07.05.2019 | Von Olivia Harder

Baillie Gifford eröffnet allererstes Deutschland-Büro

Der schottische Vermögensverwalter Baillie Gifford expandiert erstmalig nach Deutschland und eröffnet hierfür ein Büro in Frankfurt. Im Visier hat das Investmenthaus dabei unter anderem institutionelle Anleger.

Bildquelle: jotily/iStock/GettyImagesPlus

Der erste Expansionsschritt in Deutschland ist getan: Der schottische Asset Manager Baillie Gifford eröffnet eine Niederlassung in Frankfurt am Main. Das geht aus einer heute veröffentlichten Unternehmensmitteilung hervor.

Das Frankfurter Büro wird demnach David Gaschik leiten, der künftig für den Vertrieb in Deutschland und Österreich zuständig sein wird. Zuvor war Gaschik Vertriebsleiter für die Länder Deutschland und Österreich bei First State Investments. Anfang des Jahres wechselte Gaschik dann zu Baillie Gifford. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen schon bald weitere Mitarbeiter unter anderem den Vertrieb auf dem schweizerischen Markt stärken.

Baillie Gifford legt Schwerpunkt auf das deutsche institutionelle Geschäft

Für die Anleger hat Baillie Gifford vorrangig Aktien- und Rentenprodukte im Angebot, bietet aber auch Multi-Asset-Lösungen für institutionelle Investoren an. Dabei verfolgen die Schotten eine dezidierte Anlagestrategie: Sie legen nach eigenen Angaben konsequent langfristig und wachstumsorientiert an – die durchschnittliche Haltedauer von Aktien liegt beispielsweise bei mehr als fünf Jahren. Baillie Gifford versteht sich daher als sogenannter „Actual Investor“, also als einen Investoren, der langfristig in Unternehmen investiert und nach Bedarf auch Know-how zur Verfügung stellt.

Im Rahmen seiner Anlagephilosophie versucht der Asset Manager, frühzeitig Unternehmen mit außerordentlichem Wachstumspotenzial auszumachen und in sie zu investieren. Besonders Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen oder disruptiven Technologien seien daher für Baillie Gifford interessant.

Baillie Gifford verfolgt europäische Expansionsstrategie

Potenzial für die Umsetzung seines Geschäftsmodells sieht der Asset Manager nun speziell in Deutschland: „Meiner Meinung nach ist unser Ansatz nicht nur für Versicherungen und Pensionskassen relevant, sondern für Investoren allgemein, die an disruptive Potenziale von Unternehmen glauben. Eines unserer Ziele ist es, für diesen im Grunde traditionellen Investmentansatz wieder mehr Aufmerksamkeit in Deutschland und Österreich zu schaffen“, zeigt sich David Gaschik zuversichtlich.

Die Eröffnung des ersten Deutschlandbüros soll den Investoren daher nicht nur die Strategie der Schotten näherbringen. Sie steht zudem im Kontext einer europaweiten Wachstumsstrategie: Ihre nach eigenen Angaben starke Marktpräsenz in den Vereinigten Staaten, Asien und Großbritannien wollen die Schotten weiter vorantreiben. Dafür gründete Baillie Gifford bereits im vergangenen März einen neuen Standort in Dublin.

Der schottische Vermögensverwalter Baillie Gifford wurde 1908 in Edinburgh gegründet und besteht als unabhängige, private Partnerschaft. Aktuell verwaltet der Asset Manager nach eigenen Angaben 224 Milliarden Euro (per 31. März 2019).

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