„Long-Only ist nicht mehr das Thema“
Veröffentlicht am: 25. Juni 2007
Oppenheim stellt derzeit die Weichen: Durch den neuen Holding-Standort Luxemburg soll das Geschäft deutlich internationaler werden, auch das mit Institutionellen. Das Ziel für Teilhaber Detlef Bierbaum: In fünf Jahren über 60 Milliarden Euro Wertpapiervermögen verwalten. Weitere Akquisitionen werden dabei helfen.
Fragen: Maik Rodewald
Antworten: Detlef Bierbaum, Sal. Oppenheim jr. & Cie., persönlich haftender Gesellschafter
dpn: Herr Bierbaum, seit fast 40 Jahren beschäftigen Sie sich mit Asset Management, und zwar nicht nur bei Banken und Asset Managern, sondern in den 80er Jahren auch im Vorstand der Nordstern-Versicherung. Was hat Sie in Ihrer Karriere besonders geprägt?
Bierbaum: Während meiner Zeit bei der Adig-Investments hat man mich eineinhalb Jahre auf Weltreise geschickt, um alle wichtigen Börsenplätze kennenzulernen. Parallel dazu habe ich die internationalen Fonds der Adig selbst gemanagt und betreut. Ich habe also Internationalität erlebt, die zu dieser Zeit, 1970, ungewöhnlich war. Damals war ich noch keine 30 Jahre alt, doch davon zehre ich zum Teil noch heute. Am meisten beeindruckt hat mich damals New York, wegen der Dichte und Intensität des Bankings und Brokerages sowie der Finanzmarkt-Kommunikation. Die Community lebte Lichtjahre vor Europa.
dpn: Und was sagen Sie dazu, dass London New York als Finanzzentrum mittlerweile überholt hat?
Bierbaum: Das ist dramatisch. Da sieht man einmal, wie sensibel und schnell diese Industrie reagiert: Dass New York ins Hintertreffen gerät, ist ein Resultat der Regulierung und der Sarbanes-Oxley-Regeln. Für jeden Nichtamerikaner ist das eine Drohkulisse, ob Sie nun im Vorstand oder im Aufsichtsrat sind. Da ist London liberaler und deshalb für die internationale Finanzwelt der attraktivere Platz geworden.
dpn: Wie wichtig ist für London die Regelung des sogenannten Non-Domicile-Status? Dadurch bezahlen wohlhabende Ausländer in Großbritannien kaum Steuern – was die englische Öffentlichkeit massiv anprangert.
Bierbaum: Diese Regelung ist für London als Finanzstandort immens wichtig, und sie ist einer der Gründe für Unternehmen, dort ihre Holding anzusiedeln, um für Mitarbeiter attraktiv zu sein. Wenn man das ändern würde, gäbe es sicherlich einen Brain Drain. Gegen London spricht eigentlich nur eines: Die Gehälter sind dort inzwischen höher als in New York, ganz besonders für die Investmentbanker.
dpn: Werden sich künftig noch mehr deutsche Unternehmen wieder von der Nyse delisten lassen?
Bierbaum: Ich kenne viele deutsche Unternehmen, die von der US-Notierung enttäuscht sind. Und da jetzt die Regelungen für das Delisting vereinfacht wurden, lautet meine Antwort: Ja. Das Verhältnis der Kosten zum Ertrag, in der Regel die angestrebte Aktionärsverbreiterung, stimmt einfach nicht.
dpn: Gab es ein Finanzmarkt-Ereignis, das für Sie einschneidend war und das Sie und Ihre Investment-Philosophie geprägt hat?
Bierbaum: Den 1987er Crash habe ich bestens in Erinnerung, damals war ich als Vorstand bei der Nordstern-Versicherung unter anderem für Finanzen zuständig. Ich hatte damals den Eindruck, dass die Börsen-Maschine heiß gelaufen war. Deshalb hatte ich relativ gut vorgesorgt, so dass keine Abschreibungen nötig wurden. Das hat dann dazu geführt, dass ich in diese Baisse hinein den Mut hatte, wieder Positionen kräftig aufzubauen, was sich sehr bezahlt gemacht hat. Das zeigt: Man sollte als Anleger eine optimistische Grundeinstellung haben; wenn Sie vor jeder Entscheidung nur Risiken sehen, dann können Sie nicht das unternehmerische Gespür entwickeln, Chancen auszunutzen. Es ist sehr schade, dass den Versicherern in der Baisse nach 2000 eine ähnliche Chance verwehrt blieb, nämlich durch die Einführung der Bafin-Stresstests.
dpn: Wer ein gutes Gespür für Märkte hat, den möchte man fragen, wie lange die Aktien noch haussieren.
