Nutzen stiften, ohne dass das viel kostet.

Noch einmal zu den Pensionsverpflichtungen. Welchen Grad der Ausfinanzierung empfehlen Sie Unternehmen?

Olaf Stotz: Das hängt davon ab, wie ein Vorstand auf das Pensionsrisiko schaut und welche Stakeholder – Aktionäre, Kreditgeber oder Arbeitnehmer – er vor allem im Auge hat. Mit dem Ausfinanzierungsgrad als Stellschraube kann ich letztlich das Risiko ökonomisch managen. Ein hoher Ausfinanzierungsgrad ist gut für den Kreditgeber oder Mitarbeiter, ein niedriger ist besser für den Aktionär. Diese Stellschraube steht mir nicht zur Verfügung, wenn ich meine Pensionsverpflichtungen von Anfang an zu 100 Prozent ausfinanzieren muss. Dann kann die Finanzierung eines Pensionsversprechens für Aktionäre – wie aktuell – entsprechend teuer werden, denn ich bin als Unternehmen gezwungen, diesen hohen Ausfinanzierungsgrad mit relativ niedrig verzinsten Assets abzubilden. Wenn ich als Vorstand hingegen den Ausfinanzierungsgrad freilassen darf, dann habe ich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für mein Unternehmen und handele mehr im Sinne der Aktionäre. Die Altersvorsorge wird bei einem geringeren Grad der Ausfinanzierung für das Unternehmen tendenziell günstiger, es kann sich bei den Pensionszusagen entsprechend generöser zeigen. Hier muss ein Unternehmen schauen, wie es die Kosten-Nutzen-Aspekte für die Stakeholder gestalten will. Jedes Unternehmen und jede Pensionseinrichtung wird dabei unterschiedliche strategische Ansätze für sich finden. Technologieunternehmen wie die SAP können ihren Beschäftigten gute Pensionen bieten, andere Arbeitgeber wollen oder müssen an dieser Stelle eher sparen.

Lässt sich aus Ihren Untersuchungen ableiten, welche Branche höhere Pensionsrisiken zu tragen hat und welche niedrigere?

Olaf Stotz: Stark wachsende, junge Unternehmen mit Zusagen, die nicht mehr ganz so generös sind wie ältere DB-Pläne, haben im Durchschnitt ein deutlich niedrigeres Risiko als die klassischen Industriebranchen. Zu Letzteren zähle ich Unternehmen, die einen relativ hohen Personalstand haben und lange am Markt etabliert sind, etwa Konsumunternehmen wie beispielsweise die Lufthansa. Dort sind die Pensionsrisiken überproportional hoch, dort wird auch je Mitarbeiter weniger Umsatz generiert. Auch die klassischen Chemieunternehmen tragen überdurchschnittlich hohe Pensionsrisiken. Bei Technologie und Telekommunikation sehe ich eher unterproportionale Pensionsrisiken gegeben.

Welche Strategie hilft aus Ihrer Sicht derzeit am besten für den Umgang mit Pensionsverpflichtungen? Eine LDI-Strategie, eine Asset-only-Betrachtung, ein Cashflow-Driven-Ansatz oder eine andere Ausrichtung?

Olaf Stotz: Ein Liability-Driven-Investment-Ansatz versucht, ein Pensionsrisiko mehr oder weniger aus der Bilanz auszulagern in dem Sinne, dass die Risiken aus Zahlungsverpflichtungen an die Pensionäre reduziert werden. Ein LDI-Ansatz ist sinnvoll, wenn etwa der Vorstand eines Unternehmens mit den Pensionsrisiken möglichst wenig zu tun haben will. In der aktuellen Marktphase ist ein LDI-Ansatz aber ein teures Risikomanagement, denn dann investiere ich wieder in tendenziell niedrig verzinste Anlagen. Ich habe also auf der einen Seite ein niedrigeres Risiko, das für mich auf der anderen Seite auch hohe Kosten verursachen kann, insbesondere dann, wenn die Laufzeit der Liabilities höher als die der Anlagen ist. Ökonomisch betrachtet, ist die Pensionszusage ein Teil des Gehalts. Das ist ein operatives Business, und aus meiner Sicht sollte ein Unternehmen diesen Bereich aktiv steuern, um die Kosten der Altersvorsorge zu reduzieren. Ein Vorstand muss sich also entscheiden, wie er die Ressourcen des Unternehmens einsetzen will. Er kann eine Pensionszusage als einen integralen Gehaltsbestandteil und als Motivation für die Mitarbeiter sehen. Dann wird er im Sinne des Unternehmens damit offensiver umgehen und es als Asset sehen, das er dem Mitarbeiter mitgibt. Somit halte ich einen LDI-Ansatz, der außerhalb der Bilanz stattfindet, nicht zu 100 Prozent für optimal. Das Unternehmen beraubt sich dann der Möglichkeit, die betriebliche Altersvorsorge als Managementinstrument offensiver und mit einem größeren Nutzen für die Pensionäre einzusetzen. Auch verpasst es die Chance auf eine aktivere Gestaltung der internen Kommunikation mit den Anwärtern und Betriebsrentnern. Zusammengefasst, empfehle ich Unternehmen mehr Engagement in der betrieblichen Altersversorgung. Einen Cashflow-Driven-Ansatz sehe ich vor allem unter dem Aspekt der Mitarbeitermotivation. Wenn ein Unternehmen zumindest ein Stück weit die Verantwortung für die Altersvorsorge übernehmen will, dann besser innerhalb der Organisation als in der Konstellation, dass ich die Altersvorsorge auslagere.

