Der für seinen aktiven Aktienansatz bekannte Asset Manager Schroders muss sich an das neue Marktumfeld mit hoher Inflation und steigenden Zinsen anpassen. dpn hat mit dem Leiter des institutionellen Geschäfts, Carlos Böhles, über diese Veränderungen gesprochen – und über die Chancen, die sich daraus ergeben.

 

Carlos Böhles, Head of Institutional Business Germany/Austria, Schroders

Carlos Böhles, Head of Institutional Business Germany/Austria, Schroders

Herr Böhles, seit Ende 2011 leiten Sie das institutionelle Geschäft bei Schroders. Hat sich das Anlageverhalten Ihrer Kunden im laufenden Jahr verändert?

Die Coronakrise sowie der Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen haben zu tektonischen Veränderungen an den Kapitalmärkten geführt. So haben die Zentralbanken das Ende des Regimes der günstigen Liquidität eingeläutet und die Zinsen angehoben. Das führt zu Veränderungen in der Anlagestrategie institutioneller Investoren. Als Folge dessen haben viele ihre Anlageaktivität pausiert. Die Investoren überlegen, was dieses neue Marktumfeld mit höheren Inflationsraten und höheren Zinsen für die Portfolios bedeutet, wie sie bisher aufgestellt waren und wie die Portfolios künftig neu kalibriert werden müssen.

Wie geht Schroders mit diesen Veränderungen um?

Wir erhöhen die Variabilität unserer Angebotspalette an Anlagelösungen. Wir sind zwar als aktives Aktienhaus bekannt geworden, haben aber in der jüngeren Vergangenheit den Bereich Private Assets stark ausgebaut. So haben wir beispielsweise ein neues Team für Immobilienfinanzierungen aufgebaut. Das ist ein interessanter Wachstumsmarkt, weil sich die Banken aus bilanziellen Gründen teilweise aus der Kreditvergabe zurückgezogen haben.

Sie ersetzen also die Banken?

Wir sind immer auf der Suche nach Ineffizienzen. Dislokationen entstehen, wenn der Bedarf an Finanzierungen das Angebot deutlich übersteigt. Der Finanzierungsbedarf wird insbesondere bei den Private Assets in Zukunft weiterhin hoch sein – Stichwort: Energiewende. Wenn es einen Überhang an Finanzierungsbedarf gibt, sind Kreditnehmer bereit, eine Prämie zu bezahlen. Dadurch wird es attraktive Renditeprämien für Kapitalgeber für das eingegangene Risiko geben. Solche Dislokationen sind nicht in gleichem Maße bei den liquiden Assets beobachtbar, weil diese effizienter gepreist sind. Daher wird in Bezug auf Private Assets häufig von einer Illiquiditäts- und Komplexitätsprämie gesprochen.

Das vollständige Interview mit Carlos Böhles lesen Sie in der aktuellen dpn.

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