Michael Fuss
Veröffentlicht am: 10. November 2003
Das Master-KAG Konzept und die stark gestiegene Anzahl entsprechend aufgesetzter Fonds-Konstrukte haben die Notwendigkeit von Standards für die Datenübertragung mehr als bisher zu Tage treten lassen.
Die Anbindung einer Vielzahl von nationalen sowie internationalen Managern und die Abwicklung von hohen Transaktionsvolumina erfordern innerhalb der Master-KAG einen hohen Automatisierungsgrad bei Broker-Matching, Erteilung von Lieferinstruktionen und der Bestandsabstimmung. Dabei kommt bereits etablierten Standards wie SWIFT eine maßgebliche Bedeutung zu. Beim Aufsatz von Master-KAG Konstrukten wird allerdings häufig die Auswahl der Depotbank vernachlässigt, deren SWIFT-Fähigkeiten absolute Voraussetzung für effiziente Abläufe im Back-Office sind, auch für den Asset Manager (z.B. zur Abstimmung seiner Schattenbuchhaltung oder zur Erteilung von Lieferinstruktionen in einem Outsourcing-Setup).
Im Front-Office gestaltet sich die Automatisierung des herkömmlichen Pre-Approval Verfahrens schwierig. Standards zur Datenübertragung sind bisher nicht vorhanden. Anlageempfehlungen werden über Fax, Telefon oder E-Mail erteilt, Genehmigungen auf gleichem Wege zurückgesandt. Lediglich bei der Übermittlung ausgeführter Transaktionen setzen sich Excel-Dateien per E-Mail oder Web-Server als „Standard“ durch, allerdings unterschiedlich formatiert. Ansätze, die eine Nutzung des Portfolio-Management-Tools der Master-KAG durch den Manager und damit die Pre-Trade Grenzprüfung via Internet vorsehen, sind in der Praxis kaum durchführbar. Erfolgreiche Manager werden in der Regel mehrere Mandate in verschiedenen Master-KAGen verwalten, zuzüglich eigener, selbst verwalteter Fonds oder freier Mandate. Dazu will der Asset Manager soweit wie irgend möglich seine eigenen Analyse-Systeme und Prozesse einsetzen. Diese Freiheit wird nur über eine Auslagerung des Fondsmanagements durch die Master-KAG auf den Manager erreicht. Im Idealfall reduziert sich dadurch außerdem der Kommunikationsbedarf zwischen Manager und KAG auf die Übermittlung der ausgeführten Transaktionen am Ende des Handelstages. Für diese Datenübertragung ist bereits eine einfache Standardisierung der derzeit eingesetzten Excel-Dateien ausreichend. Zukünftig können auch, bei entsprechender Verbreitung, FIX-Allocation Messages zu diesem Zweck verwendet werden (FIX-Protokoll 4.4, www.fixprotocol.org).
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