Die Asset-Management-Tochter der HQ Holding wird Mitte des Jahres vom Markt verschwinden.

Die Schließung der Sparte Asset Management sei zum 30. Juni 2022 geplant. “Die anhaltende Corona-Pandemie führte in Verbindung mit strukturellen Problemstellungen wie der Tatsache, dass die sehr komplexen und erklärungsintensiven Produkte aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz sich online kaum vermitteln lassen, dazu, dass das Start-Up die angepeilten Ziele nicht erreichen konnte”, teilt die HQ Gruppe mit. Die Sparte wurde erst 2018 gegründet.

Da sich kein schnelles Ende der Corona-Krise abzeichne und an etwaige Partnerschaften von HQ hohe Anforderungen gestellt werden, beende die HQ Gruppe nun ihr Engagement. Die Holding hatte erfolglos einen Partner gesucht, der sich in die Gesellschaft einbringt.

HQ Asset Management: Schlechter Startzeitpunkt

“Geschäftsführung und Aufsichtsrat der HQ Holding danken den hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz in einer schwierigen Situation – HQAM hatte einen schlechten Startzeitpunkt, aber kein Performance-Problem”, heißt es weiter.

Das Unternehmen befinde sich in der Abwicklung. Den Mitarbeitern wurde bereits gekündigt, berichtet die F.A.Z. Der Bereich habe nie die kritische Masse erreichen, sagte Stefan Keitel, der Vorstandsvorsitzende der HQ Holding, gegenüber der Zeitung. Eine weitere Finanzspritze der Familie sei keine Option gewesen.

Die HQ Holding gehört zum Family Office der Quandt-Familie. Neben dem Asset Management gehören auch der globale Private Equity Investor HQ Capital und das Multi Family Office HQ Trust zur Gruppe.

Besser dürfte es für HQ Capital ausgehen. Hier gebe es fortgeschrittene Verhandlungen über eine Partnerschaft, berichtet die F.A.Z. weiter. Das Unternehmen ist bereits seit 1989 im Bereich Private Equity aktiv. Im vergangenen Jahr konnte es rund eine Milliarde Dollar netto akquirieren. Die Familie Quandt bleibe in dem Unternehmen engagiert, die Größenordnung sei aber noch unklar.

Kein Risiko für Anleger

Investoren von HQAM müssen sich laut Keitel keine Sorgen um ihre Gelder machen. Fondsbestände werden entweder in andere Produkte überführt oder an die Anleger ausgezahlt.

HQ ist eigenen Angaben zufolge einer der größten Vermögensverwalter in Privatbesitz. Es wurde 1981 als Family Office gegründet. Rund 200 Mitarbeiter unterstützen an den Standorten Bad Homburg, Düsseldorf, New York sowie Hongkong professionelle Investoren, Familien und Einzelpersonen. HQ verwaltet ein Vermögen von mehr als 60 Milliarden Euro, heißt es auf der Unternehmensseite. Schwerpunkt liege dabei auf alternativen Anlagen.

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