Laut dem BVI sind der Fondsbranche im ersten Halbjahr 2020 netto 37,9 Milliarden Euro neue Gelder zugeflossen.

Damit liegt das Neugeschäft auf gleicher Höhe wie 2018 und 2019. In diesen Jahren erzielten die Fondsgesellschaften jeweils rund 40 Milliarden Euro neue Mittel. Die Zuflüsse im laufenden Jahr entsprechen laut dem Verband rund einem Prozent des von der Branche verwalteten Vermögens. Dies betrug zur Jahresmitte 2020 rund 3.333 Milliarden Euro.

Im Vergleich zum Ende des ersten Quartals (3.139 Milliarden Euro) ist das Vermögen damit um mehr als sechs Prozent gestiegen. Dies lag vor allem an der Erholung an den Börsen. Allerdings liegt das Vermögen noch unter dem Rekordstand vom Jahresbeginn, als die Gesellschaften 3.398 Milliarden Euro verwalteten.

Spezialfonds: Versicherer und Altersvorsorge-Einrichtungen dominieren

Nachdem offene Spezialfonds mit Zuflüssen von 32,7 Milliarden Euro im ersten Quartal den besten Jahresstart seit 2015 erzielt hatten, flossen im April und Mai 2020 rund 2,5 respektive 0,8 Milliarden Euro ab. Im Juni verzeichneten sie aber wieder Zuflüsse von 3,9 Milliarden Euro. Ein Grund für den vorübergehenden Rückgang im Neugeschäft der Spezialfonds war der gestiegene Liquiditätsbedarf institutioneller Investoren in Folge der Corona-Krise.

In den ersten sechs Monaten 2020 flossen Spezialfonds 33,3 Milliarden Euro zu. Das entspricht fast dem Neugeschäft der beiden Vorjahreszeiträume (erstes Halbjahr 2018: +39,2 Milliarden Euro und erstes Halbjahr 2019: +37,7 Milliarden Euro). Bei den Zuflüssen im laufenden Jahr spielen weiterhin Versicherer und Altersvorsorge-Einrichtungen wie Versorgungswerke und  Pensionskassen die Hauptrolle. Sie legten insgesamt 32,4 Milliarden Euro neu in Spezialfonds an.

Beim verwalteten Vermögen der Spezialfonds entfallen 1.172 Milliarden Euro auf diese beiden Gruppen. Das entspricht einem Anteil von 63 Prozent am Gesamtvermögen aller Spezialfonds (1.869 Milliarden Euro).

Publikumsfonds: Starke Zuflüsse im zweiten Quartal

Das Neugeschäft der offenen Publikumsfonds vollzog laut BVI im ersten Halbjahr einen Vorzeichenwechsel. Nach Abflüssen im ersten Quartal von netto 11,4 Milliarden Euro erzielten die Fonds im zweiten Quartal Zuflüsse von 15,7 Milliarden Euro. Die Liste führen Aktienfonds mit 9,8 Milliarden Euro und Mischfonds mit 5,8 Milliarden Euro an.

Beide Fondsgruppen verzeichneten noch im ersten Quartal mit 12,3 Milliarden Euro beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro die höchsten Abflüsse im Bereich der Publikumsfonds. Eine Konstante im Neugeschäft sind indes Immobilienfonds. Ihnen flossen im zweiten Quartal 1,2 Milliarden Euro Neugelder zu, nachdem sie im ersten Quartal 3,9 Milliarden Euro erzielt hatten.

Insgesamt verzeichneten Publikumsfonds von Anfang Januar bis Ende Juni netto 4,3 Milliarden Euro neue Gelder. Dazu steuerten nachhaltige Fonds 7,7 Milliarden Euro bei, während aus nicht nachhaltigen Fonds 3,4 Milliarden Euro abflossen.

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