Mercer untersuchte im “European Asset Allocation Survey 2020” Veränderungen in der Asset Allocation sowie das ESG-Bewusstsein von 927 institutionellen Anlegern aus 12 Ländern.

Bei deutschen institutionellen Investoren, die der Regulierung unterliegen, zeigt sich weiter deutlich der Einfluss des Niedrigzinsumfeldes. Die Allokation in traditionelle Anleihen ist von 45 im Jahr 2019 auf 28 Prozent gesunken. Gewinner waren die Asset-Klassen Immobilien und Alternatives, in die der Bereich Global Growth Fixed Income eingeschlossen ist. Im Immobilienbereich war ein Anstieg um 8 Prozent auf insgesamt 22 Prozent zu beobachten. Der Anteil der Aktien war nahezu konstant zum Vorjahr, heißt es im “European Asset Allocation Survey 2020” weiter.

CTAs bereits stark diversifiziert

Bei deutschen unregulierten Investoren, also CTAs (Contractual Trust Arrangements), zeigte sich laut Mercer indes wenig Veränderung zu 2019. Die Portfolios sind bereits sehr hoch diversifiziert: 35 Prozent der Asset Allocation entfällt auf Aktien, 33 Prozent auf Anleihen und 26 Prozent auf Alternatives. Damit habe sich die Asset Allocation im Vergleich zu 2019 kaum verändert. „Insgesamt hält der Trend an, bei der Asset-Allokation verstärkt auf Alternatives wie Private Equity, Growth Fixed Income, Immobilien und Infrastrukturanlagen zu setzen“, sagt Jeffrey Dissmann, Leiter Investment Consulting bei Mercer Deutschland.

Aktienanteil in Portfolios sinkt

Die Studie zeigt zudem, dass institutionelle Anleger in Europa und Großbritannien weiterhin eine Diversifizierung weg von Aktien verfolgen. Im Schnitt sank der Aktienanteil in diesem Jahr auf 22 Prozent, verglichen mit 25 Prozent im Jahr 2019. Stattdessen versuchen die Anleger, ihre Portfolios zu diversifizieren und sich gegen Marktvolatilitäten zu schützen. So erweitern sie die Allokationen in Growth Fixed Income-Anlagen (+10 Prozent), Real Assets (+4 Prozent) und Private Equity (+6 Prozent).

Obwohl sich einige institutionelle Anleger aus dem Aktienbereich zurückziehen, streben andere eine Diversifizierung in Emerging Markets, Small Caps und Aktien mit geringer Volatilität an. Zudem konzentrieren sich die Anleger verstärkt auf Factor-Investing-Strategien, bei denen sie auf eine ausgewogene oder gezielte Exponierung gegenüber den Faktoren achten, die den Aktienrenditen zugrunde liegen.

Verstärkte Währungsabsicherung

Die Investoren in Europa erhöhen die Währungsabsicherung innerhalb ihrer Aktienportfolios. So sichern 42 Prozent der Anleger über 60 Prozent ihres Fremdwährungs-Engagements in börsennotierten Aktienportfolios ab, gegenüber 26 Prozent im Jahr 2019.

Die Daten für den “European Asset Allocation Survey 2020” hat Mercer erhoben, bevor sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kapitalmärkte in vollem Umfang bemerkbar machten. Es wird jedoch erwartet, dass die Ergebnisse der Studie aufgrund der Rebalancing-Maßnahmen und der erwarteten Markterholung nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

„Die langfristigen Folgen der Covid-19-Pandemie müssen sich erst noch zeigen, denn die Auswirkungen sind auf bestimmte Sektoren und nicht nur auf spezifische Anlageklassen bezogen. Die Mehrheit der institutionellen Anleger setzt zudem auf eine langfristige Mischung strategischer Anlageklassen und nicht vermehrt auf kurzfristige taktische Entscheidungen“, betont Dissmann.

ESG wird wichtiger

Die Studie verdeutlichte zudem, wie stark der Klimawandel inzwischen in den Anlagestrategien der institutionellen Investoren berücksichtigt wird. 54 Prozent der befragten europäischen Investoren berücksichtigen aktiv die Auswirkungen der Klimarisiken bei der Allokation, im Vergleich zu nur 14 Prozent im Jahr 2019. Mit 89 Prozent eine große Mehrheit der institutionellen Anleger berücksichtigt zudem umfassendere ESG-Kriterien als Teil der Anlagestrategie. Dies waren im Vorjahr nur 55 Prozent gewesen.

Im Rahmen der Mercer European Asset Allocation Survey 2020* befragte Mercer 927 institutionelle Anleger in 12 Ländern, die insgesamt ein Vermögen von rund 1,1 Billionen Euro repräsentieren. Die Studie wurde in diesem Jahr zum 18. Mal durchgeführt. Die Daten wurden im vierten Quartal 2019 und Anfang des ersten Quartals 2020 erhoben. Die Auswirkungen der Corona-Krise haben die gesammelten Daten daher nicht beeinflusst. Allerdings betont Mercer, dass sich die Asset-Daten aufgrund der Marktunsicherheit nicht drastisch verändert haben dürften. Denn institutionelle Anleger verfolgen eine langfristige Anlagestrategie.

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