BNP Paribas Asset Management ist zuversichtlich für chinesische Aktien und setzt dabei auf Technologie, Konsum und Konsolidierung.

Der Zeitpunkt ist nach Einschätzung der BNP Paribas günstig für Käufe von Aktien am chinesischen Markt. Denn die Bewertungen sind niedrig. Gleichzeitig haben die nachhaltigen Langfrist-Trends Bestand. Die USA warnen zwar, sie würden Firmen aus China vom US-Aktienmarkt entfernen. Doch laut China-Experte Chi Lo hätte so ein Gesetz lediglich einen begrenzten Effekt auf chinesische Aktien.

Die Covid-19-Pandemie ist in China mit Ausnahme der Hauptstadt weitgehend eingedämmt. Beschränkungen werden somit nach und nach aufgehoben. Die Bewertungen der chinesischen Aktien sind derzeit niedriger als die vieler anderer Märkte. Dies erhöhe die Chancen, vom Wachstum in China zu profitieren, so der Experte. „Unser Vertrauen in chinesische Aktien wächst”, erklärt Chi Lo, Chefvolkswirt für China bei BNP Paribas Asset Management mit Sitz in Hongkong.

Pluspunkte für chinesische Aktien

  1. China ist wieder „at work“
    Die chinesische Industrie hat – selbst in der Region Hubei – wieder nahezu volle Kapazitäten erreicht. Im Dienstleistungs- und Konsumsektor gehe die Erholung zwar etwas langsamer voran. Grund sind Reisebeschränkungen sowie der Verlust von Arbeitsplätzen und damit auch von Einkommen. Insgesamt kehre das Land aber nach und nach zur Normalität zurück. Größte Risiken seien derzeit eine zweite Infektionswelle sowie eine zu geringe Nachfrage aus dem Ausland.
  2. Geldspritze: Zusätzliche staatliche Hilfen
    Im 1. Quartal 2020 schrumpfte das chinesische Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum ersten Quartal 2019 um 6,8 Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein Wachstum von rund 3 Prozent erwartet. Wie andere Zentralb  anken hat auch die People’s Bank of China (PBoC) hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Folgen der Pandemie einzudämmen. Während des jährlichen Nationalen Volkskongresses lag das Hauptaugenmerk auf dem Umfang der fiskalischen Maßnahmen. Vorgesehen sind demnach eine zusätzliche Ausgabe von Staatsanleihen im Wert von einer Billion Yuan (rund 128 Milliarden Euro). Zudem sollen zur Finanzierung neuer Infrastruktur regionale Anleihen im Wert von zusätzlichen 3,75 Billionen Yuan ausgegeben werden.
  3. USA: Risiken im Auge behalten
    Institutionelle Investoren haben die Spannungen zwischen China und den USA zwar weiter im Fokus. Aktuelles Schwerpunktthema ist das US-Gesetz über die Rechenschaftspflicht ausländischer Holding-Gesellschaften: Es verlangt von ausländischen Aktien-Emittenten den Beleg, dass sie nicht von einer ausländischen Regierung besitzt oder kontrolliert werden. In den USA notierte ausländische Unternehmen werden von der Börse genommen, wenn die Aufsichtsbehörde nicht die Buchhaltung der drei letzten Jahre inspizieren kann. „Wir glauben aber, dass ein solches Gesetz nur begrenzten Effekt auf die Fähigkeit chinesischer Unternehmen hat, sich die Kapitalmärkte zu erschließen. Gerade kurzfristig halten wir das Risiko für überschaubar”, so der Experte. Ein Delisting könne auch frühestens 2023 erfolgen.
  4. Technologie, Konsum, Konsolidierung: Drei Themen für langfristiges Wachstum
    Chinas Wirtschaft war ohnehin schon durch Digitalisierung geprägt, und der Ausbruch von Covid-19 hat diesen Trend beschleunigt. BNP Paribas wählt daher einen Fokus auf Technologie-Themen wie Cloud-Dienste sowie Hard- und Software. Weltweit stellt China 112 und damit 25 Prozent der über 400 Einhorn-Unternehmen. Das sind Startups mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Es ist nach den USA damit der zweitgrößte Player, heißt es in einer Studie von CB Insights.

Chinas Aktien profitiert von strukturellen Trends

„Wir sehen insgesamt drei strukturelle Trends, die Chinas Wachstum weiterhin nachhaltig ankurbeln: Technologie und Innovation, ein starker Binnenkonsum und die zunehmende Branchenkonsolidierung.”
Chi Lo, Chefvolkswirt für China bei BNP Paribas Asset Management

Die schiere Größe des Binnenmarktes, hohe Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie ein riesiger Talentpool von jährlich rund sieben Millionen Hochschulabsolventen unterstützen laut BNP Paribas den Wandel der chinesischen Gesellschaft.

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