Diese Sektoren profitieren nach Einschätzung der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) von der wirtschaftlichen Erholung und dem Trend zu digitalen Dienstleistungen.

Die meisten Technologieunternehmen konnten das erste Quartal 2021 gut abschließen. Sie profitieren vom Optimismus über die konjunkturelle Erholung und dem Trend hin zur Digitalisierung, sagt Martin Moeller, Co-Head für Schweizer und globale Aktien beim UBP.  Der Technologiesektor als größter Bestandteil im S&P 500 habe erheblich zum Anstieg des Gewinns pro Aktie im Index beigetragen.

Fintechs leider allerdings seit  Ende letzten Jahres unter dem Shift weg von Growth- hin zu Value-Aktien. Außerdem nahmen Investoren Gewinne mit. So haben sie schlechter abgeschnitten als der Gesamtmarkt. So gehörte Beispielsweise das Segment “elektronischer Zahlungsverkehr” zu den Verlierern der Corona-Pandemie. Denn das Volumen an grenzüberschreitenden Zahlungen wurde durch die Reisebeschränkungen ausgebremst. Auch die Kapriolen bei den Kryptowährungen haben jüngst Volatilität in die Tech- und Fintech-Märkte gebracht.

Technologie-Aktien profitieren von langfristigen Trends

Doch die zugrundeliegenden langfristigen strukturellen Entwicklungen bestehen fort und wurden zum Teil durch die Krise noch beschleunigt. Ein Beispiel ist das rasante Wachstum des E-Commerce. Dies und der Wunsch nach kontaktloser Zahlung habe vermehrt zu elektronische Zahlungen geführt. So konnten etwa Payment-Unternehmen die Anzahl der Nutzer stark ausbauen.

In der Regel können Unternehmen mit einem großen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen in Märkten mit hohen Eintrittsbarrieren attraktive Wertschöpfungsprofile entwickeln. Dies dürfte langfristig zu Überrenditen führen.

„Trotz der durch ihre wirtschaftliche Sensibilität bedingten Volatilität sehen wir in beiden Segmenten weiterhin ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial”, so Möller. Insofern biete der jüngste Rückgang Opportunitäten, die anhaltende Wachstumsdynamik bei Tech- und Fintech-Unternehmen zu nutzen.

Börsengänge mit hohen Bewertungsschwankungen

Die Fintech-Branche habe in der Vergangenheit deutlich stärker auf das makroökonomische Umfeld reagiert als der Gesamtmarkt reagiert. Das erhöhe die Unsicherheit in Bezug auf die Preisspanne bei einem Börsengang, betont Bettina Baur, Senior Portfoliomanagerin bei UBP.

„Wenn das zukünftige Wertschöpfungspotenzial aufgrund des Marktumfeldes schwerer einzuschätzen ist, kann dies die Bewertung respektive den Preis, den Investoren für das IPO zu zahlen bereit sind, maßgeblich beeinflussen”, so Baur. Idealerweise sei ein Fintech aber schon zum Zeitpunkt des IPOs auf operativer Ebene profitabel oder könne zumindest einen plausiblen Weg zur Profitabilität aufzeigen. “Es sollte von langfristigen, strukturellen Wachstumstrends profitieren können und ein skalierbares, schwierig zu replizierendes Geschäftsmodell aufweisen“, sagt Baur.

Die UBP mit Hauptsitz in Genf ist auf die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Investoren spezialisiert. Sie beschäftigt weltweit über 1.800 Mitarbeiter an über 20 Standorten. Per Ende 2020 belief sich das verwaltete Vermögen auf 147,4 Milliarden Schweizer Franken.

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