Für globale Aktieninvestoren brechen herausfordernde Zeiten an, befürchtet Will Low von Nikko Asset Management. Doch es bieten sich auch neue Chancen.

Wer in Aktien investiert, hat es 2022 bisher nicht leicht. DAX und Euro Stoxx 50 verloren seit Jahresbeginn jeweils fast 18 Prozent, der breite US-Index S&P 500 über 19 Prozent. Es ist ein Umfeld, in dem die Vorteile der Diversifikation zum Tragen kommen: Mit regional breit gestreuten Investments lassen sich Verluste begrenzen. Der MSCI World gab im Jahresverlauf auf Euro-Basis bisher vergleichsweise geringe acht Prozent nach.

Positive Aktien-Renditen sind aber auch mit breit diversifizierten Index-Fonds kaum zu erzielen. Dazu bedarf es der richtigen Aktienauswahl. Denn der Markt befindet sich in einem Regimewechsel mit hoher Inflation, steigenden Zinsen, schwacher Konjunktur und einer zunehmenden Deglobalisierung. Doch selbst wenn die Inflation nicht weiter steigt und angesichts der schwachen Konjunktursignale die Kapitalkosten der Unternehmen nicht mehr so stark ins Gewicht fallen, dürfte der Wachstumspfad steinig werden. Das befürchtet zumindest Will Low, Aktienexperte aus dem Global Equity Team von Nikko Asset Management.

Dauerhaftes profitables Wachstum ist gefragt

Das Positive an solch einem Regimewechsel: Es ist wahrscheinlich, dass neue Titel die Führung übernehmen. Waren im vergangenen Zyklus IT-Werte, zyklische Konsumgüter und Energietitel vorne dabei, dürfte es dieses Mal anders kommen. In jedem Fall schlägt die Stunde der Unternehmen, die dauerhaftes Wachstum und Rentabilität liefern können, die den Markt beherrschen oder Marktanteile gewinnen und die über einzigartige Produkte oder Geschäftsmodelle verfügen. Denn diese sollten in der Lage sein, gestiegene Rohstoff-, Arbeits- und Kapitalkosten an ihre Kunden weiterzugeben und die Absatzmengen beizubehalten. „Geschäftsmodelle, die Cash verbrennen und keine Gewinne erzielen, werden straucheln“, ist sich Low sicher. „Die Strafe für Investments zu überhöhten Preisen kann hoch sein.“

Mehr Erneuerbare, weniger zyklische Konsumgüter

Chancen bieten sich nach Ansicht von Low weiter im Bereich der Energiewende, da die Investitionen dort dauerhaft steigen sollten. Denn Unternehmen seien mit der Herausforderung konfrontiert, die weiterhin benötigte Produktion fossiler Brennstoffe aufrechtzuerhalten, das Angebot aus vertrauenswürdigeren Quellen zu erhöhen, die Energieeffizienz zu verbessern, die Emissionen zu reduzieren und alternative Energiequellen weiterzuentwickeln.

Angesichts sinkender Konsumneigung setzt Low zudem auf nachhaltiges Wachstum, das weniger von der Konsumzyklik beeinflusst ist. Im Gesundheitssektor beispielsweise sei die Nachfrage nach besseren und kostengünstigeres Lösungen für die alternde Gesellschaft von Dauer. Auch bezahlbarer Luxus, wie Premium-Spirituosen, bleibe gefragt.

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