01.08.2019 | Von Bernhard Raos

Die hässliche Seite von Batterien

Asset Manager sind vermehrt gefordert, wenn es um SRI-Themen geht. Wie das Beispiel des Metalls Kobalt und das Engagement der Investmentgesellschaft Janus Henderson zeigt.

Bildquelle: Alberto Masnovo/iStock/GettyImagesPlus

In Batterien von Handys, Laptops und Elektroautos ist Kobalt enthalten. Der Bedarf nach dem Metall massiv zulegen; Experten gehen von einer Zunahme von über 200 Prozent bis 2025 aus. Die Metallgewinnung ist jedoch problematisch, liegen doch der Grossteil der Kobaltvorkommen im Kongo, wo es um die Menschenrechte schlecht gestellt ist. Kinderarbeit ist weit verbreitet.

Für Anleger, die auf Sustainable and Responsible Investment (SRI) setzen, ist das eine Herausforderung. Technologische Innovation ist gleichzeitig wichtig, um Nachhaltigkeitsziele im ökologischen und sozialen Bereich zu erreichen. Die von den Vereinten Nationen unterstützten SRI-Prinzipien basieren beim Risikomanagement auf einem Dialog mit Unternehmen, bei denen Kobalt ein Teil der Lieferkette ist. Zudem gibt es einen OECD-Leitfaden zu Konfliktmineralien.

Die britische Investmentgesellschaft Janus Henderson bekennt sich zu diesen Vorgaben und ging noch einen Schritt weiter. Es wurden kongolesische Mitarbeiter einer Hilfsorganisation involviert. Dies führte zu grossen Zweifeln an der Prüfung der Lieferkette. So werden offenbar Kinderarbeiter weggeschickt, sobald sich Auditoren ankündigten. Die Crux ist vor allem auch der Mangel an Alternativen für die Kinder, die in den Minen arbeiten.

Genauer hinschauen

Die lokale Hilfsorganisation empfahl denn auch, eine Tagesbetreuung und Schulunterricht für Kinder anzubieten. Die Familien sollten ihre Kinder ohne finanzielle Nachteile dort hinschicken können. Janus Henderson suchte den Dialog mit Microsoft. Das Tech-Unternehmen gilt als aufgeschlossen für SRI-Themen und hat einen bedeutenden Einfluss auf die Nachfrage nach Kobalt.

Es zeigte sich Nachholbedarf. So konnte Microsoft nicht zurückverfolgen, aus welchen Minen das Kobalt in den eigenen Lieferketten ursprünglich stammte. Dies wurde mittlerweile gemäss den OECD-Leitlinien verbessert. Und Microsoft fördert die nichtstaatliche Organisation Pact, die Unternehmen beim Umgang mit Kinderarbeit in Minen unterstützt. Mit zählbarem Erfolg: Die Zahl der Kinder, die in den kongolesischen Distrikten Manono und Kolwezi in Minen arbeiten, ist um 77 bis 97 Prozent zurückgegangen. Dank finanzieller Hilfen für Familien und Ausbildungseinrichtungen.

Laut Janus Henderson dient dies nicht nur der Reputation von Microsoft. Weil Verantwortung für verbesserte Standards in allen Teilen der Lieferkette übernommen werde, sinke auch das Risiko von Lieferunterbrüchen. Und früher oder später müsse auch die Politik mit einer verbindlichen Regelung für Kobalt reagieren. First Mover sind dann im Vorteil.

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