Der Bundesverband Alternative Investments argumentiert in einer aktuellen Studie, dass Alternative Investments der besseren Diversifikation und Optimierung der Rendite-Risikostruktur dienen können. Während beispielsweise Hedgefonds positiv abschneiden, sind die Autoren Kryptowährungen gegenüber eher kritisch.

Der Bundesverband Alternative Investments (BAI) argumentiert in einer aktuellen Studie, dass Alternative Investments der besseren Diversifikation und Optimierung der Rendite-Risikostruktur dienen können. Untersucht wurden unterschiedliche Alternative Asset-Klassen im Vergleich zum liquiden Aktienmarkt.

Die Autoren betrachteten die Dot-Com-Krise, die Finanzkrise 2007/2008 und die Coronakrise 2020, wobei ihnen in diesen Zeiträumen nicht für alle Alternative Assets Daten vorliegen. Verglichen wurden Hedgefonds, Private Real Estate, Corporate Private Equity, Corporate Private Debt, Infrastruktur Equity, Insurance-Linked Securities und Kryptowährungen.

CTAs konnten in Krisen positive Renditen erzielen

Den Autoren zufolge können Alternative Investments im nächsten Abschwung zunehmend die Rolle in der Minimierung von Tail-Risiken einnehmen, die früher Bonds zukam. Besonders Hedgefonds stachen in den Krisen positiv heraus: Beispielsweise sind trendfolgende Commodity Trading Advisors (CTAs) eine der wenigen Asset-Klassen, die während allen größeren Krisen der letzten Jahrzehnte konstant positive Renditen erzielen konnten.

Die Autoren kommen daneben zu dem Ergebnis, dass Drawdowns an den Immobilienmärkten nicht unbedingt mit Rückschlägen an den Aktienmärkten korrelieren. Allerdings zeigte sich bei der Finanzkrise 2007/2008 ein anderes Bild.

Die Studie der Interessensvertretung zeigt, dass Private Equity als Anlageklasse wiederum sehr hoch mit dem Marktgeschehen korreliert. Dennoch konnten Private Equity Manager – im Gegensatz zur Dot-Com-Blase und der Finanzkrise – während der Corona-Krise vergleichsweise stabile Renditen erzielen. Die Autoren erklären sich das mit dem hohen Anteil an Dry Powder in den Private-Equity-Märkten.

Die Bewertung der Private-Debt-Märkte ist äquivalent zu den Private-Equity-Märkten aufgrund des heterogenen Anlageuniversums schwierig. Besonders Direct Lending erzielte in Krisenzeiträumen gegenüber liquiden Schuldtiteln konsistente Überrenditen bei moderaten Drawdowns. Sowohl Inflation als auch Zinsänderung können Corporate Private Debt wesentlich beeinflussen.

Infrastruktur teils stark durch Krisen betroffen

Ein weiteres Ergebnis der Studie: In Wirtschafts- und Finanzkrisen sind zumeist nur einzelne Segmente des heterogenen Infrastruktur-Universums betroffen. Dennoch wurde die Anlageklasse in der Finanzkrise und der Coronakrise härter getroffen als in früheren Rezessionszeiträumen. Gründe hierfür waren die weltweiten Lockdowns und Lieferkettenprobleme.

Erwartungsgemäß haben auch Insurance-Linked Securities in der aktuellen Rezession ein starkes Ergebnis erzielt, da ihre Renditen nahezu unkorreliert zur allgemeinen Entwicklung der Kapitalmärkte sind. Dennoch gibt es einige Nachteile beispielsweise signifikante Einbrüche auf dem ILS-Markt in Folge von Naturkatastrophen. Dies ist besonders im Hinblick auf den Klimawandel, durch den sich die Zahl von Naturkatastrophen stark erhöhen wird, entscheidend.

Die Bitcoin Performance war in den letzten zehn Jahren zwar überwiegend positiv, dennoch weisen Crypto Assets und im Besonderen Bitcoin inhärente Tail-Risiken auf. Die Autoren argumentieren, dass es für institutionelle Investoren gute Grunde gibt, gegenüber Investments in Kryptowährungen kritisch zu sein. Ein Grund hierfür ist, dass der fundamentale Treiber der Bewertung von Crypto Assets für die Autoren immer noch unklar ist.

Der Bitcoin ist nach wie vor in einem frühen Stadium, und die Haupttreiber für den Wert von Bitcoin unterscheiden sich von den Haupttreibern anderer Vermögenswerte. Bitcoin wird durch Marktakzeptanz, Netzwerksicherheit, Liquidität, Inflationsrisiken, Angebotsänderungen, regulatorische Entwicklungen, technologische Entwicklungen und andere Faktoren angetrieben. Laut den Studienautoren gibt es nach wie vor keinen wissenschaftlich fundierten Konsens über die Rolle, die Crypto Assets in einem professionell verwalteten Portfolio einnehmen sollten.

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