Als der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, kurz vor Pfingsten die „Bevölkerungsvorausberechnung“ seines Amtes vorlegte, sprach er von einer „dramatischen Entwicklung, mit der sich alle auseinandersetzen müssen“. Dabei verkündete Hahlen gar nichts Neues. Alle, die mit Alters- und Gesundheitsvorsorge zu tun haben, wissen seit langem: Die Deutschen werden älter. In knapp 50 Jahren wird jeder dritte Deutsche mindestens 60 Jahre alt sein. Der Anteil der unter 20-jährigen wird dann von heute 21% auf 16% gesunken sein und der Altenquotient, das Verhältnis der Rentner zu den Erwerbsfähigen, dramatisch steigen. Weil eine deutsche Frau im Durchschnitt nur 1,4 Kinder zur Welt bringt, wird die Einwohnerzahl zurückgehen. Wie gesagt, neu sind diese Daten nicht, doch offenbar ist einigen Politikern erst durch das Papier aus Wiesbaden klar geworden, was unserem umlagefinanzierten Rentensystem noch bevorsteht. „Dann werden unsere Jungen ja bald ganz alt aussehen“, gab sich ein SPD-Abgeordneter überrascht. Er gab zu, die von der Versicherungswirtschaft in der Vergangenheit veröffentlichten – gleichen – Zahlen für übertrieben gehalten zu haben.
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