Die Gehring Group landet auf dem dritten Platz beim Deutschen bAV-Preis in der Kategorie kleine und mittlere Unternehmen.

Der Arbeitsmarkt ist aus Arbeitgebersicht auch im westlichen Ruhrgebiet dünn. „Wir hatten im vergangenen Jahr große Schwierigkeiten, Bewerber zu finden, die in Sachen Motivation und Arbeitsqualität unseren Ansprüchen entsprachen“, sagt Nils Gehring, Geschäftsführer der Gehring Group GmbH. Der Archivierungsdienstleister mit Sitz in Oberhausen beschäftigt aktuell 45 Mitarbeiter. Dank des schnellen Wachstums im Kerngeschäft konnte das Unternehmen seine Belegschaft im Jahr 2020 fast verdoppeln. Dabei half dem Betrieb, dass sich der Arbeitsmarkt infolge der Corona-Pandemie veränderte und dass sich wieder mehr Jobsuchende erreichen ließen. „Uns helfen kurze Beschäftigungsverhältnisse nicht weiter, weil wir unseren Kunden immer eine Null-Fehler-Qualität bieten wollen“, sagt Gehring. „Dafür brauchen wir Kollegen, die zuverlässig sind und langfristig bei uns bleiben wollen.“

Die Wurzeln des Familienunternehmens gehen bis in die 1950er Jahre zurück. Vor 25 Jahren startete der Betrieb als Dienstleister für Aktenlagerung. Heute ist die Gehring Group Experte für Archivlogistik mit der physischen Aufbewahrung von Akten in eigenen Hochsicherheitslagern, mit der Digitalisierung von Akten und dem Aufbau hybrider Archive. Zudem entwickelt die Firma selbst Software zur Archivierung, Lagerung und Digitalisierung. 2020 kooperierte Gehring erstmals mit einem Vermittler von Arbeitskräften mit Einschränkungen und stellte dabei sieben neue Kräfte ein. „Inzwischen haben wir eine Inklusionsabteilung aufgebaut, in der Menschen mit und ohne Einschränkungen zusammenarbeiten“, sagt Nils Gehring.

Stufenmodell für bAV-Zuschüsse

Um sich in der Region Oberhausen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, bietet der inhabergeführte Betrieb allen Mitarbeitern seit 2020 ein neues Versorgungssystem über die R + V Versicherung an. Es umfasst eine betriebliche Altersversorgung, eine betriebliche Krankenversicherung und eine betriebliche Unfallversicherung. Die neue bAV ergänzt ein bereits bestehendes Betriebsrentenangebot. Im Rahmen der Entgeltumwandlung reicht der Arbeitgeber nicht nur die 15-prozentige Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen laut Betriebsrentenstärkungsgesetz an die Arbeitnehmer weiter, sondern stockt den eigenen Beitrag schon in der Vergangenheit auf 20 Prozent und inzwischen im neuen Modell sogar auf 25 Prozent auf.

Dieses vierstufige Zuschussmodell für die bAV sieht Gehring vor, so dass der Arbeitgeber Mitarbeitern im Rahmen der Entgeltumwandlung ab dem zehnten Jahr ihrer Betriebszugehörigkeit das umgewandelte Entgelt in gleicher Höhe matcht. „Wir wollen unseren Beschäftigten zeigen, dass es sich für sie in klingender Münze lohnt, bei uns zu bleiben“, sagt Nils Gehring. Auch die langjährigen Bestandsmitarbeiter, die noch über das ältere Versorgungswerk versichert sind, kommen bei den Zuschüssen in den Genuss den Stufenmodells. Heute hat rund die Hälfte der Belegschaft einen bAV-Vertrag in der Tasche. „Ich erwarte, dass weitere jüngere Kollegen nach dem Ende ihrer Probezeit nachziehen werden“, sagt Nils Gehring.

Quelle: Gehring Group

Die private betriebliche Krankenversicherung als zweiter Baustein – komplett arbeitgeberfinanziert wie auch die Unfallversicherung – gewährt Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung, Zahnzusatz und Auslandskrankenversicherung. Da sich die Mitarbeiter keiner Gesundheitsprüfung für die Aufnahme in die Zusatzversicherung unterziehen müssen, ist das Angebot vor allem für Beschäftige im mittleren und höheren Alter attraktiv. Mögliche Vorerkrankungen sind ebenfalls durch den Tarif abgedeckt. „Mit dem Versorgungssystem wollen wir uns auch von unseren direkten Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt abheben“, so der Geschäftsführer. „Wir zahlen bereits Entgelte, die oberhalb des Tarifvertrags für die Logistikbranche liegen, und legen jetzt mit dem Versorgungssystem und ab dem nächsten Jahr mit einem betriebseigenen Kindergarten noch einmal nach.“

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