Sie sind deutsche Staatsbürger und in Schleswig-Holstein zu Hause. Aber sie fühlen sich als Dänen, weil einer ihrer Vorfahren einst – vor drei, vier oder fünf Generationen – aus dem nördlicherem Königreich zugezogen ist. Außerhalb Schleswig-Holsteins war diese dänische Minderheit bis zur Landtagswahl am 20. Februar dieses Jahres weitgehend unbekannt. Als kurz nach Mitternacht das vorläufige amtliche Endergebnis feststand, mussten auch Bundespolitiker die dänischen Deutschen nicht nur zur Kenntnis, sondern ernst nehmen. Ihre Partei, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), machte den Wahlgewinner CDU zum Verlierer und die SPD, die das schlechteste Ergebnis seit 47 Jahren erzielt hat, zum Gewinner. Denn die rot-grüne Koalition unter Ministerpräsidentin Heide Simonis wird, obwohl ihr eine Stimme zur Mehrheit fehlt, auch künftig in Kiel regieren, geduldet vom SSW. Der fordert die Einheitsschule nach dänischem Vorbild und hofft, dieses Ziel mit Hilfe von Rot-Grün auch zu erreichen.
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