Dr. Martin-Ulrich Fetzer, Leiter Kapitalanlage der LV 1871, spricht darüber, welche Lehren er bezogen auf das institutionelle Asset Management bis jetzt aus der Corona-Krise zieht.

Im vergangenen Jahr haben Sie den institutional assets AWARDS in der Kategorie Private Equity gewonnen. Wie hat diese Asset-Klasse in der Krise performed und was erwarten Sie für den weiteren Jahresverlauf?

Bei Private Equity Investments findet eine Wertermittlung meistens nur quartalsweise statt. Deshalb werden Wertveränderungen anders als an den Public Equity Märkten nur mit Zeitverzögerung sichtbar. Bei Fund of Fund Investments ist diese Zeitverzögerung sogar noch ausgeprägter. Daher sind in den Performance-Zahlen unserer Fondsmanager bisher keine negativen Auswirkungen der Corona-Krise sichtbar.

Wir sind permanent in sehr engem Austausch mit unseren Fondsmanagern, die zum einen mit den von ihnen investierten Fonds und Unternehmen in sehr engem Kontakt stehen, und die zum anderen über Szenarioanalysen versuchen, die Auswirkungen der Pandemie auf die von ihnen verwalteten Fonds abzuschätzen. Wir gehen in unserem Basisszenario davon aus, dass sich die Wertentwicklung unseres Privat Equity Portfolios sehr ähnlich wie die Performance der Public Equity Märkte in Europa und den USA entwickeln dürften.

Positiv für unsere Kapitalanlage: Wir profitieren bei Private Equity-Beteiligungen, die sich aktuell noch in einer relativ frühen Abrufphase befinden, davon, dass die Zielfondsmanager nun zu niedrigeren Preisen investieren können.

Welche Lehren ziehen Sie bezogen auf das institutionelle Asset Management bis jetzt aus der Corona-Krise?

Zum einen sind wir darin bestätigt worden, dass ein breit diversifiziertes Gesamtportfolio die beste Absicherung gegen krisenhafte Kapitalmarktsituationen ist. Zwar mussten wir Wertverluste vor allem in unseren Aktienportfolien oder bei Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich hinnehmen. Diese Wertverluste konnten wir aber durch Wertzuwächse in unserem qualitativ hochwertigen Rentenportfolio wieder ausgleichen.

Zum anderen waren wir aufgrund unserer Finanzstärke und unserer komfortablen Solvenzsituation nicht gezwungen, prozyklisch renditeorientierte Anlagen wie zum Beispiel Aktien oder Hochzinsanleihen zu verkaufen. Vielmehr konnten wir selektiv Anlagechancen nutzen.

 

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