Société Générale, die Raiffeisen Bank International und die ungarische OTP Bank Nyrt gehören zu den europäischen Instituten mit dem größten Exposure in Russland. In einem extremen Szenario könnte Moskau die Banken enteignen, berichtet S&P Global Market Intelligence.

Ausländische Banken in Russland prüfen zurzeit, wie groß der Schaden wäre, sollte der Kreml als Reaktion auf westliche Sanktionen Assets enteignen, berichtet S&P Global. Die größten europäischen Institute in dem Land sind die französische Bankengruppe Société Générale SA, die österreichische Raiffeisen Bank International AG und die ungarische OTP Bank Nyrt. Alle drei versicherten in den letzten Tagen ihren Anlegern sowie Analysten, dass sie den potenziellen Verlust ihrer russischen Assets ohne nennenswerte Bedrohung ihrer finanziellen Stabilität auffangen könnten.

Die SocGen hat von allen europäischen Großbanken mit mehr als 500 Standorten die meisten Niederlassungen in Russland. Die Bank gab an, sie verfüge über ausreichend Kapital, um “die Folgen eines möglichen Extremszenarios aufzufangen, in dem der Gruppe die Eigentumsrechte an ihren Bankaktiva in Russland entzogen würden”.

Auch die Österreicher fürchten um Vermögenswerte in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Für eine finale Beurteilung der Lage sei es aber noch zu früh, sagte der CEO Johann Strobl gegenüber Investoren. Man müsse erst abwarten, bis sich die Wogen glätten.

Mehr und mehr Finanzinstitute haben angekündigt, ihre Russland-Aktivitäten einzustellen. Den ersten Schritt machten Goldman Sachs und JPMorgan. Auch Citigroup – die US-Bank mit dem größten Exposure in dem Land – und Deutsche Bank folgten nach etwas Zögern dem Schritt.

Kreml droht auch anderen Unternehmen

Die Drohungen aus Moskau betreffen  nicht nur den Finanzsektor. Der Kreml drohte zuletzt allen westlichen Firmen, die wegen des Ukraine-Krieges ihr Geschäft in Russland aussetzen, mit “heftigen Konsequenzen”. So sollen einem Bericht des “Wall Street Journal” zufolge unter anderem Coca-Cola, McDonald’s, Procter & Gamble und IBM vor der Beschlagnahmung von Vermögen und Festnahmen von Verantwortlichen gewarnt worden sein.

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