23.07.2019 | Von Bernhard Raos

Geht’s dem Nashorn gut, profitieren Investoren

Den Investmentbankern gehen die Ideen nicht aus. Nun lanciert eine Großbank die erste Nashorn-Anleihe.

Impact-Investing treibt neue Blüten: Die Schweizer Großbank Credit-Suisse hat sich mit der britischen Conservation Capital und dem Londoner Zoobetreiber zusammengetan und legt eine fünfjährige Anleihe auf, die dem akut bedrohten Schwarzen Nashorn helfen soll. Die Rendite der Anleihe ist an die Nashorn-Population gekoppelt: Nimmt der Bestand entsprechend zu, gibt es einen Coupon für das Investment. Schrumpft die Population, gibt es einen Verlust.

Die Nashorn-Anleihe ist wohl das erste Finanzvehikel, das von Wilderern abhängt. Gelingt es mit den neu eingesammelten Mitteln, die Wilderer im Zaun zu halten, ist Investoren und dem Schwarzen Nashorn geholfen. In den 1970-er Jahren gab es noch über 60‘000 Exemplare, heute sind es nur noch rund 5000. Die Art wird wegen der angeblichen medizinischen Wirkung ihres Horns dezimiert.

Wo genau die Nashörner leben, die von der Anleihe profitieren sollen, wird nicht publiziert. Man will nicht noch mehr Wilderer auf ihre Fährte locken und das Investment so besser schützen.

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