Bierbaum: Die Bewertungsrelationen und die Gewinnentwicklungschancen für Unternehmen sind so gut, dass ich nicht von einer rein liquiditätsgetriebenen Hausse ausgehen kann, sie ist fundamental untermauert. Ich bin davon überzeugt, dass Aktien in den nächsten drei bis vier Jahren Anleihen weiterhin deutlich schlagen können. Rückschläge wird es geben, ja – aber das sind die Kaufgelegenheiten schlechthin. Ich hoffe inständig, dass die Versicherer diese Chance nutzen, um wieder mehr Polster aufzubauen und so weiteren Spielraum in der Kapitalanlage zu erhalten.
dpn: Werden die Privatanleger diese Chance nutzen?
Bierbaum: Das wäre ein Segen, um die Aktienkultur wieder zu stärken. Ich bin in einigen börsennotierten Gesellschaften im Aufsichtsrat – wenn ich mir die Aktionärslisten ansehe, sind kaum noch Privatanleger dabei, nur noch Investmentfonds, Hedgefonds und Institutionelle. Aber es ist unheimlich schwer, Privatanleger bei diesen Kursniveaus für Aktien zu interessieren – das merken wir im Beratungsgeschäft, obwohl wir uns sehr bemühen.
dpn: Sie erwähnten die heiß laufenden Gehälter in London. Merken Sie eigentlich, dass die Gehälter im Asset Management zu denen im Investment Banking aufschließen?
Bierbaum: Das ist immer noch weit voneinander entfernt. Die Risikostrukturen sind einfach andere. Das Verhältnis von festem zu variablem Gehalt beträgt im Investment Banking etwa 20 zu 80, im Asset Management maximal 50 zu 50. Der Asset Manager hat eine höhere Sicherheit, sein normales Einkommen zu erzielen, weil sein Geschäft nachhaltiger angelegt ist und nicht projektgetrieben. Performance und Kundenbeziehungen müssen nachhaltig sein. Die Gehälter im Asset Management sind aber dennoch kräftig gestiegen, was auch dem Wettbewerb um gute Talente geschuldet ist. Wenn dabei vor allem die variablen Bezüge steigen, habe ich auch kein Problem damit.
dpn: Welche drei Themen stehen ganz oben auf Ihrer To-do-Liste?
Bierbaum: Erstens wollen wir in unserem Kernmarkt Deutschland stark wachsen, und zwar stärker als der Markt. Zweitens wollen wir das Geschäft stärker internationalisieren und bauen den Holding-Sitz in Luxemburg auf. Wir wollen uns in Österreich, Schweiz, Benelux und vor allem auch Frankreich stärker bewegen. Den französischen Markt wollen wir über die ehemalige BHF-Tochter Financière Atlas öffnen, einem Dachhedgefonds-Manager mit 600 Millionen Euro Assets. Zur Internationalisierung gehört auch, dass wir unsere globalen Partnerschaften weiter ausbauen, also mit Prudential in den USA und mit Robert Lloyd George in Asien. Wir werden ein Büro in Hongkong eröffnen, um auch von dort aus den alternativen Anlagemarkt zu beobachten. Drittens: der Ausbau unseres Hedgefonds-Angebots. Wir haben bekanntlich den Londoner Hedgefonds-Manager Integrated Asset Management erworben, und das war nicht die letzte Akquisition.
dpn: Wo wollen Sie stärker vorankommen – bei institutionellen oder privaten Kunden?
Bierbaum: Im Publikumsfonds-Geschäft. Die Margen sind höher, und institutionelle Anleger engagieren sich inzwischen spürbar stärker in Publikumsfonds.
dpn: Wie sieht Ihr institutionelles Geschäft in fünf Jahren aus?
