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Er ist so etwas wie der Thilo Sarrazin der Wirtschaftswissenschaft (und das meint der Chronist als Kompliment). Umso mehr muss Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München, scheitern, wenn er sich um Political Correctness bemüht. So auch neulich in Berlin, am 9. Mai während eines Vortrags in der Humboldt-Universität: Sinn referierte über die Euro-Krise, sezierte gewohnt pointiert die geldpolitische Tragödie Europas, ursächlich begründet in der Pathogenese der siechenden Gemeinschaftswährung und der Verkettung von zu billigem Geld, zu niedrigen Zinsen, zu großen Leistungsbilanzdefiziten und zu geringer Wettbewerbsfähigkeit der Pigs-Staaten, also Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Und erneut betonte er die komplexe Target-Problematik um die Kredite zwischen den europäischen Notenbanken, auf die er jüngst wohl als Erster deutlich hingewiesen hat: Mit um die 330 Milliarden Euro stehen die Notenbanken der Pigs-Staaten bei der Bundesbank via EZB mittlerweile in der Kreide. Damit kompensiert die Bundesbank schon seit vier Jahren, also lange vor irgendwelchen wenigstens halbwegs demokratisch legitimierten Rettungsschirmen, die Leistungsbilanzdefizite der Pigs, die die Märkte sich längst weigern weiter zu finanzieren.

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