Der Schweizer M&A-Markt wird durch die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten belastet. Es wird vermutet, dass im kommenden Jahr weniger Transaktionen abgewickelt werden.

Aktuell steht die Wirtschaft vor Herausforderungen. Zu diesen zählen hohe und potentiell weiter steigende Inflationszahlen, Zinserhöhungen, anhaltende Lieferkettenengpässe und geopolitische Konflikte. Auch zeichnet sich eine Trendwende bei den Kaufpreisen ab.

Anders als oft vermutet treiben nicht solche Umbruchszeiten die M&A-Aktivität an, sondern die Aussicht auf wirtschaftliche Stabilität und Prosperität. Dies geht aus dem aktuellen Oaklins M&A-Index hervor. Wie dieser aufzeigt, liegt der Wert deutlich unter dem Allzeithoch von Anfang 2022. Die rund 100 von Oaklins befragten M&A-Experten und Entscheidungsträger der Schweizer Wirtschaft gehen in den kommenden zwölf Monaten deshalb von weniger Akquisitionen und Firmenzusammenschlüssen aus.

Dr. Jürger Stucker, Studienautor und Partner bei Oaklins Switzerland, sagt: „Allerdings dürfte sich der anhaltende Trend zu mehr M&A-Transaktionen nicht komplett abkühlen und sich das längerfristige Wachstum mindestens im Gleichschritt mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum entwickeln“.

Vor allem die Zuversicht in die Schweizer Konjunktur leidet unter dem herausfordernden Umfeld. Noch immer gehen allerdings 31 Prozent der Befragten von einer eher guten oder guten Konjunktur aus – zu Beginn der Pandemie lag dieser Wert bei nur 2 Prozent.

„Nicht zuletzt wegen der zwei Jahre dauernden Pandemie sind sie fit und agil, so dass die Zuversicht vergleichsweise hoch bleibt“, sagt Dr. Martin Moser, Partner bei Bratschi Rechtsanwälte. In ihrer jeweiligen Branche gehen denn auch 43 Prozent der Teilnehmenden von einer hohen oder eher hohen M&A-Aktivität aus. 28 Prozent können es sich vorstellen, in den kommenden Monaten Unternehmensteile zu verkaufen und ganze 62 Prozent möchten in den nächsten zwölf Monaten zukaufen. Den Fokus legen sie dabei insbesondere auf die Schweiz und den DACH-Raum. Amerikanische Unternehmen haben als Akquisitionsziele ebenfalls an Attraktivität dazugewonnen, während asiatische Firmen weiterhin nur in 5 Prozent als interessante Übernahmekandidaten gelten.

Im Vergleich zu Beginn diesen Jahres erwarten + 9 Prozent der Teilnehmenden, dass die Bedeutung von Sanierungs- und Restrukturierungs-M&A zunehmen wird. Gleichzeitig gehen + 5 Prozent der Befragten im Vergleich zum Anfang des Jahres davon aus, dass Übernahmeziele künftig attraktiver werden sollten.

An finanziellen Mitteln für Akquisitionen mangelt es den befragten Unternehmen nicht: 57 Prozent beurteilen die Verfügbarkeit von Cash als hoch oder eher hoch und mehr als zwei Drittel schätzen auch die Verfügbarkeit von Fremdkapital als hoch oder eher hoch ein. Beide Werte liegen zwar etwas tiefer als vor einem halben Jahr, sprechen aber nach wie vor für ein gutes Finanzierungsumfeld.

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Umstände gehen 38 Prozent von sinkenden Multiples aus, 35 Prozent erwarten stabile Preise. Dieser klare Rückgang auf das Niveau von Januar 2020 könnte ein Hinweis sein, dass die seit einiger Zeit erwartete Trendwende bei den Multiples bevorsteht.

Der Index zeigt die prognostizierte Entwicklung der M&A-Aktivität in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit Beteiligung von Schweizer Unternehmen (Umfrageergebnisse in Punkten).

Der Index zeigt die prognostizierte Entwicklung der M&A-Aktivität in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit Beteiligung von Schweizer Unternehmen (Umfrageergebnisse in Punkten).

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