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LDI – ein Mehrwert schaffender Ansatz oder eine Marketing-Hülle?

Ein weiteres Akronym macht seine Runden in Asset Management-Kreisen: LDI. Es steht für Liability Driven Investing, d.h. eine an den Verbindlichkeiten orientierte Anlagestrategie. Was beinhaltet LDI, und wie wird dieses Konzept im Markt aufgenommen? Carola von Schenk recherchierte.

Die Auswirkungen der Neuauflage von Ultra-Langläufern auf das Asset-Liability-Management

In jüngster Zeit emittieren einige europäische Regierungen und auch Unternehmen Anleihen mit sehr langen Laufzeiten von 30 oder 50 Jahren. Inwiefern eignen sich diese Wertpapiere dazu, Unternehmensverbindlichkeiten aus Rentenansprüchen abzusichern? Achim Küssner, Geschäftsführer Deutschland bei Merrill Lynch Investment Managers, beschreibt die Auswirkungen der Ultra-Langläufer auf das Asset-Liability-Management.

Vom Trade-Off zum idealen Kompromiss

Die Herausforderung für viele Altersvorsorgeeinrichtungen und Pensionspläne bei der Kapitalanlage ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verbindlichkeiten und Vermögen sowie Portfoliooptimierung herzustellen. Bei LDI-Strategien geht es besonders um die Definition eines Risikobudgets, das u.a. sowohl den internen Renditeanforderungen wie auch aufsichtsrechtlichen Risikovorgaben Rechnung trägt. Euan Munro und Dr. Julian Coutts von Standard Life Investments analysieren neue Techniken für die Erstellung eines solchen Risikobudgets.

Liability Benchmarking optimiert den Einsatz des Risikobudgets

Mit Hilfe des Liability Benchmarkings ihrer Pensionsverbindlichkeiten können Unternehmen ihr Gesamtrisikobudget optimieren. Dr. Bernd Scherer, Global Head of Quantitative Research bei Deutsche Asset Management, beschreibt, wie solche Benchmarks erstellt und eingesetzt werden können.

LDI in der Praxis

Skeptiker meinen, Liability-driven Investing (LDI) sei nur eine neuartige Version des Asset-Liability-Modells (ALM). Ihrer Meinung nach unterscheiden sich die Verbindlichkeiten der Pensionspläne, abgesehen von den Fortschritten in der Medizin, kaum von denen vor 30 oder 40 Jahren.

Preisfindung ist kein leichtes Unterfangen

Die Preise für auf Derivaten basierende Lösungen können erheblich divergieren. Der komplexe Charakter dieser Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden, spiegelt sich häufig in ihrer wenig klaren Preisstruktur wider. Es kann in bestimmten Märkten „enorme Unterschiede geben,“ sagte Treeve Coomber, Senior Investment Consultant bei Watson Wyatt. „Im Inflation-Swap-Markt können sie sogar einen Prozentpunkt des Kapitalmarktwerts ausmachen.“

Auf der Suche nach Lösungen: Zeit für einen dynamischeren Ansatz im Multi-Asset-Management?

Die Zeiten haben sich geändert: Anlagestrategien, die einst immer passten, haben ihre Wirkung verloren. Curt Custard, Head of Multi-Asset Solutions bei Schroder Investment Management, beschreibt, wie so genannte Portable-Alpha-Strategien im Rahmen eines Multi-Asset-Management-Ansatzes Portfolios mit effizienteren Risiko-/Ertragsprofilen liefern können.

Aktuelles Angebot an gepoolten LDI-Fondslösungen

Erstmals kommen gepoolte Fondslösungen für LDI-Strategien auf den Markt. Unseren Recherchen zufolge positionieren sich in Europa bisher vier Anbieter in diesem Segment: Barclays Global Investors, Fortis Investments, Standard Life Investments und State Street Global Advisors. Ihre Produkte – bisher vor allem auf Sterling lautende Angebote, weitere Fonds für Euro-Anleger sind geplant – werden in den nachfolgenden Beiträgen von Hugo Greenhalgh beschrieben.

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