Über die Performance alternativer Anlagen 2019 und den Ausblick für 2020 sprach Antje Schiffler mit Sascha Specketer, Leiter Vertrieb Deutschland bei Invesco.

Herr Specketer, welche alternativen Anlagen versprechen 2020 das beste Rendite-Risiko-Profil?

Im Bereich alternative Anlageklassen hatten wir zu Beginn des Jahres insbesondere den globalen Immobilienmarkt als attraktivste Anlageklasse im Rahmen unseres Cross-Asset Researchs hervorgehoben. Darüber hinaus hatten wir eine konstruktive Meinung zu besicherten Unternehmenskrediten (Senior Secured Loans), die aber vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen des COVID-19 Virus und fallender Zinsen neu evaluiert werden müssen.

Die meisten Volkswirtschaften befinden sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus, dem typischerweise eine Rezession aufgrund erhöhter Lohnstückkosten, höherer Kapitalkosten und somit geringerer Unternehmensgewinne folgt. Zu Beginn des Jahres sind wir jedoch nicht von einer schweren globalen Rezession ausgegangen, welche aufgrund des COVID-19 Virus jetzt neu geprüft werden muss. Da wir zurzeit in eine schwerere globale Rezession fallen, sind in der Regel Anlageklassen wie Gold zu bevorzugen, da Zinsen und damit Opportunitätskosten für das Halten von Gold fallen. Gleichzeitig verringern sich Kreditkosten und Zentralbanken stellen bereits mehr Liquidität zur Verfügung, wie der jüngste Schritt der US FED gezeigt hat. Wir gehen daher vorerst weiter von einem relativ attraktiven Umfeld für Immobilien aus.

Welche Fallstricke müssen institutionelle Investoren beachten?

Der langfristige Einfluss des COVID-19 Virus ist derzeit sehr schwer einzuschätzen. Das Risiko für die Anlageklasse Immobilien besteht im Verhalten und der Bonität von Mietern, sowie der Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Immobilieninvestoren. Die Unterstützung der Zentralbanken, Zinsen niedrig zu halten und zusätzliche Liquidität für Banken und somit Unternehmen zur Verfügung zu stellen, sollte mittel- bis langfristig jedoch den globalen Immobilienmarkt unterstützen.

Darüber hinaus können sich Möglichkeiten zur Kapitalsteigerung durch ein aktives Management von Immobilien ergeben, wie zum Beispiel durch die Umgestaltung beziehungsweise den Ausbau von Standortimmobilien, sowie von Kreditumstrukturierungen. Diese Maßnahmen sind häufig wettbewerbsintensiver und teurer in Zeiten von wirtschaftlich starken Aufschwüngen umzusetzen. Dennoch gilt, dass institutionelle Investoren kurzfristig auch im Bereich der Immobilieninvestments mit Preisrückgängen rechnen müssen.

Welche alternativen Anlagen haben 2019 die Renditeerwartungen erfüllt und welche nicht?

Immobilien, gemessen am GPR General World Index (REITS) in US Dollar lagen 2019 an der Spitze mit 26,3 Prozent. Gefolgt war dies von Gold mit 21,8 Prozent. Hedgefonds hatten gemessen am HFRX Index das beste Jahr 2009 verzeichnet und eine Rendite von 8,26 Prozent erwirtschaftet. Enttäuscht haben eher Unternehmenskredite, welche in den USA aufgrund des steigenden Zinsumfelds besser ausfielen als in Europa. Da wir im Jahr 2019 insgesamt ein sehr positives Jahr für alternative Anlageklassen hatten, haben tatsächlich wenige Anlagestrategien in dem Jahr enttäuscht.

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