Mein Wunschzettel
Veröffentlicht am: 27. Dezember 2007
Lieber Weihnachtsmann,
mein Wunschzettel ist fertig! Es sind bloß sieben Sachen, die es aber alle in sich haben. Ich weiß, dass Du nicht alle Wünsche erfüllen kannst, selbst wenn Du Dich richtig anstrengen würdest. Aber die ersten vier müssten drin sein – auf den Rest hoffe ich dann im nächsten Jahr: Also, ich wünsche mir, dass …
1. … Hillary Clinton im November Präsidentin wird. Warum? Weil Amerika so viele Probleme hat wie noch nie und sich in jeglicher Hinsicht dringend vom Flegel George W. Bush erholen muss. Das alles schafft nur eine erfahrene Frau.
2. … es wenigstens ein Demokrat wird, falls 1. nicht geht. Warum? Weil US-Aktien im Durchschnitt fast doppelt so stark steigen, wenn ein Demokrat am Ruder ist. So war es jedenfalls in den vergangenen 50 Jahren. Am stärksten stiegen sie unter Hillarys Ehemann, Bill.
3. … die Subprime-Krise sich nicht als das entpuppt, was sie zu sein scheint: ein riesiges schwarzes Loch, das hunderte Milliarden Dollar Bankenkapital absorbieren wird. Warum? Weil die Subprime-Krise dann an den Grundfesten der Weltwirtschaft rütteln würde – den Vereinigten Staaten drohten dann japanische Verhältnisse, also eine Kreditklemme bei bis auf Null sinkenden Zinsen.
4. … die Amis nicht den Fehler machen, noch protektionistischer zu werden. Warum? Weil es vielleicht die Gefahr schlechthin für die gobale Wirtschaft wäre, wenn deren größte Maschine ihre offensichtlichen Probleme durch dumpfes Abschotten zementieren würde. Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat Recht mit dem, was er am 12. Dezember in der Financial Times schrieb: „Countries that run away from globalisation in the 21st century will pay a heavy price for decades to come.”
5. … die Finanzaufsichten weltweit endlich aufwachen und das machen, wofür wir sie bezahlen. Warum? Weil sie mit ihrem Wahn nach Sicherheit genau das Gegenteil erreichen: Herdentrieb und instabile Finanzmärkte. Das ist das sogenannte Persaud-Paradoxon.
6. … die Bafin in die Bundesbank eingegliedert wird. Warum? Weil die Finanzmärkte unsere deutsche Aufsichtsanstalt alleine sichtlich überfordern und die Bundesbank immer noch unterfordert ist.
7. … die beiden in Deutschland strikt getrennten Lager „bAV” und „Asset Manager” endlich aufweichen. Warum? Weil ich mir sicher bin, dass unsere Pensionseinrichtungen viel bessere Renditen einfahren könnten, wenn das Thema Kapitalanlage in der hiesigen bAV-Branche endlich salonfähig würde.
Frohe Weihnachten! Dein
Maik Rodewald, Chefredakteur
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