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Eine echte Alternative

Veröffentlicht am:  03. Mai 2007
— Niklaus Hilti, Credit Suisse, Head of Insurance-linked Strategies

Was ist eigentlich noch wirklich alternativ und produziert Unkorreliertes, und wohinter versteckt sich bloß teures Korreliertes? Solche „Blender-Produkte” sind ohne genaue statistische Analyse immer schwerer auszumachen.

Wie gut also, wenn es noch alternative Perlen gibt, bei denen sich das Alternative daran sogar intuitiv erschließt. Beispiel: Versicherungsrisiken, wie etwa das Erdbebenrisiko in Kalifornien, das Risiko einer Satellitenexplosion oder einer Schiffskarambolage. Genau in solche Risiken kann man schon länger investieren. Tritt ein solcher Schaden ein, ist der Wetteinsatz weg, tritt er nicht ein, locken zweistellige Renditen.

Transformiert werden die Versicherungsrisiken in den Kapitalmarkt unter anderem über sogenannte Cat(astrophe)-Bonds (seit 1997) sowie Swaps und Derivate.

„Schon intuitiv sind diese Risiken völlig unkorreliert mit den Finanzmärkten”, sagt beispielsweise Niklaus Hilti von der Credit Suisse, der diese Investment-Möglichkeit Mitte März auch deutschen Investoren vorstellte. Große Player in diesem Markt sind laut Hilti neben einigen Multi-Strategy-Hedgefonds und US-Pensionskassen auch Adressen wie Goldman Sachs, Lehman Brothers und eben die Credit Suisse.

Hilti, gelernter Aktuar, berechnet für seine sogenannten „Insurance-linked-Strategien” (ILS) Korrelationen über fünf Jahre zwischen 0,01 für US-Govies (0,03 für Aktien des MSCI World) und 0,21 für US-Corporate Bonds. Der Gleichlauf mit einigen HFR-Hedgefonds-Indizes rangiert zwischen -0,06 (HFRI Macro) und 0,11 (HFRI Event Driven und HFRI Equity Hedge). Auch deutsche Institutionelle sind bei der Credit Suisse bereits investiert, für noch mehr Resonanz wird derzeit an der geeigneten Verpackung gefeilt.

Einer der Nachteile der ILS: Die Anzahl der versicherbaren Risiken wächst nicht ins Unermessliche, und nicht zu jeder Zeit gibt es genügend Risikoarten, um ein breit gestreutes Portfolio zu gewährleisten. Die Aufnahmekapazität für neues Geld ist also begrenzt – aber genau das kennen Investoren ja bereits von anderen „Alternativen”.

MRO

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