Bierbaum: In fünf Jahren sollten wir doppelt so viel Wertpapiervermögen verwalten wie heute – ich peile deutlich über 60 Milliarden Euro an. Das Publikumsfonds-Geschäft soll von etwa 15 auf 35 Milliarden Euro wachsen, das institutionelle Geschäft von knapp 20 auf 35, jeweils inklusive der Markt-Performance. Wir merken, dass wir mit der Marke Oppenheim über den Vertriebsweg Drittbanken jetzt schon gut vorankommen und wir das noch ausbauen können. Wir sehen, dass Versicherer planen, stärker Renten- oder Lebensversicherungen auf Fondsbasis anzubieten. Da Zertifikate ihre Vorteile gegenüber Publikumsfonds aufgrund steuerlicher Veränderungen teilweise einbüßen, sehen wir doch eine Renaissance der Fondsanlagen.
dpn: Welchen Anteil der Erträge steuern ausländische Institutionelle in fünf Jahren bei?
Bierbaum: Ein festes Ziel gibt es nicht, derzeit sind es maximal 15 Prozent. Neben der Expansion in Europa werden wir versuchen, unsere Beziehungen zum Mittleren Osten wieder aufzubauen, also beispielsweise zu Adressen wie Adia, also der Abu Dhabi Investment Authority. Und über das neue Büro in Hongkong werden wir unsere Kontakte nach Asien auffrischen.
dpn: Und wie gut ist Ihr Zugang zu den großen europäischen Pensionsfonds?
Bierbaum: Die Oppenheim Immobilien-KAG hat ein großes Mandat beim holländischen Pensionsfonds PGGM. Im Wertpapiergeschäft wollen wir auch gerne bei den ABPs oder den Adias dieser Welt punkten. Wir wissen aber, dass das seine Zeit braucht.
dpn: Glauben Sie wirklich, dass Sie mit Hedgefonds deutsche Institutionelle überzeugen können – gerade wenn Ihr Szenario zutrifft und Aktien weiter gut laufen.
Bierbaum: Ja, das glaube ich. Deutsche Institutionen investieren mehr in Hedgefonds, als man noch vor einem Jahr hätte denken können – allerdings eher verpackt in Zertifikate oder andere Schuldscheine. Ich schätze die Quote auf ein bis eineinhalb Prozent an der durchschnittlichen Kapitalanlage, mit wachsender Tendenz. Wir haben mit IAM zusammen auch einige Mandate bei deutschen Institutionen gewonnen. Natürlich ist mir klar, dass die Performance von Dachhedgefonds der vergangenen zwei Jahre nicht überzeugend war. Aber mich überzeugt die nachhaltig langfristige Performance, das ist der Clou an Hedgefonds. Man darf von Hedgefonds aber auch nicht zu viel erwarten: Wir siedeln die Ziel-Performance von unseren Dach-hedgefonds zwischen fünf und zwölf Prozent pro Jahr an – nach Kosten. Sobald sie das über längere Zeit wieder beweisen, wird das Interesse steigen. Ich bin Optimist: In fünf Jahren sollten von den über 60 Milliarden Euro, von denen ich vorhin sprach, fünf bis sechs Milliarden Euro in Hedgefonds sein.
dpn: Mit welchen Adressen vergleichen Sie sich im institutionellen Geschäft?
Bierbaum: Es wäre vermessen zu sagen, wir wollten die großen institutionellen Fondsgesellschaften dieser Welt angreifen, das kann nicht unser Thema sein. Sagen wir so: Im Konzert der großen europäischen Privatbanken wollen wir weiter eine führende Rolle im Asset Management spielen. Und deshalb wollen wir ja gerade internationaler werden, auch mittels weiterer Akquisitionen, wenn sie sich ergeben.
dpn: Welche Privatbanken innerhalb des deutschsprachigen Europas würden Sie als innovativ bezeichnen?
Bierbaum: Die Schweizer Privatbanken. Pictet, Vontobel und Julius Bär sind Namen, die wir im Asset Management beobachten. In Deutschland sehe ich keine Privatbank im engeren Sinne, die unsere Finanzkraft hat und so viel in Talente und Systeme investiert wie wir.
dpn: Stichwort Akquisitionen, Sie haben das jetzt mehrmals erwähnt: Sind in Luxemburg Übernahmen einfacher zu organisieren?
