03.01.2020 | Von Antje Schiffler

Rohstoffe: Die meisten Metalle auf Jahressicht im Plus

Anhaltspunkte für eine Trendumkehr bestehen laut Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH, nicht.

Bildquelle:ipopba/iStock/Getty Images Plus

2019 legten Edelmetalle jeweils zweistellig zu: Silber gewann 15 Prozent und lag Ende Dezember 2019 bei 17,86 US-Dollar je Feinunze. Gold beendete das Jahr 2019 mit 1.517 US-Dollar, was einem Plus von 18,1 Prozent auf Jahressicht entspricht. Das Jahreshoch von 1.552 US-Dollar wurde im September 2019 erreicht.

Gold weiter im Aufwärtstrend

Obwohl Gold seitdem seitwärts tendiert, ist der langfristige Aufwärtstrend ungebrochen. „Die ausweglose Situation der Zentralbanken, beziehungsweise ihre daraus abgeleitete Geldpolitik, ist der Grund, warum für Aktien, Immobilien und Gold genug Kapital vorhanden war und ist“, so Siegel. Insofern gebe es keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Trendumkehr.

Palladium-Hausse

Platin und Palladium erlebten ebenfalls ein starkes Jahr, wobei die Preisspanne zwischen beiden Metallen weiter auseinander ging. Platin legte um 21,3 Prozent zu und beendete das Jahr bei 965 US-Dollar pro Feinunze. Palladium beendete das Jahr bei 1.942 US-Dollar, was einem Jahresplus von satten 53,5 Prozent entspricht.

“Grundsätzlich war die Marktenge im Sektor ausschlaggebend für die 2019er Palladium-Hausse. Verstärkend hinzu kamen die wachsende Katalysatoren-Nachfrage, Produktions-Einschränkungen in Südafrika und Spekulationen der Terminmärkte. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis sich die Substitution von Palladium durch das billigere Platin in den Rohstoffpreisen bemerkbar machen wird“, sagt Siegel.

Auch Rohstoff-Aktien profitieren

Im Gegensatz zu 2018 war für die Aktien der Minengesellschaften das vergangene Jahr erfreulich: Nicht zuletzt zum Jahresende trieben Übernahmen die Preise nach oben. “Die Goldaktien stiegen auf Euro-Basis etwa um 45 Prozent, was einem Hebel von zwei auf den Goldpreis entspricht. Im aktuellen Marktumfeld ist das ein sehr positives Ergebnis, das den aktuellen Aufwärtstrend des Gesamtmarkts bestätigt“, sagt Siegel.

Basismetalle gemischt

Zwar verloren Zink (-7,2 Prozent) und Blei unterm Strich an Wert, Aluminium (+0,7 Prozent) und Kupfer (+5,8 Prozent) notierten aber hingegen im Plus. Mit +29,7 Prozent war Nickel das Basismetall mit der stärksten Entwicklung. Auch Brent-Rohöl stieg 2019 deutlich an. Sein Jahres-Schlusskurs von 66 US-Dollar pro Barrel entspricht einem Plus von 20 Prozent. “Die Entwicklung der Basismetalle und des Ölpreises deuten an,  dass die Konjunktur weiterhin recht gut läuft. Unmittelbare Krisen sind nicht in Sicht, insofern stehen die Chancen gut, dass die Preisentwicklung im neuen Jahr 2020 in beiden Bereichen erst einmal stabil bleibt“, sagt Siegel.

 

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