Laut GDV haben die deutschen Lebensversicherer die Zahl der Verträge und die Beitragseinnahmen in der bAV im Jahr 2020 trotz Corona gesteigert

Die deutschen Lebensversicherer haben 2020 ungeachtet der Corona-Krise in der betrieblichen Altersversorgung die Zahl der Verträge um 0,8 Prozent auf über 16,4 Millionen gesteigert. Gleichzeitig stiegen die Beitragseinnahmen ebenfalls leicht um 1,0 Prozent auf knapp 19,2 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft berichtet. Damit hielt die bAV einen Anteil von 19,0 Prozent an allen Verträgen der Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds. Gemessen an den Bestandsbeiträgen, betrug der Anteil sogar 23,6 Prozent.

„Die betriebliche Altersversorgung hat noch Wachstumspotenzial – in den vergangenen Jahren ist die Beschäftigung deutlich stärker gestiegen als die Zahl der Menschen mit einer bAV“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „Die nächste Bundesregierung sollte daher den gesetzlichen Rahmen für die geförderte Altersvorsorge insgesamt anpassen, um flexiblere Garantien und damit eine chancenreichere Kapitalanlage zu ermöglichen.“

Direkt- und Rückdeckungsversicherungen wachsen weiter

Der Bestand an Direktversicherungen wuchs 2020 laut GDV um 0,9 Prozent auf rund 8,6 Millionen Verträge. Zugleich stieg der laufende Beitrag für ein Jahr auf 8,3 Milliarden Euro nach 8,2 Milliarden Euro im Vorjahr. In den Jahren seit dem Inkrafttreten des Betriebsrentengesetzes 1974 konnte sich die Anzahl an Direktversicherungen laut GDV mehr als vervierfachen. Im selben Zeitraum legte die versicherte Summe von 7,1 Milliarden Euro auf 250,0 Milliarden Euro zu. Weiter wiesen die Lebensversicherer Ende 2020 einen Bestand von 3,6 Millionen Rückdeckungsversicherungen (zum Beispiel für die Rückdeckung von Direktzusagen oder Unterstützungskassen; plus 1,8 Prozent) mit einer versicherten Summe bzw. kapitalisierten Jahresrente von 121,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 119,8 Milliarden Euro; plus 1,6 Prozent) und einem laufenden Beitrag für ein Jahr in Höhe von gut 4,8 Milliarden Euro (plus 2,1 Prozent) auf.

Im Jahr 2020 begannen 94.000 Personen nach Angaben des GDV eine bAV über Pensionskassen und Pensionsfonds neu (Vorjahr: 152.000; –38 Prozent). Davon entfielen 51.000 auf die Pensionskassen. Der Gesamtbestand an Pensionskassenverträgen ging im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent auf 3,6 Millionen mit einer Versicherungssumme bzw. kapitalisierten Jahresrente in Höhe von 61,4 Milliarden Euro (–2,4 Prozent) zurück. Der laufende Beitrag für ein Jahr zum Ende 2020 betrug 2,2 Milliarden Euro – ein Minus von 4,8 Prozent. Von diesem Bestand entfielen 95,5 Prozent auf Pensionsversicherungen, die sich in der Anwartschaftsphase befinden. Die gebuchten Bruttobeiträge (ohne Beiträge aus RfB) der Pensionskassen gingen um 4,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurück.

Der Bestand an Kapitalanlagen der Pensionskassen stieg von 49 Milliarden Euro zum Ende 2019 auf 51,8 Milliarden Euro zum Ende 2020 – ein Plus von 5,7 Prozent, wie der GDV berichtet. Hinzu kommen 1,7 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Pensionskassenpolicen (plus 0,6 Prozent). Die Bruttoneuanlage sank auf 8,8 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr noch 14,7 Milliarden Euro betragen hatte – ein Minus von knapp 40 Prozent.

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