Die negativen Nachrichten bei den Konjunkturdaten und bei den Unternehmensgewinnen in den vom SARS-Virus betroffenen Ländern scheinen weitgehend vorbei zu sein. Obwohl die Exporte und der Konsum sich in dieser Region verlangsamt haben, weisen beide Kennzahlen doch einen verhältnismäßig positiven Trend auf. Der Hang Seng Index stieg im letzten Monat um 9%. Die Weltgesundheitsorganisation hat zudem die Reisewarnungen zurückgenommen. Nach und nach öffnen auch wieder die Restaurants und Geschäfte. Das Tragen der Masken, zum Schutz vor eventueller Ansteckung mit SARS, ist inzwischen auch zurückgegangen. Darüber hinaus haben eine Reihe von asiatischen Zentralbanken ihre Zinsen gesenkt, um die Konjunktur anzukurbeln. Zusätzlich ist auch die Dollarschwäche für viele asiatische Exportländer günstig, da deren Währungen vor allem an den Dollar gekoppelt sind.
China: An den jüngsten Bemerkungen des US-Finanzministers John Snow und des EZB-Präsidenten Wim Duisenberg wird die Diskussion über die Vorteile einer Neubewertung der chinesischen Währung deutlich. Es gibt schon Grund zur Besorgnis, da China in den ersten fünf Monaten des Jahres 2003 gegenüber dem Vorjahr um 34% gestiegene Exporte gemeldet hat. Die USA sähen es natürlich gerne, wenn China auf einen flexiblen Wechselkurs umstiege, sind sich aber auch bewusst, dass in den letzten fünf Jahren alle Versuche, Peking zu einer Änderung seiner Politik zu bewegen, gescheitert sind. Außerdem hat das Weiße Haus derzeit andere, höherrangige politische Prioritäten, etwa die Lage in Nordkorea. Es ist daher wohl zunehmend unwahrscheinlicher, dass die USA dieses Thema jetzt mit echtem Nachdruck verfolgen werden.
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