Für Union Investment war 2019 eines der absatzstärksten Jahre der Unternehmensgeschichte. Mit dem Ergebnis, dass die Assets under Management institutioneller Kunden erstmals die 200 Milliarden-Euro-Grenze durchbrach.

Das Jahr 2019 konnte sich für Union Investment sehen lassen. So stieg das insgesamt verwaltete Vermögen um 13,9 Prozent auf ein neues Hoch von 368,2 Milliarden Euro an, das Ergebnis vor Steuern lag bei 650 Millionen Euro. „2019 war eines der absatzstärksten Jahre in der Unternehmensgeschichte von Union Investment“, kommentierte Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, bei der Jahrespressekonferenz in Frankfurt die Ergebnisse. Einen großen Anteil trug hier das institutionelle Geschäft bei. Der Nettoabsatz zog mit 11,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr (7,8 Milliarden Euro) deutlich an, wobei das gemanagte Volumen institutioneller Gelder erstmals die 200-Milliarden-Euro-Marke überschritt und am Jahresende 207,8 Milliarden Euro betrug. Union Investment gewann im vergangenen Jahr 70 institutionelle Kunden neu dazu. „Das anhaltende Niedrigrenditeumfeld führte zu einem größeren Handlungsdruck und zu einer selektiveren Auswahl der Anlageklassen. So waren vor allem Offene Immobilienfonds, Aktien, Unternehmensanleihen und Verbriefungen gefragt“, sagte Reinke und verwies darauf, dass mit der Absage der Zinswende im Frühsommer 2019 sich bei institutionellen Kunden die Suche nach Diversifikationsmöglichkeiten verstärkte und nach dem schwachen vierten Quartal 2018 vermehrt Risikopositionen aufgebaut und die Internationalisierung der Anlagestrategien vorangetrieben wurden. Doch auch 2020 kann sich für Union Investment bis jetzt sehen lassen. Stand heute verzeichnete der Asset Manager insgesamt Mittelzuflüsse von rund 3,5 Milliarden Euro, von denen 2,5 Milliarden Euro aus dem institutionellen Bereich und eine Milliarde aus dem Retail-Bereich stammen.

Darüber hinaus sei das Interesse institutioneller Anleger im In- und Ausland an nachhaltigen Lösungen unverändert groß. Vor diesem Hintergrund konnte Union Investment sowohl im institutionellen als auch im Privatkundengeschäft den Bestand an nachhaltigen Anlagen ausbauen und die gesamten Volumina von 41,4 Milliarden Euro auf 53,1 Milliarden Euro zum Jahresende steigern. Deutlich sei dies insbesondere am Beispiel der Mandatsausschreibungen im institutionellen Geschäft geworden. So greifen laut Union Investment inzwischen 56 Prozent der Ausschreibungen zu globalen Aktien nachhaltige Aspekte auf.

In seiner Rede befasste sich Reinke nicht nur mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr, sondern gab auch einen Ausblick, welche Faktoren für ihn zukünftig für das Handeln eines Asset Managers eine große Rolle spielen werden. Diese Faktoren beschrieb er kurz mit 4 G: Geopolitik, globale Konjunktur, Geldpolitik und dem Green Deal. Laut Reinke wird die Geopolitik wieder verstärkt von nationalen Interessen dominiert. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und China seien etwa nur vordergründig Handelskonflikte. Dahinter stehe ein Kampf um die globale Hegemonie. „Phasen der Beruhigung werden sich mit Phasen erneuter Eskalation abwechseln. Das hat auch Auswirkungen auf die globale Konjunktur“, erklärte Reinke. Die Handelskonflikte verunsicherten Unternehmen, die ihre Investitionen drosselten. „Gleichwohl sehen wir einen stabilen globalen Wachstumspfad, auch wenn er signifikant flacher ausfallen wird“, erklärte er. Zudem werde die Geldpolitik nicht dauerhaft für eine konjunkturelle Unterstützung und Entspannung an den Kapitalmärkten sorgen können. „Nicht nur Geldpolitikern bereitet es zunehmend Sorge, dass die Regel ‚Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, senke ich die Steuern‘ nicht mehr verfängt“, führte der Vorstandsvorsitzende weiter aus. Strukturell werde sich in der Geldpolitik für ihn jedoch wenig ändern, womit die Herausforderung für Zinssparer auch in der nächsten Dekade erhalten bleibe. „Niedrigzinsen tun nicht weh, aber Minuszinsen schon. Verstehen ist etwas anderes als erleben“, hob Reinke den Grund hervor, weshalb immer mehr Menschen anfingen, über das Sparen neu nachzudenken. Der Green Deal wiederum beinhalte die Transformation der Wirtschaft hin zu einer nachhaltigeren Produktionsweise. Reinke zog aus den 4 G drei Schlüsse für die Asset-Management-Branche: Erstens bleibe in Zeiten niedriger Zinsen und erhöhter Marktschwankungen aktives Management ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zweitens werde die Evolution des Sparens durch die zementierten Zinsen weiter beflügelt und drittens sei die Rolle des Asset Managers als Intermediär bei der nachhaltigen Transformation der Wirtschaft gefragter denn je.

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