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Mit Sicherheit in die Zukunft
Von Michael Lennert

Veröffentlicht am:  25. Juni 2007
— aDr. Thomas Hohl, Migros Pensionskasse, Geschäftsleiter

Es geht ihr gut, der Schweizer Migros Pensionskasse. Dazu einige Beispiele: Die Pensionskasse erwirtschaftete im ver-gangenen Jahr eine Rendite von 5,9 Prozent, im Jahr davor waren es sogar 10,7 Prozent. Dieser Ertragsüberschuss wurde gänzlich in die Vorsorgerückstellungen übertragen. Mit dem Ergebnis, dass die Wertschwankungsreserven per Bilanzstichtag rund 2,2 Milliarden Schweizer Franken betrugen und das Gesamtvermögen auf 16,5 Milliarden Schweizer Franken anstieg.

Wohin mit dem ganzen Geld

Doch auch ein Geschäftsleiter hat sein Päckchen zu tragen. „Neuanlagen in Anleihen sind seit geraumer Zeit kaum möglich“, klagt Geschäftsleiter Hohl, der Zinssatz sei einfach zu niedrig, und er rechnet vor, dass die Migros Pensionskasse eine Zielrendite von mindestens 4,7 Prozent erwirtschaften muss.

Gleichwohl, Not macht erfinderisch, oder anders ausgedrückt: Das notwendige Alpha muss eben woanders herkommen. Doch woher? „Wir schauen uns alles an, was wir können. Wenn wir jedoch beispielsweise Strategien wie Portable Alpha hören, dann gratulieren wir, wenn die Portfolio Manager es schaffen, zwei Jahre hintereinander ein zusätzliches Alpha zu erwirtschaften. Ob sie es jedoch drei Jahre hintereinander schaffen, daran glauben wir schon nicht mehr. Nur die Kosten sind immer sehr hoch. So etwas interessiert uns nicht“, erklärt der Pensionskassen-Verantwortliche seine Anlage-Philosophie und verweist darauf, dass die Migros Pensionskasse ein indexnaher passiver Anleger ist, bei dem die Risikofähigkeit größer ist als die Risikobereitschaft und bei der die internen Portfolio Manager gleichwohl Länder oder Branchen – natürlich innerhalb vorgegebener interner Restriktionen – über- und untergewichten dürfen. Hierbei werden alle großen Anlagen intern gemanagt.

Bei den einzelnen Asset-Klassen ist die Migros Pensionskasse traditionell stark mit Immobilien verwurzelt. Früher beispielsweise wurden über 70 Prozent des Vermögens in Immobilien investiert. Der Anteil wurde zwar mittlerweile auf 23 Prozent der Asset Allocation reduziert, soll jedoch wieder auf 26 Prozent erhöht werden. So auf jeden Fall sieht es die strategische Asset Allocation vor. Ein nicht immer leichtes Unterfangen, denn in Zahlen ausgedrückt muss die Pensionskasse jedes Jahr über 200 Millionen Schweizer Franken in Immobilien platzieren. „Es ist schwierig, diese Beträge zu investieren, denn sie müssen nachhaltig rentieren“, sagt Hohl und verweist auf die Tendenz zu indirekten Anlagen, eine Entwicklung, die die Pensionskassen-Verantwortlichen auch dazu veranlasste, in die neuen strategischen Anlagerichtlinien zu schreiben, dass nunmehr vier Prozent des Vermögens in indirekte Immobilienanlagen im Ausland fließen sollen. Damit hätte man gerade begonnen. In der Schweiz hingegen ist es kassenintern nur erlaubt, in indirekte Anlagen zu investieren, wenn keine direkten Investitionen infrage kommen. Generell gilt: Man sei stets auf eine Normalrendite und Diversifikationseffekte aus und nicht auf eine kurzfristige Top-Rendite.

Durchaus offen, aber mit Bedacht

Ein Ansatz, der sich auch in der Asset Allocation widerspiegelt, denn diese ist mit 40 Prozent Nominalwert-Anlagen und 60 Prozent Sachwert-Anlagen stabil und konservativ ausgerichtet. Gleichwohl glaubt die Pensionskasse auch an die Chancen von Aktien, denn diese sind derzeit übergewichtet, beispielsweise werden in Aktien Schweiz 12,3 Prozent des Vermögens investiert, die Strategie liegt hier bei 10 Prozent, und in Aktien Ausland 17,2 Prozent, hier wiederum liegt der Strategiewert bei 16 Prozent.

Alternative Anlagen wie Hedgefonds, Private Equity und Commodities werden gerade mit zwei externen Partnern, der UBS und der Avadis Anlagestiftung, aufgebaut; angestrebt ist ein strategischer Anteil von vier Prozent. Doch auch hier gilt: Die Diversifikation steht im Vordergrund. Allerdings, schlecht rentieren sollen sich diese Anlagen natürlich auch nicht, sonst ist die Unzufriedenheit wie im Moment groß. „Leider wurden die durchschnittlichen Renditevorstellungen mit alternativen Anlagen in der Vergangenheit nicht erreicht“, sagt Hohl.

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