Das Thema Betriebsrente kommt im Wahlkampf zu kurz, beklagt die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge aba.

Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge – kurz aba – beklagt, dass das Thema betriebliche Altersvorsorge im aktuellen Bundestagswahlkampf kaum vorkommt. „Bis auf Ausnahmen ist lediglich vom weiteren Ausbau der gesetzlichen Rente zu lesen“, erklärt Dr. Georg Thurnes, Vorstandsvorsitzender der aba Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. in Berlin. „Dies zielt auf die immer größer werdende Wählergruppe der Älteren und ist wenig generationengerecht. Auch in den Wahlprogrammen sehe ich keine erfolgversprechenden Vorschläge, wie unser Drei-Säulen-System zukunftsfit gemacht werden soll.“

Laut Thurnes ist die Kombination aus niedrigen Zinsen und nicht abänderbaren Garantieversprechen Gift für die Altersvorsorge. So stützten die niedrigen Zinsen zwar die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und damit Erwerbstätigkeit und Einkommen, was auch die Altersvorsorge erleichtere und teilweise erst ermögliche. Allerdings werden Sparbeiträge niedriger verzinst, wodurch das Kapital langsamer oder gar nicht wachse. „Zudem werden die Versorgungswerke vom Gesetzgeber gezwungen, Garantiekomponenten in die Versorgungssysteme einzubauen bzw. beizubehalten, die das Investieren größtenteils in ertragreiche Anlagen weitgehend verhindert“, erläutert Thurnes.

Zukunft der Betriebsrente: Reine Beitragszusage

Für Thurnes ist die reine Beitragszusage die Lösung. „Wir brauchen hierzu die reine Beitragszusage aber in der Breite. Dafür muss man sie jedoch auch auf der betriebliche Ebene zulassen und darf ihr nicht alternativlos das Korsett des Tarifvertrages anlegen. Der unbedingte Tarifvorbehalt muss fallen!“, fordert er. „Bereits erteilte Zusagen müssen zudem für die Zukunft abänderbar sein, auch unter Nutzung der reinen Beitragszusage. Dabei geht es nicht um Kürzungen schon erdienter Versorgungsanteile, also um Betriebsrentenkürzungen. Es geht darum, die Betriebsrente in der aktuellen und perspektivischen Niedrigzinswelt chancenreicher und generationengerechter zu gestalten. Im Interesse aller Beteiligten muss es möglich werden, kontraproduktive Garantien herunterzufahren und Versorgungsaufwand gerechter zu verteilen.“ Thurnes fordert hierbei ein aktives Handeln der Bundesregierung.

Georg Thurnes Quelle: aba

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