Bierbaum: Aus Sicht des Asset Managements gibt es keine Gründe, den Holding-Standort in Luxemburg anzusiedeln. Von unseren 15 Milliarden Euro Publikumsfonds-Assets sind sowieso schon etwa 10 Milliarden in Luxemburger Fonds. Eine Übernahme wie etwa die der Financière Atlas kann man deshalb über Luxemburg einfacher machen, weil die kulturelle Nähe einfach größer ist.
dpn: Wie muss ein Asset Manager aussehen, den Sie kaufen würden? Käme eine Tochter einer Großbank infrage?
Bierbaum: Eher nicht. Wir würden gerne Boutiquen erwerben, spezialisiert auf einen oder wenige Investment-Ansätze. Der Asset Manager soll weiter eigenständig arbeiten können, auch wenn wir ihn in die Gesamtanlage-Strategie der Gruppe einbinden werden; mir schwebt eine Art Multi-Manager-Konzept vor, also eine Reihe spezialisierter Boutiquen unter einem Dach, aber eigenständig. Ein Beispiel für eine solche Boutique ist die in Frankfurt ansässige ACA Oppenheim, eine Gruppe, die für uns seit einigen Jahren europäische Small und Mid Caps verwaltet und beispielsweise auch Pre-IPO-Kandidaten beimischt. Das machen zehn Personen, an deren Gesellschaft wir uns auch mehrheitlich beteiligen wollen.
dpn: Käme ein Quant-Manager infrage?
Bierbaum: Eher nicht, denn wir haben doch ein bekannt erfolgreiches Quant-Team. Und das soll in den kommenden fünf Jahren weiter wachsen.
dpn: Und was wird aus Frankfurt-Trust?
Bierbaum: Frankfurt-Trust bleibt Frankfurt-Trust.
dpn: Wie wichtig ist denn der Track Record für die Auswahl von Asset Managern – die gleiche Frage wie für viele Institutionelle stellt sich ja auch für Sie, wenn Sie ein Haus übernehmen wollen.
Bierbaum: Uns interessiert, warum der Asset Manager in seinem Markt erfolgreich ist. Und das ist dann eben doch meistens der Track Record, sprich: die Performance.
dpn: Wie viele Mandate bekommt Oppenheim über alte Verbindungen und wie viele über Consultants?
Bierbaum: Etwa ein Viertel läuft über Consultants. Sehr erfolgreich sind wir zum Beispiel auch bei Banken und Sparkassen. Wir haben einige schöne Beauty-Contests gewonnen mit unserem Partner Prudential, da ging es um Special High-Yield USA sowie um Emerging Markets. Da gewinnen wir nicht, weil wir alte Verbindungen haben, sondern weil die Management-Kompetenz stimmt.
dpn: Wir haben schon viel darüber geredet, was in fünf Jahren gut laufen soll – aber was läuft derzeit gut?
Bierbaum: Derzeit sehr gut gehen Absolute-Return-Konzepte mit Rentenanlagen, allen voran mit Asset Backed Securities. Wertsicherungsmandate sind unverändert das Thema, mit dem sich Institutionelle beschäftigen; die Frage lautet, wie sie mit einem vorgegebenen Risikobudget wieder eine Aktienquote aufbauen können. Das haben wir unter dem Titel „Dynamische Asset Allocation” in den vergangenen Jahren gut ausgebaut. Bei Family Offices dreht sich vieles um steueroptimierte Geldmarktfonds, da sind in diesem Jahr bereits etwa eine Milliarde Euro neue Mittel geflossen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn bei dieser flachen Euroland-Zinskurve ist der Geldmarkt sehr interessant. Mittlerweile bekommen Sie dort fünf Prozent mit einem sehr kontrollierten Risiko.
dpn: Welche Trends im institutionellen Geschäft weltweit erwarten Sie auch in Deutschland?
Bierbaum: Bemerkenswert ist, dass Investoren ihre Portfolios zunehmend nach Alpha- und Beta-Blöcken trennen – die Abkehr vom eindimensionalen Allokationsprozess. Wir werden in Zukunft mehr dynamisch ausgerichtete Strukturen sehen, unter Einsatz spezialisierter Alpha- und Beta-Manager und einem Overlay Management. So werden Risikobudgets eingehalten, gleichzeitig ist zusätzliches Alpha möglich.
dpn: Was ist mit passivem Management? Gerade in Deutschland wird vergleichsweise wenig passiv investiert.
