Best Practice: Lebensarbeitszeitkonto
Veröffentlicht am: 04. September 2007
|
|
Christof Quiring, Fidelity Investments, Head of Pension Solutions
|
Wer spät(er) kommt, den bestraft das Leben nicht immer. Diesen Nachweis führte Fidelity International Deutschland. Während die Pioniere im Zeitkontengeschäft schon seit einigen Jahren eigene Modelle unterhalten, legte der deutsche Ableger der US-Fondsgesellschaft erst im August 2006 damit los, das allerdings mit einem beachtlichen Tempo.
Nach nur rund einem Jahr beteiligen sich bereits rund 70 Prozent der Mitarbeiter.
Verlässliche Angaben über die jährliche durchschnittliche Dotierungshöhe sind wegen der Kürze der Zeit noch schwierig. Im Jahr 2007 wurden aber immerhin pro Monat im Durchschnitt 260 Euro pro Mitarbeiter eingebracht. Aufs Jahr hochgerechnet ergäbe das einen Betrag von 3.120 Euro, falls die Fidelity-Frauen und -Männer ihr Dotierungsverhalten nicht ändern.
Die hohe Durchdringungsquote in relativ kurzer Zeit verrät, dass bei der Einführung sehr strategisch vorgegangen worden ist. So war es erklärte Absicht, ein Zeitkontenmodell mit möglichst viel Raffinesse zu entwickeln.
Die Verwaltung der Konten erfolgt ausschließlich online, so dass über die entsprechende Intranet-Lösung sogar vom Mitarbeiter Dotierungen ausgelöst werden können. Gerade Letzteres ist keineswegs selbstverständlich. Natürlich ist auch ein Zeitkontenrechner eingebunden, der – so die landläufigen Erfahrungen mit Lebensarbeitszeitkonten – die Dotierfreudigkeit der Arbeitnehmer erheblich stimuliert.
Freiheit in der Kapitalanlage
Große Freiheit herrscht auch bei der Kapitalanlage. Das Angebot umfasst Asset-Allocation- und Lifecycle-Fonds, Aktien-, Renten-, Misch- und Geldmarktfonds. Dabei gibt es keine Beschränkung auf hauseigene Produkte, sondern es stehen auch Fonds fremder Anbieter zur Verfügung. Das Nutzungsverhalten der Fidelity-Mitarbeiter passt zu den Erwartungen, die man im Falle eines Asset Managers hegt. Nur rund fünf Prozent greifen auf die Standardlösung zurück, nämlich Fidelity-Mischfonds mit ausgewogenem Risikoprofil. 90 Prozent der Zeitkontenbesitzer stellen sich hingegen eine individuelle Mischung aus Fidelity-Fonds zusammen. Die verbleibenden fünf Prozent greifen auf Drittfonds zurück.
Kommunikation entscheidend
„Es liegt vor allem an unserer intensiven Mitarbeiter-Kommunikation, dass beim Fidelity-Zeitwertkonto so viele Kollegen mitmachen“, schlussfolgert Christof Quiring, Head of Pension Solutions bei Fidelity International Deutschland, und erläutert weiter: „Wir haben in enger Zusammenarbeit mit unserer Personalabteilung viele Informationsveranstaltungen dazu durchgeführt, jeden Mitarbeiter mit detaillierten Unterlagen versorgt und regelmäßig per E-Mail auf die Umwandlungsmöglichkeiten hingewiesen.“ Weitere Erfolgsfaktoren seien die variablen Anlagemöglichkeiten und die Online-Kontenadministration. „Wir haben in eigener Sache umgesetzt, was wir unseren Kunden empfehlen und anbieten. Schließlich ist der Erfolg im eigenen Unternehmen das beste Verkaufsargument“, fügt Quiring hinzu. Dazu passt die Entwicklungsstrategie: Die Einführung erfolgte mit einem Zwei-Stufen-Plan. Erst wurde es inhouse installiert und getestet, danach im nächsten Schritt Kunden angeboten.
MOR
Druckerfreundliche Version
Als E-Mail verschicken
weitere Artikel
|