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Pascal Bazzazi: Arbeitgebers Aktienaversion
Von Pascal Bazzazi

Veröffentlicht am:  22. Dezember 2008
— Pascal Bazzazi

Null Prozent! Das ist die erstaunliche Quote der Aktien in den Spezialfonds bei der Pensor Pensionsfonds AG, wenn die Asset Allocation in Abstimmung mit dem Arbeitgeber erfolgt (siehe Rubrik „Redezeit“ in dieser Ausgabe). Natürlich kann man darüber in diesen Monaten zutiefst erleichtert sein, auch weil dies bei anderen Pensionseinrichtungen in Deutschland nicht wesentlich anders sein dürfte. Doch grundsätzlich muss diese Zurückhaltung zu denken geben. Schließlich wird es sich hier kaum um geschicktes kurzfristiges Timing handeln, sondern um eine grundsätzliche Abneigung der Arbeitgeber gegen Aktien in ihrem Planvermögen.

Gut, ob hier die Aktienquote wirklich bei 40 Prozent wie unter normalen Umständen bei den Dax-Werten oder noch höher wie bei angloamerikanischen Pensionsfonds liegen muss, kann man mit Fug und Recht auch grundsätzlich anzweifeln, nicht nur in Zeiten der Krise. Doch stellt sich die Frage, ob man die auch inflationsgetriebenen Kostentrends in den Pensionsverpflichtungen langfristig nur mit Fixed-Income-Produkten bewältigen wird. Nach Steuern und Inflation eine Null-Rendite zu erzielen, ist immerhin vornehmste Aufgabe in der Verwaltung großer Vermögen, und das ist bei Plan Assets nicht anders. Dauerhaft ist dies ohne Aktien kaum zu erreichen.

Nachdotierungen sind dann vorprogrammiert, doch wirft die niedrige Aktienquote deutscher Pensionseinrichtungen noch eine weitere Problematik auf: Landauf, landab beklagt die Branche, dass sie – sollte sie dem Regime von Solvency II unterworfen werden – unter anderem dazu gezwungen wäre, sich in großem Stil von ihren Aktieninvestments zu trennen, mit der Folge geringerer Renditen für die Empfänger betrieblicher Altersversorgung. Zumindest für Deutschland stellt sich die Frage, wie gewaltig diese Aktienpakete denn überhaupt sind. Und wer strikt konservativ investiert ist, hätte von Solvency II ohnehin wenig zu befürchten.

Der Pensionsfonds darf in Deutschland nur lebenslange Renten auszahlen, was ihn ohnehin stärker in Fixed Income zwingt als Einrichtungen, die Kapitalabfindungen leisten. Aber konterkariert eine aktienfreie Anlagepolitik nicht in gewisser Weise gerade Sinn und Zweck des Pensionsfonds, ebenso wie es Solvency II möglicherweise täte? Überspitzt: Warum hat der Pensionsfonds vom Gesetzgeber die Anlagefreiheit erhalten, wenn er sie nicht nutzt? Doch zugegeben: Vielleicht ist es für solche Fragen im Moment nicht an der Zeit.

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