Stefan Oser
Veröffentlicht am: 10. November 2003
Zunächst senken einheitliche Standards-Transaktionskosten. Gerade die fehlende Automatisierung kleinerer KAGen und vieler Front-Office-Bereiche führt zu vielen manuellen und kostenintensiven Interventionen aller Beteiligten.
Dazu kommt die Forderung der Anleger nach einer klaren Kostentransparenz. Die Anleger möchten die gesamte Wertschöpfungskette zwischen Asset Manager, Berater, Broker, Master-KAG und Global Custodian aufsplitten. Dies schließt die zentralen Bereiche der Transaktionsabwicklung, der Überwachung von Anlagerichtlinien und der Performancemessung ein. Wenn man dann noch die verlängerten Prozessketten und die erhöhte Komplexität der Anlagen bei sich gleichzeitig verkürzenden Settlementzyklen betrachtet, sind einheitliche Standards ein absolutes Muss.
Dieser Forderung ist nur nachzukommen, wenn alle am Investmentprozess Beteiligten die relevanten Daten standardisiert und maschinenlesbar weiterverarbeiten können. Das ist schon im Ausland ein Problem, aber umso mehr in Deutschland, wo noch eine Master-KAG zwischengeschaltet ist.
Kosteneffiziente Lösungen liegen z.B. durch die Integration von Swift ISO 15022 vor. Kleinere KAGen könnten Swift selbst nutzen, oder sich entsprechenden Swift-Büros bedienen. Bei grenzüberschreitenden Transaktionen nimmt die Produktpalette von Omego inzwischen eine führende Position am Markt für Trade Processing-Dienstleistungen ein.
Kostendisziplin und Kostenbewußtsein rückt aber auch vor dem Hintergrund der Einführung von Basel II immer mehr in den Mittelpunkt. Basel II wird die Risikokosten nicht nur für die Global Custodians, sondern auch für die Asset Manager und die KAGen erhöhen. Dies muss besonders angesichts der Tatsache, dass im Depotbank- und Master-KAG-Bereich nur einstellige Basispunktbeträge bezahlt werden, berücksichtigt werden.
Letztendlich wird daher die deutsche Investmentindustrie nicht darum herumkommen, sich auf einheitliche Standards im Ablauf zwischen Asset Manager, Master-KAG, Broker und Global Custodian für den einheimischen Markt zu einigen. Der BVI bietet sich hierzu natürlich als Plattform an. Jedoch sollte er sich nicht nur auf die Belange der Asset Manager beschränken, sondern sich allen an der Investmentkette Beteiligten z.B. auch den Global Custodians öffnen.
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