Die Software AG – Stiftung (SAGST) als eigenständige und gemeinnützige Förderstiftung ist Großaktionärin der Software AG. Wie die freien Mittel von zurzeit rund 515 Millionen Euro angelegt werden und warum die Investment-Philosophie zunehmend auf die Stiftungszwecke ausgerichtet wird, erläutert Finanzvorstand Markus Ziener.

Wie sieht Ihr Engagement in der Software AG aus?

Unser Gesamt vermögen ist zu einem großen Teil in der Software AG gebunden. Rund 515 Millionen Euro stehen für ein aktives Vermögensmanagement zur Verfügung. Das ist unserer Historie geschuldet. Mit Dividendenauszahlungen in Höhe von 17 Millionen Euro ist die Software AG eine wichtige Ertragssäule, aber langfristig wäre es sicher nicht sinnvoll, rund zwei Drittel des Vermögens in einer Anlage zu bündeln.

Welche Asset-Klassen werden Sie eher ausweiten?

Wir haben vor rund fünf Jahren begonnen, unseren Immobilienbestand auszubauen, und verfolgen diese Strategie weiter. Die SAGST investiert primär in Wohn- und Gewerbeimmobilien mit mehreren Mietern, also beispielsweise Bürogebäude. Unser Ziel ist es, rund 500 Millionen Euro in dieser Asset-Klasse zu halten. Das werden wir in zwei bis drei Jahren erreicht haben. Zurzeit sind rund 350 Millionen Euro in Immobilien investiert, allerdings bauen wir auch selbst, so dass noch nicht der ganze Betrag aktiviert ist. In den Büchern stehen daher 230 Millionen Euro. Unsere Immobilien-Investments sind ausschließlich Direktbeteiligungen, die von unseren beiden Asset Managerinnen betreut werden. Bei Gewerbeimmobilien liegt die Zielrendite bei vier bis sechs Prozent, bei Wohngebäuden bei drei bis vier Prozent. Insgesamt konnten wir im letzten Jahr wegen des günstigen Fremdkapitals 6,5 Prozent Rendite erzielen.

Welche Direktbeteiligungen in Unternehmen verfolgen Sie?

Vor zwei bis drei Jahren hat der Vorstand beschlossen, auf lange Sicht nur noch sogenannte Mission Investments zu tätigen, also Unternehmensbeteiligungen, die unserem Stiftungszweck dienen. Zurzeit sind wir in eine Reihe solcher Beteiligungen mit Beträgen von 200.000 bis drei Millionen Euro investiert. Beteiligungen ohne Satzungsbezug werden wir perspektivisch veräußern.

Wie managen Sie die Kapitalmarktanlagen der Software AG – Stiftung?

Unser Vermögensverwalter ist die Prisma Investment GmbH, die von einem ehemaligen Stiftungsmitarbeiter gegründet wurde und an der wir beteiligt sind. Rund 280 Millionen Euro hat die SAGST in einen Spezialfonds mit Aktien und Renten – hauptsächlich Unternehmensanleihen – investiert. Laut unserer Anlagerichtlinie sollen jeweils 50 Prozent in Aktien beziehungsweise Renten fließen, und zwar nur in Unternehmen, die unserem Stiftungszweck nicht entgegenstehen. Tabak- und Rüstungsindustrie oder auch Investment Banking sind zum Beispiel ausgeschlossen.
Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Performance des Fonds. Das langfristige Ziel von fünf Prozent Rendite schafft die Prisma sehr gut. Auch über die Krise hinweg waren die Kapitalmarktexperten äußerst erfolgreich. Sie haben frühzeitig verkauft und konnten günstig nachkaufen. Wir sind aktuell – mit 39 Prozent Aktien, 34 Prozent Renten und 11 Prozent Gold –wieder fast voll investiert.

Lesen Sie hier mehr über die Software AG – Stiftung und lesen Sie weiter in der neuen dpn-Printausgabe.

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