Bierbaum: Das ist richtig, die Angelsachsen sind große Passiv-Freunde, wie auch viele große Pensionsfonds in Europa. Das machen sie selbstverständlich unter anderem deshalb, weil sie ihr Volumen schlicht irgendwie unterbringen müssen. Wir wollen nicht ins passive Geschäft, denn wir haben bewiesen, dass wir mit Enhanced Indexing doch ein kleines Alpha erzielen.
dpn: Wie wichtig werden Benchmarks in Zukunft noch sein?
Bierbaum: Sie bleiben weiterhin unverzichtbar. Selbst wenn die Aufgabenstellung Absolute Return heißt, wollen Institutionelle den Erfolg an irgendetwas messen.
dpn: Oppenheim hat ein beachtliches Private-Equity-Portfolio aufgebaut. Warum kann man mit Private Equity noch Geld verdienen?
Bierbaum: Das Geschäft läuft in Zyklen, und Private Equity ist sehr teuer geworden; die Ebitdas sind vier- bis fünfmal so hoch wie 2001/2002. Doch Private Equity hat einen Vorteil: Während der Investition machen Sie in der Regel einen Konjunkturzyklus mit, und in jedem Zyklus können Sie in einem Unternehmen zusätzliche Werte schaffen. Nehmen Sie unsere eigenen beiden Private-Equity-Investoren Triton und Argantis, wo wir als Sponsoren intensiv eingebunden sind: Die schaffen es immer wieder, mittelständische Unternehmen zu finden, in denen durch einen anderen unternehmerischen Ansatz neues Potenzial erwacht. Eine Einschränkung würde ich machen: An den größten milliardenschweren Fonds dieser Welt würde ich mich nicht beteiligen; dort sind die Ertragschancen begrenzt.
dpn: Würden Sie denn Blackstone-Aktien zeichnen?
Bierbaum (lacht): Opportunistisch, ja.
dpn: Stehen Triton und Argantis auch Ihren Kunden offen?
Bierbaum: Natürlich, das ist ja gerade unsere Philosophie! Wir investieren als Bank immer mit, wir wollen im gleichen Boot sitzen wie unsere Kunden, damit die Interessen gleichgerichtet sind. An dem Kölner Dachfonds-Manager Cologne Asset Management sind wir ebenfalls zu 15 Prozent beteiligt, und dort lassen wir auch unsere eigenen Private-Equity-Dachfonds-Investitionen managen. Die Gesellschaft ist mittlerweile für drei Milliarden Euro zuständig; das zeigt, dass Institutionelle an Private Equity großes Interesse haben. Mit Triton wollen wir demnächst einen weiteren Fonds initiieren. Von Private Equity erwarten wir uns einfach höhere Ertragschancen als vom Kreditgeschäft, außerdem entspricht es unserer unternehmerischen Attitüde.
dpn: Bitte entlarven Sie für uns eine weit-verbreitete Mär im Asset Management?
Bierbaum: Dass mit europäischen Large-Cap-Aktien kein Alpha mehr erzielt werden kann.
dpn: Worüber wird sich die Branche in den kommenden Jahren noch wundern?
Bierbaum: Über die wiedererstarkten Spezialfonds, dank der Novelle des Investment-gesetzes. Spezialfonds können künftig auch alternative Anlagestrukturen abbilden. Aus Sicht von Oppenheim ist das hervorragend –Long-Only ist einfach nicht mehr das alleinige Thema.
„Ein gewisser Grundoptimismus gehört zum Psychobild eines Anlegers.“ Detlef Bierbaum beschreibt sich damit selbst am besten: Ein Optimist durch und durch, offen für alles Neue, Unternehmerische. Wie sonst ist seine Affinität für Private Equity und Hedgefonds zu erklären, seine Begeisterung für kleinere Investment-Boutiquen und sein Drang, mit Oppenheim internationaler zu werden? Insofern ist er bei Sal. Oppenheim als persönlich haftender Gesellschafter seit 1991 viel besser aufgehoben als in einer starren Struktur wie etwa der Deutschen Bank, wo er seine Banklehre absolvierte. Als Joschka Fischer in Frankfurt die ersten Steine warf, legte Bierbaum in München das erste Geld an – in der Vermögensanlage der Bayerischen Vereinsbank. Seine Reisen im Dienste der Adig prägten ihn, und als Vorstandsmitglied der ehemaligen Nordstern Versicherung (1982 bis 1991) erlebte er den 1987er Crash. Am 18. September wird er 65 Jahre alt. MRO
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