Rennpferde sind weitaus mehr als nur ein Investment, sie sind für die Besitzer und Besitzertrainer vor allem Leidenschaft und Liebe zum Tier. Marktschätzungen zufolge fährt nur jedes zehnte Rennpferd über Preisgelder die Kosten für den Kauf und den Unterhalt wieder ein. Doch es gibt auch renditeträchtige Erfolgsgeschichten für Besitzer des englischen Vollbluts.

„Wunderstute“, „das schnellste Pferd der Welt“, „ein Sechser im Lotto“: In den Jahren 2011 und 2012 erzielte die Stute Danedream aus der Zucht des niedersächsischen Gestüts Brümmerhof in nationalen und vor allem internationalen Galopprennen eine Gewinnsumme von insgesamt fast 3,8 Millionen Euro. So gewann sie mit dem Prix de l‘Arc de Triomphe in Paris und den King George VI and Queen Elizabeth Stakes in Ascot die bedeutendsten Rennen in Europa.

Ihr damaliger Besitzer, das Gestüt Burg Eberstein im nordbadischen Achern, hatte zuvor das Pferd für nur 9.000 Euro gekauft. Die Rennkarriere von Danedream dauerte wenige Jahre, ehe es für die erfolgreiche Stute in die Zucht ging – zunächst in England, inzwischen in Japan.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für den Kauf eines Rennpferdes bekommt ein Interessent auf einer Jährlingsauktion, zum Beispiel bei der Baden-Badener Auktionsgesellschaft. Auf den Auktionen der BBAG kosten Jährlinge meistens zwischen 30.000 und 80.000 Euro. Das durchschnittliche Gebot für einen ordentlichen Jährling mit einer guten Abstammung in Deutschland beträgt rund 41.000 Euro.

Für den teuersten Jährling, der je in Deutschland durch den Auktionsring gegangen ist, wurde im Jahr 2019 ein Preis von 820.000 Euro gezahlt.

TOP 5 DER ERFOLGREICHSTEN RENNPFERDE 2020 IN DEUTSCHLAND, NACH GEWINNSUMME:

1. In Swoop (IRE), dreijährig, brauner Hengst 390.000 €

2. Miss Yoda, dreijährig, Fuchsstute 300.000 €

3. Torquator Tasso, dreijährig, Fuchshengst 236.800 €

4. Barney Roy (GB), sechsjährig, brauner Wallach 163.500 €

5. Zamrud, dreijährig, braune Stute 147.500 €

Professionelle Anleger investieren in einjährige Rennpferde häufig für einen Zeithorizont von einem bis zwei Jahren, um sie auszubilden und dann mit Gewinn zu verkaufen. Dabei liegen die Gewinnspannen laut Marktberichten zwischen 10 Prozent und über 100 Prozent. Für das teuerste Rennpferd der Welt, Fusaichi Pegasus, wurde im Jahr 2000 ein Preis zwischen 60 und 70 Millionen US-Dollar gezahlt. Seine Decktaxe soll 150.000 US-Dollar betragen haben.

Doch den Gewinnchancen stehen Risiken und Unterhaltskosten gegenüber. Ein Rennpferd kann schwer erkranken, sich verletzen oder dem psychischen Druck des Galoppsports nicht standhalten – und in der Folge keine Rennbahn mehr betreten. Zudem müssen Besitzer für den Unterhalt eines Rennpferds einen finanziellen Aufwand von 20.000 bis 30.000 Euro pro Jahr einkalkulieren. In Besitzergemeinschaften lassen sich die Kosten auf mehrere Schultern verteilen.

Aktuelle Beiträge

dpn Newsletter – Kompetent & unabhängig – Jede Woche neu
Jetzt anmelden »
dpn Newsletter
Jetzt anmelden »
Kompetent – unabhängig – jede Woche neu