Hans-Jürgen Dannheisig
Veröffentlicht am: 10. November 2003
Einheitliche Standards bei der Datenübertragung würden eine erhebliche Effizienzsteigerung der Kommunikations- und Informationsabläufe zwischen den am Investitionsprozess beteiligten Parteien bedeuten. Eine einheitliche Definition der auszutauschenden Inhalte hinsichtlich Informationsobjekten und –bezeichnungen sowie Art und Weise der möglichst automatisierten Datenübermittlung in die unterschiedlichen Datenbanken hätte erhebliches Potential für Synergieeffekte. Dies gilt nicht nur für die Anbieterseite von Investmentleistungen, sondern auch für den institutionellen Kunden, der durch einheitliche Datenstandards neue Möglichkeiten bei der Weiterverarbeitbarkeit in seinen Systemen bekommt.
Die Vorteile von diesen standardisierten Schnittstellen liegen auf der Hand. Aufwendige und meist sogar mandatsbezogene Abstimmungsprozesse würden entfallen, was bei allen Beteiligten zu neuen zeitlichen Ressourcen bzw. zu Kosteneinsparungspotential führen würde. Zusätzlich erschließt sich die Möglichkeit Fehler zu minimieren. Dies könnte durch unternehmensübergreifende Prüf- oder Plausibilitätsroutinen geschehen, bei einhergehendem höheren Automatisierungsgrad. Die Vorteile einer solch homogenen Datengrundgesamtheit hinsichtlich der Reportingmöglichkeiten sind ebenfalls offenkundig. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass der Marktzugang für internationale lizenzierte Anbieter erleichtert werden würde, weil ein verlässlicher Rahmen für die Informations- und Kommunikationsabläufe entsprechende Markteintrittsbarrieren reduzieren würde.
Die Komplexität des Themas ist allerdings nicht zu unterschätzen. So gestaltet es sich für manchen Marktteilnehmer schon schwierig innerhalb des eigenen Hauses einheitliche Standards sowie ein zentrales Datenmanagement zu generieren. Erfolgt dies aber, so sollte es kein Problem für einen Marktteilnehmer sein, Daten in einer beliebigen Struktur zu liefern und automatisiert auszutauschen. Der Aufwand des Abstimmungsprozesses und die entsprechende Projektierung innerhalb der gesamten Fondsindustrie wäre sehr hoch und würde einer zentralen Koordinierung, Steuerung und Kontrolle bedürfen. Der langfristige Nutzen wäre aber sicherlich höher und für alle Beteiligten positiv.
Die einheitlichen Standards in der Datenübertragung werden sich spätestens im Rahmen eines evolutorischen und pragmatischen Entwicklungsprozesses des Marktes finden, es ist lediglich eine Frage der Zeit. Im Rahmen der stärker werdenden Arbeitsteilung in der Fondsindustrie handelt es sich bei der Definition von Standards um eine ganz natürliche Entwicklung, die in anderen Wirtschaftssegmenten entsprechend zu beobachten war. Swift und Funds-XML sind ein Anfang.
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