Die asiatischen Volkswirtschaften haben sich von dem vorübergehenden SARS-Schock besser erholt als erwartet. Durch die schnellen Gegenmaßnahmen zur Stimulierung der wirtschaftlichen Aktivität, die vor allem Hongkong und Taiwan ergriffen haben, sollte sich der volkswirtschaftliche Schaden in der Region auf nicht mehr als einen halben Prozentpunkt Wachstum für diese Jahr belaufen – spürbar, aber nicht genug, um Asien vom Wachstumspfad abzubringen.
Europa: In diesem Monat veröffentlichte Daten haben gezeigt, dass die Wirtschaft vieler europäischer Länder einen technologischen Rückgang erlitten hat. Bei einer für die Wirtschaftslage der Europazone völlig ungeeigneten Währungspolitik und mit Prognosen auf geringes, erheblich unter dem Trend liegendes Wachstum, möchten Befürworter einer Output-Defizit-Analyse darauf hinweisen, dass, solange kein weiteres scharfes Abfallen im Euro und/oder eine Beschleunigung der globalen, wirtschaftlichen Erholung ausbleiben, der Kursdruck vorherrschend bestehen bleibt, eine Situation derer sich die Kapitalinvestoren in diesem Gebiet wohl kaum erfreuen werden.
Nordamerika: Obgleich die Situation im Umfeld der Finanzministerien verhältnismäßig vorteilhaft (nicht inflationär) aussieht, scheint der Markt sich in den US auf eine wirtschaftliche Erholung und den wahren Zustand der staatlichen Finanzen auszurichten, was vermuten lässt, dass ein Ende der Baisse für Bonds noch nicht vorauszusehen ist. Obwohl Investoren den Aktienmarkt jedoch etwas freundlich gesinnter betrachten, als ob eine besonders ertragreiche Zukunft für amerikanische Firmen vorausgesagt ist, herrscht überwiegend die Ansicht, dass (zumindest im Vergleich zu asiatischen Aktien) US-Aktien verhältnismäßig teuer bleiben.
Japan: Daten der letzten zwei Jahre zeigen die ausgesprochen starke Verbindung, die bis Mitte Mai dieses Jahres zwischen dem Fluss fremden Kapitals in japanische und aus japanischen Aktiva heraus und der Leistung des Yen gegen den Dollar bestand. Obwohl die erwartete globale, wirtschaftliche Erholung internationale Investoren seither dazu veranlasst hat, aggressiv Geld auf den japanischen Aktienmarkt zu werfen, ist das geschwinde Einschreiten des Finanzministeriums, um eine Festigung des Yens zu verhüten, auch aggressiver geworden. Seit Mai hat das Ministerium mehr als 6,6 Billionen Yen verkauft. Anders ausgedrückt wurden also über 40% des Geldes, das das Eingreifen während der letzten zwei Jahre gekostet hat, um die vom Finanzministerium verteidigte „line in the sand“ zu rechtfertigen, in den letzten drei Monaten verwendet. Im Vergleich dazu hat die Verwaltung während des ganzen letzten Jahres nur 4 Billionen Yen ausgegeben.
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