12.04.2019 | Von Olivia Harder

Erheblicher Rückgang des institutionellen Geschäfts der DekaBank

Das war zu erwarten: Die Nettovertriebsleistung des institutionellen Geschäfts der DekaBank ist auf 477 Millionen Euro eingebrochen – das sind knapp 13 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Grund hierfür ist unter anderem die Integration der LBB-Invest.

Das institutionelle Geschäft der DekaBank ist von rund 13,4 Milliarden Euro auf nur noch knapp 0,5 Milliarden Euro geschrumpft. Das mussten die Vorstandsvorsitzenden der DekaBank auf der Bilanzpressekonferenz am vergangenen Dienstag bekannt geben. Der Hauptgrund für diesen Rückgang: Im Rahmen der Integration der LBB-Invest im vergangenen September beendete ein Großkunde ein Einzelmandat – damit fehlte dem Wertpapierhaus in der Bilanz ein Betrag in mittlerer einstelliger Milliardenhöhe.

Zudem ereilte die Deka ähnliche Effekte wie auch andere Marktteilnehmer: Bedingt durch aufgebrauchte Risikobudgets zeigten sich institutionelle Anleger mit ihren Investments im vergangenen Jahr zurückhaltend.

Total Assets im institutionellen Geschäft machen 139 Milliarden Euro aus

In der Gesamtbetrachtung blickt die DekaBank auf ein stabileres Geschäftsjahr 2018. Das Wirtschaftliche Ergebnis verzeichnete mit rund 452 Millionen Euro einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert von etwa 449 Millionen Euro. Die gesamte Nettovertriebsleistung lag mit einem Wert von 11,8 Milliarden Euro zum fünften Mal in Folge im zweistelligen Milliardenbereich, blieb damit jedoch weit unter der Rekordsumme von 2017 – damals belief sich die Leistung auf 25,7 Milliarden Euro.

Die Total Assets der DekaBank-Gruppe lagen 2018 bei rund 276 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um rund 7 Milliarden Euro. Institutionelle Anleger trugen zu diesem Volumen im vergangenen Jahr rund 139 Milliarden Euro bei, was im Vergleich zu 2017 etwa 5 Milliarden Euro weniger sind. Allerdings verzeichneten die Total Assets im institutionellen Bereich in den Jahren 2013 bis 2016 einen stabilen Anstieg. Zum Februar 2019 erholte sich dieser Wert auf 143 Milliarden Euro.

Leichter Anstieg bei den Erträgen der DekaBank

Die Erträge der Deka stiegen von 1,49 Milliarden Euro knapp auf 1,51 Milliarden Euro, das Finanzergebnis sank im Vorjahresvergleich von 159 Millionen Euro auf 131 Millionen Euro. Das liegt besonders an den rückläufigen und im negativen Bereich rangierenden Bankbuchbeständen: Diese lagen zum Ende 2018 bei -141 Millionen Euro (2017: -94 Millionen Euro). Negative Bewertungseffekte aus Wertpapieren im Zuge der Spreadentwicklung im Jahresverlauf hätten dieses Ergebnis eingefahren.

Auf -44 Millionen Euro belief sich das sonstige betriebliche Ergebnis der DekaBank. Das liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von 8 Millionen Euro, weil versicherungsmathematische Verluste bei Pensionsrückstellungen in Höhe von -31 Millionen Euro zu einem Rückgang des Planvermögens führten, erklärte der Deka-Vorstand. Der Rechnungszins bleibt unverändert bei 1,9 Prozent.

Erfreulich gab die DekaBank ihre Ratings bekannt: S&P bewertete die Geschäftsbank mit A+ mit stabilem Ausblick, das kurzfristige Rating liegt bei A-1. Moody’s ratete die Deka mit Aa2 mit stabilem Ausblick und einem kurzfristigen Rating von P-1.

Geschäft mit institutionellen Deka-Kunden soll gestärkt werden

An die Aktionäre schüttete die DekaBank Dividenden in Höhe von 162 Millionen Euro aus, ganze 4,5 Prozent mehr als noch 2017. Auch makroökonomisch zeigt sich die DekaBank positiv gestimmt: Man rechne trotz aktueller „politischer Sonderthemen“ und der noch laufenden „Konjunkturdelle insbesondere in den Industriesektoren“ mit einer Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs. Für das laufende und das folgende Kalenderjahr prognostiziert das Makro-Research der Deka ein jährliches globales Wirtschaftswachstum von rund 3,3 Prozent

Mit Blick auf diese Entwicklungen plane man für 2019, im Rahmen des „Effizienzprogramms“ auch das Geschäft mit institutionellen Kunden „konsequent zu stärken“. Noch befinde man sich aber in der Analysephase, welche Maßnahmen sich zur Steigerung der Effizienz eigneten. Fest stehe allerdings, dass man in den nächsten Jahren im Rahmen dieses Programms bis zu 400 Stellen streichen wolle.

Zusätzlich plant der Deka-Vorstand, rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Geschäfts zu investieren – insbesondere in die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette solle das Kapital fließen. Für 2019 hat sich das Wertpapierhaus eine Gesamtnettovertriebsleistung in zweistelliger Milliardenhöhe auf die Fahnen geschrieben und will außerdem das Wirtschaftliches Ergebnis mindestens auf Vorjahresniveau halten.

Artikel teilen