Murray Burford
Veröffentlicht am: 02. März 2004
Der Trend zur Master-KAG wird sich mit der durch das Investmentmodernisierungsgesetz nunmehr erstmals geschaffenen Möglichkeit, Spezialfonds steuerfrei zu verschmelzen, abermals verstärken. Die Hauptvorteile für den Investor sind die Diversifikation, sowie die freie Auswahl und der erleichterte Wechsel der für die jeweiligen Assetklassen am besten geeigneten Manager. Dazu kommt die erhöhte Transparenz und Kontrolle der Anlage. Dies ermöglicht die ganzheitliche Steuerung der Anlagepolitik im Sinne von dynamischer Asset Allokation, Wertsicherung, Währungsmanagement, usw.
Es gibt jedoch keinen fest vorgeschriebenen Dienstleistungskatalog für eine Master-KAG. In der Realität sind unterschiedliche Spielarten anzutreffen. Vorstellbar ist, dass vielfach langjährig etablierte Advisory-Verfahren verstärkt von dem Outsourcing-Modell abgelöst werden. Depotbanken und Global Custodians werden versuchen, die Fondsbuchhaltung weiter an sich zu ziehen und stehen zu den Master-KAGen im Reporting-Bereich im Wettbewerb. Unsere jüngste Erhebung im deutschen Anbietermarkt, vom Januar 2004, zeigt eine Reihe von voll-integrierten Konzernen auf, die alles aus einer Hand bieten und bündeln. Demgegenüber stehen Asset Manager- und Depotbank-unabhängige KAGen, die von ihrer Spezialisierung in Advisory, Fondsbuchhaltung und Reporting profitieren.
Die Kostenführerschaft eines Anbieters kann nur durch voll-automatisierte Schnittstellen erreicht werden. Die Etablierung von SWIFT und vergleichbare Standards sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Master-KAG ist eine konsequente Weiterentwicklung des Kapitalanlageprozesses im Sinne einer Best Practice für Investoren und sichert damit ihre Fortentwicklung und Daseinsberechtigung.
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