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Spezialfondsgebühren: Deutsche Manager am billigsten – aber nicht unbedingt am günstigsten

Veröffentlicht am:  03. Mai 2007

Die Manager-Kosten sind in Bewegung. Das zeigt die jüngste Studie der Georg Seil Consulting GSC GmbH, Wiesbaden, über „Spezialfondsgebühren in Deutschland“.

Vergütungen für aktives Management in den traditionellen Asset-Klassen – Aktien, Renten und Unternehmensanleihen – wiesen danach seit Frühjahr 2006 eine konstante beziehungsweise leicht steigende Tendenz auf, bedingt insbesondere durch Preisanhebungen deutscher Manager. In nicht traditionellen Bereichen – passiven Mandaten, Hedgefonds – sanken die Vergütungen dagegen teilweise deutlich. An der Umfrage nahmen 41 Häuser – 23 deutsche, 11 kontinentaleuropäische und 7 angelsächsische – teil, die ein Fondsvolumen von 1.137 Milliarden Euro repräsentieren – über 80 Prozent des deutschen Marktes für Asset-Management-Produkte.


Deutsche schließen auf


Deutsche Portfolio Manager forderten der Studie zufolge 2006 um bis zu zehn Prozent höhere Vergütungen in traditionellen Anlage-Bereichen, insbesondere Aktienmandaten. Sie versuchen damit, zum höheren internationalen Niveau aufzuschließen.

Dennoch bleibt das Gefälle der Sätze markant: Bei europäischen Aktienmandaten im Umfang von 50 Millionen Euro zum Beispiel stellen angelsächsische Wettbewerber mit 55 Basispunkten (Bp) pro anno etwa 20 Bp mehr in Rechnung als die deutschen Anbieter (35 Bp). Auch Manager der europäischen Nachbarländer liegen etwas höher (vergleiche Abbildung; Randnotiz: Die effektiven Sätze – nach Verhandlungsabschlag – vermutet die Studie jeweils noch um 2 bis 5 Bp niedriger). Bei Rentenmandaten gleicher Größe beträgt das Gefälle rund 10 Bp, 30 Bp international zu knapp 20 Bp bei deutschen Anbietern. „Offensichtlich besteht unter deutschen Investoren eine höhere Kompetenzvermutung für internationale Häuser“, so begründet Dr. Ulrich Wittmann von der GSC die Unterschiede – ob berechtigt oder nicht, lässt er dahingestellt. Immerhin könnte aber das tendenzielle Nachziehen der deutschen Manager auf eine Qualitäts- und Ansehensverbesserung hindeuten, jedenfalls für diejenigen, die mehr Bereitschaft und Fähigkeit zur aktiven Alpha-Erzielung zeigen. Einen weiteren Grund sieht Wittmann in der Tendenz zu Clean Fees: Die früher so beliebte Quersubventionierung wird aufgebrochen und die echten Manager-Kosten finden in steigenden Entgeltsätzen Ausdruck.


Kein Gefälle bei nicht traditionellen Anlagen


Ganz anders sieht es bei nicht traditionellen Anlagen aus: Dort sind die Vergütungssätze deutlich gefallen und es gibt auch kein Gefälle zu angelsächsischen Managern. Das gilt zum einen für passive Mandate, die im Zuge der Core-Satellite-Expansion immer bedeutsamer werden: Trotz steigender Nachfrage erlitten sie in 2006 einen drastischen Einbruch auf ein Niveau von nur noch um die 10 Bp – das entspricht einem Rückgang in der Größenordnung von 60 bis 80 Prozent! Den Grund sieht Seil in der massiven Preiskonkurrenz von Exchange Traded Funds. Und die Master-KAG-Entgelte stehen nach Seils Untersuchung weiter unter Druck. Aktuell liegen sie nur noch bei rund 7 Bp pro anno für ein Mandat mit 250 Millionen Euro, das aus fünf Segmenten besteht.


Doppelt gemoppelt hält besser?

Das hört sich gut für die Investoren an. Und es passt auch zu der Erwartung, dass das Aufbrechen der Wertschöpfungskette im Asset Management tendenziell zu ermäßigten Kosten führt. Da scheint die Seil-Studie indessen das Gegenteil zu lehren: Die Abtrennung der administrativen Leistungen von der Leistung des reinen Portfolio Managements und ihre Bündelung in einer Master-KAG führt keineswegs zu einer entsprechenden Ermäßigung der reinen Portfolio-Management-Gebühren. Vielmehr verlangten die meisten Vermögensverwalter grundsätzlich eine einheitliche Verwaltungsgebühr, egal ob die Fondsadministration von ihnen geleistet wird oder nicht. Und die meisten Institutionellen waren offensichtlich auch bereit, hier doppelt zu zahlen – beim Portfolio Manager und bei der Master-KAG. „Dies finden wir erstaunlich“, wundert sich Georg Seil – mit Recht. Passt es doch so gar nicht zu dem Bild der Investoren, für die das basarmäßige Herumhandeln an den Vergütungen eigentlich charakteristisch ist. Aber vielleicht ist auch die Schmerzgrenze bei deutschen Asset Managern erreicht? Da hilft dann nur eins: die Performance-Leistung steigern und die Kompetenzvermutung bei den deutschen Investoren nachhaltig anheben.

BGM



Abbildung: Gebührensätze für das Segment Aktiv verwaltete europäische Aktien in Abhängigkeit vom Fondsvolumen; Quelle: Georg Seil Consulting.


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