31.07.2019 | Von Bernhard Raos

Fondsmanagement bleibt männlich

Nur jeder zehnte Fondsmanager ist eine Frau. Diese Quote ist seit Jahren kaum verändert.

Die Alpha Female Studie der britischen Finanzplattform Citywire erfasst seit vier Jahren die Frauenquote im Fondsmanagement. Lag dieser Wert im Jahr 2016 bei 10,3 Prozent, stieg er bis 2019 nur unwesentlich auf 10,8 Prozent. Die Studie zeigt auch, dass Frauen eher Nischenfonds managen. Sie verwalten zudem weniger Assets als ihre männlichen Kollegen.

Differenziert man nach der Grösse der Asset Manager, ergeben sich Abweichungen: Bei den Anbietern mit über 100 Fondsmanagern ist der Frauenanteil bei J.P. Morgan Asset Management mit 21 Prozent am höchsten. Der Durchschnittswert beträgt 13 Prozent. Einen Ausreisser nach oben gibt es in der Kategorie von 50 bis 100 Managern. Hier bringt es die italienische Eurizon Capital auf 34 Prozent Frauen, im Vergleich zum Durchschnittswert von 11 Prozent. Auch bei der Gruppe mit 20 bis 50 Portfoliomanagern hat es einen „weiblichen“ Überflieger. OFI Asset Management aus Frankreich beschäftigt 35 Prozent Frauen.

In den beliebtesten Sektoren Aktien-Europa und Aktien-Global kamen im letzten Jahr nur sieben Fonsdmanagerinnen hinzu, während die Männer um 106 zulegten. Trotz der Spitzenwerte bei den mittleren und kleineren Investmentgesellschaften ist die Frauenquote bei den grösseren Häusern insgesamt höher. Die Studienautoren führen dies auf den steigenden öffentlichen Druck zurück, dem die grossen Asset Manager stärker ausgesetzt seien. Auch hätten diese Anbieter mehr Ressourcen zur Verfügung, um eine Änderung zu erwirken.

Artikel teilen