BMAS-Trägerbefragung: über 21 Millionen bAV-Anwartschaften bis Ende 2019

Zum neuen Jahr gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die neue Studie „Arbeitgeber- und Trägerbefragung zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung“ heraus. Demnach existierten im Dezember 2019 insgesamt über 21 Millionen aktive Anwartschaften auf eine bAV in Deutschland. Das bedeutet im Vergleich zur Befragung von 2017 einen Zuwachs um 509.000 oder 2,5 Prozent. Diese Werte enthalten keine Mehrfachanwartschaften innerhalb der einzelnen Durchführungswege.

Die Studienautoren haben auch die Anzahl der Anwartschaften errechnet, die nicht die Mehrfachanwartschaften zwischen den verschiedenen Durchführungswegen und zwischen der bAV der Privatwirtschaft und der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst enthalten. Demnach legte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einer Anwartschaft auf eine bAV von knapp 17,8 Millionen im Dezember 2017 um 2,3 Prozent auf fast 18,2 Millionen im Dezember 2019 zu. Dieser Zuwachs relativiert sich beim Blick auf die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die stieg im selben Zeitraum um 3,5 Prozent von 32,6 Millionen auf knapp 33,8 Millionen. In der Konsequenz ging der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit einer Anwartschaft auf eine bAV von 2017 (54,6 Prozent) bis 2019 (53,9 Prozent) um 0,7 Prozentpunkte zurück.

bAV nach Durchführungswegen

Unterschiedlich haben sich die einzelnen Durchführungswege bei den Anwartschaften entwickelt. So ging die Zahl der aktiven Anwartschaften bei Pensionskassen von gut 4,8 Millionen im Jahr 2017 auf über 4,7 Millionen im Jahr 2019 um 64.000 oder 1,3 Prozent zurück. Hingegen kletterte die Zahl der Anwartschaften über Pensionsfonds bis 2019 von 462.000 auf 526.000. Prozentual am kräftigsten legten Direktversicherungen als dritter externer Durchführungsweg der bAV in der Privatwirtschaft zu. Hier stieg die Zahl der Anwartschaften von gut 4,9 Millionen im Jahr 2017 auf knapp 5,2 Millionen im Jahr 2019 um 262.000 oder 5,3 Prozent.

Einen leichten Zuwachs um 14.000 oder 0,3 Prozent wiesen die Anwartschaften in den internen Durchführungswegen der bAV der Privatwirtschaft auf, also bei Direktzusagen und Unterstützungskassen. Konkret erhöhte sich die Zahl der aktiven Anwartschaften bei diesen Durchführungswegen von über 4,7 Millionen im Jahr 2017 auf fast 4,75 Millionen im Jahr 2019. Kräftiger fielen die Zuwächse in der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst mit 233.000 oder 4,2 Prozent aus. Ende 2019 betrug die Zahl der aktiven Anwartschaften über 5,8 Millionen nach knapp 5,6 Millionen zwei Jahre zuvor.

Aktive Anwartschaften

Beschäftigte mit aktiven Anwartschaften auf eine bAV machten zum Jahresende 2019 mit knapp 16,3 Millionen einen Anteil von 51 Prozent an allen Beschäftigten aus. Umgekehrt betrug der Anteil der Betriebe mit bAV 45 Prozent Ende 2019. Dabei lag der entsprechende Anteil in den alten Ländern mit 46 Prozent höher als in den neuen Ländern mit 42 Prozent. Auf der Ebene der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Differenz zwischen den alten Ländern (53 Prozent) und den neuen Ländern (44 Prozent) noch größer.

Die Marktdurchdringung der bAV ist bei den Betrieben ab 20 Mitarbeitern mit mindestens 88 Prozent weiterhin sehr hoch. Jedoch bleibt der Verbreitungsgrad in den Kleinstbetrieben mit bis zu vier Mitarbeitern mit 27 Prozent nach wie vor gering. In den Branchen Kredit und Versicherungen (88 Prozent), Bergbau, Steine, Energie, Wasser und Abfall (70 Prozent), Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (68 Prozent) und Erziehung sowie Unterricht (67 Prozent) sind die Anteile der Arbeitnehmer mit aktiven bAV-Anwartschaften Ende 2019 am höchsten. Die geringsten Vergleichswerte weisen das Gastgewerbe (18 Prozent) und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (23 Prozent) auf.

Entgeltumwandlung und Beitragshöhe

Die Entgeltumwandlung findet sich vor allem in den Anwartschaften über Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen. Die entsprechenden Anteile der aktiv Versicherten mit Entgeltumwandlung betrugen Ende 2019 bei Pensionskassen 44 Prozent, bei Pensionsfonds 58 Prozent und bei Direktversicherungen 61 Prozent. Die Höhe der Beiträge je aktiv Versicherten – hier sind Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zusammengefasst – betrug im Dezember 2019 bei Pensionskassen im Durchschnitt 90 Euro pro Monat, bei Pensionsfonds 108 Euro und bei Direktversicherungen 106 Euro. Wesentlich höher fallen die Beiträge bei öffentlichen Zusatzversorgungseinrichtungen mit durchschnittlich 224 Euro aus..

Mehr als zwei Drittel der Betriebsstätten führen eine Kombination aus arbeitgeber- und arbeitnehmerfinanzierter bAV durch (68 Prozent). Die ausschließlich arbeitgeberfinanzierte bAV weist einen Anteil von 24 Prozent, rein arbeitnehmerfinanzierte bAV-Formen einen Anteil von 20 Prozent auf. In den westdeutschen Ländern betrug der Anteil der mischfinanzierten bAV 70 Prozent, in Ostdeutschland 58 Prozent.

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