De-Risking brennt aber vielen Unternehmen unter den Nägeln, gerade bei HGB-Bilanzierung und einer Direktzusage im Rucksack.

Olaf Stotz: De-Risking hat sehr viele Facetten, sowohl auf der Verpflichtungs- als auch auf der Anlageseite. Ein Mittelständler, der in der Vergangenheit einen DB-Plan verabschiedet hat, hat in der HGB-Steuerbilanz hohe Pensionsrückstellung zu bilden. Diese steigen durch den rückläufigen Rechnungszins an, und so ist die Diskussion über den Rechnungszins in Gang gekommen. Jetzt ist der Zeitpunkt für ein De-Risking aus meiner Sicht sehr ungünstig, weil es für die Unternehmen aktuell sehr teuer ist, sich der Pensionsrisiken zu entledigen. Deshalb wiederhole ich noch einmal, was ich vorhin gesagt habe: Der Anleger soll das Risiko seiner Kapitalanlage mitentscheiden. Ich sehe die Chance der De-Risking-Diskussion vor allem darin, von einer Beitragsgarantie wegzukommen, denn diese ist die Ursache von vielen Problemen. Der Anleger sollte mehr Mitsprache in der Produktwahl bekommen. Und dann ist es sinnvoll, wenn der Gesetzgeber klare Rahmenbedingungen – auch in der Risikokommunikation – schafft, wer welche Chancen und Risiken übernehmen möchte bzw. muss. Das kann die Unternehmen einerseits entlasten, andererseits den Anwärtern und Pensionären einen zusätzlichen Nutzen stiften – also eine klassische Win-Win Situation. Mir scheint die Diskussion in der betrieblichen Altersversorgung sehr stark auf Risiken fokussiert zu sein, eine Abwägung zwischen Chancen und Risiken kommt zu kurz.

Wie gelingt es, für die junge Generation eine Rendite zu erzielen in einer Zeit, in der sie nicht mehr von der Zins- oder Garantieseite kommen kann?

Olaf Stotz: Das erfordert mehrere Aspekte. Dazu zählt das Risiko im Gesamtzusammenhang der Altersvorsorge. Das Dreisäulenmodell sorgt grundsätzlich für eine gute Risikoreduzierung. In der ersten Säule mit der gesetzlichen Rentenversicherung haben wir bereits ein sehr risikoarmes Konstrukt, ebenso in der Riester-Rente und in weiten Teilen der betrieblichen Altersversorgung. Warum in allen drei Säulen ein starker Fokus auf geringen Risiken liegt, erschließt sich einem Wissenschaftler nicht. Deshalb sollten wir alle Säulen aus einer integralen Perspektive betrachten und die betriebliche Altersversorgung mit mehr Flexibilität ausgestalten. Die Menschen haben so viele Möglichkeiten, sich zu informieren, deshalb hilft eine Friss-oder-stirb-Lebensversicherung in der bAV, wie sie viele Arbeitgeber aktuell anbieten, nicht weiter. Eine Wahlmöglichkeit ist besser als ein einzelnes, starres Produkt, das hohe Kosten verursacht und keine Rendite erwirtschaftet. Wenn ich über 30, 40 Jahre in Aktien investieren kann, dann ist das Verlustrisiko dabei marginal. Dann brauche ich auch keinen explizite Beitragsgarantie mehr. Zudem ist das Risiko, mit sicherheitsorientierten Anlagen wie Anleihen in den nächsten Jahren Kaufkraft zu verlieren, sehr hoch. Inflation wird davon viel auffressen. Der Gesetzgeber sollte deutlich mehr Offenheit zulassen, als es das Betriebsrentenstärkungsgesetz bislang erlaubt. Dazu zählen die Zulassung der reinen Beitragszusage auf Unternehmensebene und die Befreiung aus dem Tarifvertragszwang. Hier wird mit der Thematik nicht im Sinne des Anlegers umgegangen, sondern im Sinne der Versicherungsbranche.

Sie kritisieren das ganze System der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland, sowohl die Regulatorik als auch die Produktlandschaft.

Olaf Stotz: Die gesamte bAV-Landschaft scheint nicht für den Anleger gemacht, sondern eher für die Anbieter. Ein williger Anleger ist gezwungen, etwas zu nehmen, was er vielleicht gar nicht gebrauchen kann: ein renditearmes Produkt mit hohen Kosten, das niedrige Rentenzahlungen verspricht. Wir reden zu wenig über die Sparer. Das ist eines der größten Defizite. Wir müssen noch stärker mit Verbrauchern in Kontakt treten, um deren Bedürfnisse zu erfahren. Die Regulatorik sollte diese Bedürfnisse in Rahmenbedingungen übersetzen, die im Interesse des Verbrauchers sind. Wir müssen dabei auch an die vielen Verbraucher denken, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind, auch die brauchen eine Stimme in dem gesamten Prozess.

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