10.07.2019 | Von Bernhard Raos

9,8 Millionen Euro Pensionszusagen für DAX-Chefs

Die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne müssen in der Pension nicht darben.

Die Bandbreite für die Pensionszusagen der Vorstandsvorsitzenden der 30 DAX-Konzerne reicht von null bis 42 Millionen Euro, der Median liegt bei 9,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von drei Prozent. Diese Angaben liefert die aktuelle Towers-Watson-Studie “Vorstandsversorgung im DAX 2018”.

Die DAX-Konzerne lassen sich die Pensionsvorsorge ihrer Chefs was kosten. Der jährliche Unternehmensaufwand für die Pensionszusage des Vorstandsvorsitzenden betrug im Median 810.000 Euro. Dieser Betrag ist mit 15-18 Prozent ein wesentlicher Anteil des Gesamtvergütungspakets. Laut Towers Watsons bewegt sich die Entwicklung im erwartbaren Rahmen: “Grundsätzlich ist zu erwarten, dass der Wert der Pensionszusagen jedes Jahr steigt, weil die jeweilige Person mit jedem Dienstjahr plangemäss weitere Ansprüche erdient.” Ein steigender Rechnungszins entlaste dabei die Bilanzen.

Vorstände ohne gesetzlichen Rentenanspruch

In der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Tätigkeit als Vorstandsmitglied nicht zwingend berücksichtigt. Es gibt also keinen gesetzlichen Rentenanspruch für Vorstände. Deshalb kennen die meisten Grossunternehmen eine betriebliche Altersversorgung für ihre Chefs. Wobei in der Regel ein jährlicher Altersvorsorgebeitrag zugesagt wird und keine vorab definierte Rentenleistung. Insgesamt geht der Trend in der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland zur Gewährung einer Beitragsgarantie, zuzüglich etwaiger nicht garantierter Überschüsse.

Diese Entwicklung zeigt sich europaweit. In Frankreich erhalten Vorstandsvorsitzende üblicherweise jährliche Altersvorsorgebeiträge von 15- bis 20 Prozent des Gesamtgehalts, in Spanien sind es 15 bis 25 Prozent. Für Heinke Conrads, Leiterin Retirement Deutschland und Österreich bei Towers Watson, ein Beitrag zu mehr Transparenz: “Die Altersversorgung wird zum integralen Bestandteil der Vergütung. Und für die Unternehmen haben beitragsbasierte Pensionszusagen den Vorteil, dass sie eine gute Steuerung der entsprechenden Risiken erlauben.”

Artikel teilen