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Nest Sammelstiftung: Vollkommen überzeugt
Von Michael Lennert

Veröffentlicht am:  22. Juni 2009
— Christoph Müller, Nest Sammelstiftung, Anlageverantwortlicher

Kurzfristige Renditebetrachtungen sind seine Sache nicht. Die Rede ist von Christoph Müller, dem Anlageverantwortlichen der Schweizer Sammelstiftung Nest, einer Sammeleinrichtung, die sich dem nachhaltigen Investieren verpflichtet hat. „Wenn man sich mittel- bis längerfristige Zeiträume anschaut, hat sich nachhaltiges Investieren immer noch sehr bewährt. Das heißt natürlich nicht, dass wir durch die Krise keine substanziellen Rückschläge zu verkraften hatten“, sagt Müller und weist darauf hin, dass neben der Nachhaltigkeit natürlich auch eine konservativ ausgerichtete Strategie entscheidend war, um die Krise bis jetzt, quasi nur mit Schrammen, zu überstehen.

Nachhaltigkeit problemlos in klassisches Anlagekonzept integrierbar

„Die konservative Strategie war aus Sicht der Nachhaltigkeit insofern wichtig, als man auf der Ebene der Einzelportfolios eigentlich relativ hohe Risiken eingehen konnte, ohne damit wirklich mit dem Gesamtvermögen in zu hohe oder überhöhte Risiken hineinzusteuern. Risiken also, die man eigentlich nicht tragen will. Zudem ist Nachhaltigkeit problemlos in ein klassisches Anlagekonzept integrierbar“, erklärt Müller, der bei der Nest Sammelstiftung ein Vermögen von rund 10.000 Versicherten, insgesamt rund 700 Millionen Schweizer Franken, verwaltet.

Nest investiert außer in Anleihen, Aktien und Immobilien auch in Private Equity, und zwar nach nachhaltigen Kriterien.

Nachhaltiges Private Equity

„Ja, es stimmt. Wir sind gerade dabei ein nachhaltiges Private-Equity-Portfolio aufzubauen. Ein Projekt, welches nicht ganz ohne Anspruch ist“, sagt er. Denn das Problem hierbei sei insbesondere, die nachhaltigen Anlagekriterien in die Private-Equity-Anlageentscheidung zu integrieren. Dazu wurde eigens in Zusammenarbeit mit dem Researchpartner Inrate ein Nachhaltigkeitsfilter entwickelt. Er besteht aus zwei Komponenten, und zwar einerseits aus Ausschlusskriterien, die sich zum einen durch das Nichteingehen von Großrisiken, zum anderen ethisch begründen, beispielsweise durch den Ausschluss von Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen et cetera. Andererseits wird das Investment bezüglich des Nachhaltigkeitsgrades analysiert. Und hier kommen insbesondere ökologische und soziale Aspekte ins Spiel. Zudem spielt die Nachhaltigkeit der Produkte an sich eine große Rolle. „Das sind Produkte, die es erlauben, Energien herzustellen, die nicht Kohlendioxid gebunden sind oder die energieeffizient sind“, erklärt der Anlageverantwortliche, und ergänzt, dass man sich bei der Clean Technology auf Clean Clean fokussiere. Es gehe also primär nicht mehr darum, ausschließlich den Kohlendioxid-Austoß zu vermeiden, wie es bei vielen Produkten, beispielsweise Bioethanol-Produkten, in der letzten Zeit der Fall gewesen sei. Das Problem hierbei: Es wurde oft die Gesamtumweltbilanz nicht mehr beachtet. Bei Nest hingegen gehe es darum, den gesamten Zyklus in die Umweltbilanz einzubauen. „Hier sehen wir eindeutig ein Trendinvestment“, erläutert er. Doch nicht nur hier. Auch alternative Energien, Wasser und Infrastruktur seien Themen der Zukunft.

Doch hat sich nun die Einstellung während der Finanzkrise geändert? „Wir fühlen uns auf dem richtigen Weg und verzeichnen gute Resultate insbesondere im Vergleich zu anderen. Das beruhigt das ganze System, auch im Bezug zu anderen Krisen. Einfach deswegen, da die Nachhaltigkeit, eben weil es sich um einen besonderen Anlagestil handelt, tendenziell immer in Frage gestellt wurde. Das findet derzeit überhaupt nicht statt. Ganz im Gegenteil, viele Investoren fragen nach diesem Thema“, sagt Müller abschließend.

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