Positive Korrelationen bei Aktien und Anleihekursen identifiziert George Efstathopoulos von Fidelity International in bestimmten Sektoren. Insbesondere in den Segmenten Technologie, zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienstleister sei dies zu beobachten.

Den überwiegenden Teil der vergangenen Jahrzehnte haben sich Aktien– und Anleihekurse in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Institutionelle Investoren konnten somit ihre Aktienrisiken etwa durch Anleihen absichern.

Doch die Corona-Krise stellt diesen Zusammenhang auf den Kopf, beobachtet George Efstathopoulos, Fondsmanager bei Fidelity. Aufgrund der wirtschaftlichen Kapriolen drehen die Korrelationen ins Positive. Wenn die Aktienkurse steigen, beginnen auch die Anleihekurse zu steigen – und damit die Anleiherenditen zu fallen.

Drei Sektoren stark positiv korreliert

Zu den Sektoren, in denen dieser Gleichlauf am deutlichsten zu beobachten ist, gehören Technologie, zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienstleistungen. Dabei waren auch in diesen Sektoren die beiden Asset-Klassen in den vergangenen Jahren überwiegend negativ korreliert. Doch durch die niedrigen Zinssätze und die anhaltend lockere Geldpolitik gewinnen die Aktienbewertungen von solchen Unternehmen, die als langfristig ertragsstark gelten.

Es wird sich erst noch zeigen müssen, ob sich die positiven Korrelationen als langfristig erweisen werden. Allerdings: historisch gesehen tendieren Aktien und Anleihen in Zeiten erhöhter Inflationssorgen in die gleiche Richtung. „Wenn sich die Anzeichen mehren, dass die Inflation auch über das vierte Quartal hinaus hoch bleibt, dann dürfte diese Konstellation Bestand haben“, so die Einschätzung von Efstathopoulos. Hinweise auf die Stärke des Inflationsdrucks erwartet der Experte aus Daten vom US-Arbeitsmarkt, von Rohstoffkosten und Materialverfügbarkeit sowie vom Konsumentenverhalten.

Portfolio diversifizieren

Ein Gleichlauf von Aktien und Anleihen würde bedeuten, dass sich die Möglichkeiten zur Diversifizierung des eigenen Portfolios verschlechtern und die bisherigen Absicherungsvorteile verloren gehen. Institutionelle Anleger müssten dann eventuell nach alternativen Möglichkeiten zur Diversifizierung ihres Portfolios suchen. Laut Efstathopoulos eignen sich hierfür Gold, Immobilien, Private Debt oder auch Private Equity. Zudem können Aktien in den Sektoren, die weiterhin eine negative Korrelation zu Anleihen aufweisen – dies sind in erster Linie Finanzwerte und Energie – mit Anleihen abgesichert werden.

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