EIOPA warnt vor Betriebsrentenkürzungen infolge der COVID-19-Pandemie

Die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA warnt in ihrem „2020 Consumer Trends Report“ vor neuen Risiken für die betriebliche Altersversorgung in der Phase des Abbaus von Pensionsvermögen. Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie drohen in vielen EU-Ländern Leistungskürzungen bei Pensionen. Bedroht sind demnach vor allem Renten aus Defined-Benefit(DB)-Plänen, wenn es den Versorgungseinrichtungen und Trägerunternehmen nicht gelingt, den Erschütterungen im Markt wirksam standzuhalten. Zudem warnt EIOPA bAV-Anwärter davor, sich für Kapitalauszahlungen in der Leistungsphase oder für den vorzeitigen Zugriff auf ihr Betriebsrentenkapital statt monatlicher Rentenzahlungen zu entscheiden – und damit ihre finanzielle Absicherung im Rentenalter zu gefährden.

Rückläufige Beitragszahlungen

Der Bericht verweist auf eine vermehrte Anzahl von Fällen aus dem vergangenen Jahr auf, in denen die Beitragszahlungen zu DB-Plänen stark zurückgingen oder gar ausblieben. In der Regel waren die Beitragszahler nicht mehr in der Lage, die Beiträge in voller Höhe zu leisten – Arbeitgeber oft wegen des Einbruchs ihres Geschäfts, Arbeitnehmer häufig wegen des Verlusts des Arbeitsplatzes.

Die Aufsichtsbehörde berichtet weiter davon, dass sich der Kapitalaufbau in DB-Plänen deutlich verlangsamt. Ursachen waren zum einen die Erschütterungen im Markt, zum anderen das Niedrigzinsumfeld und – daraus resultierend – geringe Renditen aus dem eigenen Asset-Management.

Digitalisierung – Chancen und Risiken für EbAV, Trägerunternehmen und Betriebsrentner

Im vergangenen Jahr hat die Digitalisierung in vielen Unternehmen deutliche Fortschritte gemacht. Der plötzliche Schwenk hin zu digitalen Kanälen in der Phase des ersten Lockdowns förderte eine Reihe von Innovationen im Versicherungsbereich und in der Digitalisierung zutage. Davon profitierten Versicherer, EbAV wie Pensionskassen und Pensionsfonds, Intermediäre und Kunden. Doch Kunden, die im Umgang mit digitaler Technik noch unsicher sind, sind auch anfällig für Gefahren, die damit verbunden sind. Entsprechend weist der EIOPA-Bericht auf verstärkte Betrugsrisiken hin, denen Beschäftigte, EbAVs und Trägerunternehmen ausgesetzt sind.

Trotz aller Risiken stellt die europäische Aufsichtsbehörde fest, dass EbAVs trotz der Pandemiekrise ihre Geschäftstätigkeit in der Regel fortführen konnten. Allerdings sieht sie eine verschärfte Risikolage für den Fall, dass die Pandemie und die damit verbundene Krise noch über einen langen Zeitraum fortdauern werden.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »
Alles Wichtige für institutionelle Investoren - Kompetent und unabhängig - Jede Woche neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN »