05.03.2019 | Von Bernhard Raos und Michael Lennert

Dissonanzen um Resonanz Capital

Mehrere Asset Manager kehren Prime Capital den Rücken und gründen eine eigene Firma. Das verursacht Nebengeräusche.

Alternativ-Investments-Team von Prime Capital macht sich selbständig, gründet Resonanz Capital und startet mit Milliardenauftrag – so steht es in einer Pressemeldung der neuen Firma.

Was beim alten Arbeitgeber Prime Capital auf Widerspruch stößt: Denn nicht das Alternative-Investments-Team verlasse das Unternehmen, sondern nur ein Teil davon. Das Alternative Investment Team von Prime Capital bestehe nach wie vor aus den Bereichen Absolute Return, Private Debt und Infrastruktur und habe über 21 Alternative Investment Professionals, die von circa 30 Mitarbeitern in Supportfunktionen (Risk, Operations, IT-Development, Legal et cetera) unterstützt werden. Und man habe als Ersatz bereits zwei erfahrene Spezialisten an Bord geholt und die „Seniorität des Absolute Return-Bereichs erhöht“.

Schmerzen tut der Abgang des Teams um Vincent Weber, Ivon Zonev und Iliyan Iliev allemal, denn die neue Investment Boutique startet mit Beratungsmandaten im Volumen von gut einer Milliarde Euro im Bereich Hedgefonds Advisory. Resonanz Capital will sich auf Hedgefonds-Investments spezialisieren und geht mit First Private Investment aus Frankfurt eine strategische Partnerschaft ein. Letztere soll Vertriebs- und administrative Aufgaben übernehmen. Mittelfristig sei geplant, gemeinsam alternative UCITS-Fonds aufzulegen – mit Resonanz Capital als Fund Avisor und First Private als KVG.

Resonanz Capital legt sich die Latte hoch: Man will ein deutsches Gegengewicht zur angloamerikanisch dominierten Hedgefonds-Branche bilden, geeignete Hedgefonds identifizieren und für institutionelle Anleger aus Europa investierbar machen. Von den rund 6.000 Hedgefonds weltweit halten Weber und sein Team nur etwa 1.000 für „grundsätzlich investierbar“.

Die „richtigen“ Hedgefonds finden

Welchen Mehrwert verspricht Resonanz Capital seinen Kunden? Hedgefonds seien unterschiedlich reguliert und die Daten zu den Einzelfonds weder einheitlich strukturiert noch zentral erfasst. Dies erschwere die Auswahl selbst für versierte institutionelle Investoren. Zudem seien die wirklich erfolgreichen Hedgefonds in Deutschland meist unbekannt. Es handle sich in der Regel um schlanke Einheiten, die intelligent und flexibel agierten und bisher gar nicht um deutsche Kunden werben. Diese Top-Fonds werde man für die Kunden dank eigenen Recherchen, unterstützt durch Machine-Learning, ausfindig machen.

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